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Mehr Unterstützung für Herdenschutz nötig

Kürzlich hat der Bundesrat die revidierte Jagdverordnung auf den 15. Juli 2021 in Kraft gesetzt. Die Naturschutzorganisationen unterstützen alle Massnahmen, die das Zusammenleben von Bergbevölkerung und Wolf sowie die Erhaltung der regionalen Wolfsbestände fördern. Enttäuscht sind Pro Natura, BirdLife Schweiz, Gruppe Wolf Schweiz und WWF Schweiz davon, dass der Bundesrat den Herdenschutz nur gerade mit einer halben Million Franken zusätzlich unterstützen will.

Das entscheidende Standbein beim Zusammenleben von Wolf und Bergbevölkerung ist der Herdenschutz. Es braucht einerseits mehr Mittel für die nötigen Zäune, da bisher die Aufwendungen der Tierhalter nicht gedeckt sind. Andererseits sind besonders für kleine Schaf- und Ziegenherden die Beiträge an die Behirtung viel zu tief. Zusätzliche Beiträge, welche die Direktzahlungen für die Behirtung sinnvoll ergänzen würden, kommen in der revidierten Verordnung gar nicht vor.

Mit einer Anpassung der Direktzahlungsverordnung und einer Erhöhung der Sömmerungsbeiträge der Landwirtschaft hätte viel für das Zusammenleben der Bergbevölkerung mit dem Wolf erreicht werden können. Nicht allein die Naturschutzorganisationen stellen diese Forderung, im Parlament gibt es dazu auch Vorstösse aus Landwirtschaftskreisen, so berichtet eine gemeinsame Medienmitteilung von Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Gruppe Wolf Schweiz.

Die Naturschutzorganisationen haben Hand geboten, dass der Bundesrat die Schwellen für Einzelabschüsse und Bestandsregulierungen beim Wolf senkt. Der Bundesrat geht hier nun sehr weit und schöpft damit den gesetzlichen Rahmen weitgehend aus. Enttäuscht sind die Naturschutzorganisationen, dass der Bundesrat für den Herdenschutz nur 0,8 Millionen Franken zusätzlich zur Verfügung stellt.

Weiter spricht die Revision einen elementaren Punkt gar nicht an: Bei Eingriffen gegen den Wolf muss dessen entscheidende Rolle im Ökosystem Wald berücksichtigt werden. Besonders im Berg- und Schutzwald müssen der Einfluss des Wolfs auf Schalenwildbestände und seine Rolle zur Verbesserung der natürlichen Waldverjüngung verstärkt beachtet werden.

Baldige Gesetzesrevision mit Verbesserungen beim Schutz der Wildtiere

Die Naturschutzorganisationen begrüssen, dass die Änderungen an der Verordnung noch diesen Alpsommer umgesetzt werden sollen. Sie verstehen, dass der Zeitplan zu eng war, um zusätzlich die nötigen Massnahmen zur Stärkung der Biodiversität und zum Schutz gefährdeter Wildtiere in dieser Verordnungsrevision zu realisieren. Umso mehr muss rasch eine Revision des Jagd- und Schutzgesetzes (JSG) kommen, um die dringenden Schutzanliegen aufzunehmen, welche den Abstimmungskampf zusammen mit dem Wolf stark geprägt hatten.

1 Kommentar

  1. In diesem Zusammenhang wäre einmal zu überlegen, ob nicht auch eine Änderung der fragwürdigen Tierhalterprämien angezeigt wäre. Anstatt zum Beispiel für Schafe zu bezahlen, die dann Flächen bis auf 2’800 m hinauf belegen, könnte es sinnvoller sein, die Arbeit nachhaltig tätiger Bergbauern weiter unten besser zu unterstützen. Dadurch gäbe es wieder grössere Räume für Gämsen, Steinböcke sowie Wölfe und Luchse, also weniger Konkurrenz.

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