Wild oder Honigbiene? Die graue Sandbiene, eine Wildbienenart, bei der Arbeit. © CIPRA
Wild oder Honigbiene? Die graue Sandbiene, eine Wildbienenart, bei der Arbeit. © CIPRA

Wildbienen – Heimliche Helden des Alpenraums

  • Selina Fehr
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In den Alpen gibt es an die 700 Bienenarten. Nur eine davon produziert Honig. Doch was macht der Rest? Warum kaum jemand weiss, dass Wildbienen die Vielfalt in der Natur und auf unseren Esstischen sichern.

Artikel aus alpMedia, herausgegeben von CIPRA.

Wildbienen sind so vielfältig wie die Pflanzen, die sie bestäuben. Manche sind klein wie ein Stecknadelkopf, andere werden so gross wie eine Erdnuss. Die einen nisten im Boden oder an Steilwänden, die anderen in leerstehenden Schneckenhäusern. Die meisten leben solitär, sind Einzelgänger, ein paar treffen sich aber zum Nisten. Eines haben alle gemeinsam: Sie leisten einen essentiellen Beitrag zur Bestäubung der Pflanzen auf unseren Wiesen und Feldern, in unseren Gärten und Wäldern.

Die Frage, ob Honig- oder Wildbienen besser oder wichtiger sind, stellt sich nicht. Sie ergänzen einander. Die Vielfalt der Pflanzenwelt basiert auf der Vielfalt der Bestäuber und umgekehrt. So gibt es Wildbienenarten, die auf Blütenarten spezialisiert sind, die von Honigbienen nur wenig oder gar nicht angeflogen werden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Wildbienen zwar kleinere Mengen an Pollen transportieren als Honigbienen, dafür aber effektiver bestäuben. Gemeinsam bestäuben Honigbienen und Wildbienen ein Feld besser als Honigbienen alleine.

Im Schatten der Honigbiene

Die meisten Menschen können heute gerade noch eine Honigbiene von einer dicken pelzigen Hummel oder den Wespen, die das Mittagessen stören, unterscheiden. Das Bewusstsein für die Vielfalt der Bienen ist kaum vorhanden. Wenn wir «Biene» sagen, meinen wir in der Regel die Honigbiene. Wenn wir vom «Bienensterben» reden, sprechen wir vom Sterben der Honigbienen. Dass in den Alpen dutzende Wildbienenarten in ihrem Bestand gefährdet sind, ist kaum bekannt.

Auf die Initiative Sloweniens hin haben die Vereinten Nationen den 20. Mai dieses Jahres als ersten Welt-Bienen-Tag ausgerufen. Er soll die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Bienen und anderen Bestäubern lenken und Menschen weltweit dazu motivieren, Handlungen zu deren Schutz zu setzen. Auf der offiziellen Internetseite des Welt-Bienen-Tags fehlt indes jede Spur von Wildbienen. Slowenien gibt zur Feier des Anlasses eine 2-Euro-Münze heraus, auf der Bienenwaben abgebildet sind. Die Honigbiene steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Dem Ökologen Dominik Ganser von der Universität Bern/CH zufolge ist die Honigbiene so bekannt, weil sie mit einem Produkt in Verbindung gebracht wird: dem Honig. «Dabei übersteigt die Bestäubungsleistung der Wildbienen diesen Nutzen um ein Vielfaches», erklärt Ganser.

Bewusstsein schaffen

Nachhaltiger und umfassender Bienenschutz braucht das Bewusstsein und Wissen für Bienen in ihrer ganzen Vielfalt. Die CIPRA sensibilisiert mit dem Projekt «BeeAware! – Alpengemeinden für den Bienenschutz» Menschen in allen Alpenländern für die Bedeutung von Wild- und Honigbienen und trägt mit der Umsetzung konkreter Massnahmen zu deren Schutz bei.

1 Kommentar

  • Gabriella

    Dankeschön, wir haben gerade ein ein Bienenhaus aufgestellt bei uns und hoffen dass uns die Wild Bienen finden. Sehr interessanter Bericht. Ganz liebe Grüße Gabriella

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