StartTippsNachhaltig lebenSchenken an Weihnachten - und zwar nachhaltig!

Schenken an Weihnachten – und zwar nachhaltig!

Sich an Weihnachten gegenseitig zu beschenken, hat in vielen Familien und Freundeskreisen immer noch einen wichtigen Stellenwert. Allzu oft verkommt diese Tradition jedoch zu einer fast schon lästigen Routine und die Geschenksuche wird stressig. Dies bedeutet aber nicht, dass man zu zweifelhaften Massenprodukten greifen muss. Wir stellen einige nachhaltige Alternativen vor und geben Tipps.

Mit selbstgemachten Kleinigkeiten beschenken

Eine nachhaltige Variante zu abgepackten und industriellen Produkten sind selbstgemachte Kleinigkeiten. Die Küche bietet unzählige Möglichkeiten, seine Liebsten kreativ und liebevoll zu beschenken. Konfitüren einmachen, weihnachtlichen Sirup brauen, Backmischungen zusammenstellen, verschiedene Kräutersalz kreieren, Pralinen rollen oder gar selber Schokolade herstellen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Dabei ist natürlich auf die verwendeten Zutaten und Materialien zu achten: Verwenden Sie möglichst regionale und saisonale Produkte, welche nicht industriell verarbeitet sondern frisch sind. Mit einer schönen Verpackung gewinnt das Geschenk noch zusätzlich einen einzigartigen Charme. Dasselbe gilt auch für selber Gebasteltes, wie beispielsweise Teelichter aus Naturmaterialien, handgefertigte Seife oder Badesalz, bunte Kerzen aus gesammelten Kerzenwachsresten, selbstgemachte Meisenknödel oder Samenbomben.

Geschenke von Schweizer Naturschutzorganisationen

Wenn Sie nach einem Geschenk suchen, das nicht nur dem Beschenkten, sondern auch noch einem weiteren Umfeld Freude bereitet, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der Schweiz gibt es zahlreiche Umweltorganisationen, die sich für die Natur in der Schweiz und weltweit einsetzen und auf Unterstützung angewiesen sind. Eine Geschenkspende im Namen eines Verwandten oder Freundes an eine dieser Organisationen ist auch über Jahre hinweg noch etwas wert. Die Naturschutzorganisationen bieten zahlreiche kreative Ideen für sinnvolle, nachhaltige und langlebige Weihnachtsgeschenke.

Schutz von Lebensräumen durch Mitgliedschaften und Spenden

Mit einer Spende bei Naturschutzorganisation können wertvolle und einzigartige Lebensräume geschützt werden. So bietet Pro Natura Geschenkzertifikate um artenreiche Blumenwiesen, Naturschutzgebiete und Lebensräume für Biber zu erhalten. Durch WWF Schweiz können symbolische Tiger, Pandas oder Eisbären adoptiert werden, sodass sich die Organisation noch verstärkt für den Schutz und Lebensraum dieser Tiere einsetzen kann. PanEco bietet als Weihnachtsgeschenk eine Orang-Utan-Patenschaft für eines der Tiere in ihrem Schutzprogramm auf Sumatra an. Ausserdem kann auch eine Greifvogel- oder Eulen-Patenschaft der Greifvogelstation Berg am Irchel weiterverschenkt werden. Dabei wird die Genesung und Wiederfreilassung der Greifvögel unterstützt und die Beschenkten lernen durch eine Führung in der Vogelstation viel Wissenswertes über Greifvögel. Auch ein Gutschein für eine Vogelexkursion oder einem Kurs bei BirdLife Schweiz kann viel Freude bereiten.

Bei vielen Umweltorganisationen bietet sich auch eine Mitgliedschaft als tolles Geschenk an, beispielweise beim Zürcher Tierschutz, bei Mountain Wilderness Schweiz oder bei ProIgel.

Praktische Geschenke

Wer doch lieber auf etwas Handfestes zurückgreifen möchte, findet im Alpen-Shop der Alpeninitiative Produkte aus Schweizer Produktion, wie die warmen Finken aus Schurwolle oder ein Alpenblütenöl aus dem Goms. Mit dem Verschenken von praktischen Gegenständen, wie den Bienenwachstücher, Mehrwegbeuteln oder Glasflaschen aus dem WWF Webshop, kann ein Beitrag zum Schutz der Umwelt geleistet werden.

Geschenkideen für Kinder

Für Kinder bietet WWF Schweiz eine Auswahl an Spielen und Spielsachen an. Eulen-Puzzles, Tier-Memories oder eine Ritterburg aus rezykliertem Karton können auf der Website erworben werden. Wer gerne die Alpeninitiative unterstützen möchte, findet auf deren Website ebenfalls Spielsachen für Gross und Klein. Kleinen Leseratten kann auch ein Abonnement von «Ornis junior» von Birdlife, vom «Steini Magazin» von Pro Natura oder vom «Panda-Club-Magazin» von WWF Freude bereiten.

Secondhand schenken

Besonders älteren Generationen könnte es etwas sonderbar erscheinen, Gebrauchtes zu verschenken. War doch etwas Neuwertiges für lange Zeit ein Zeichen von Stärke. Die jüngeren Generationen entscheiden sich aber gerne und immer öfter für Geschenke aus zweiter Hand. Sei dies ein Haushaltsgegenstand, den man selbst nicht mehr braucht oder ein Schnäppchen aus einem Brockenhaus. Diese sind zur Zeit am überquellen und versprechen unzählige, einzigartige Geschenke bereit zu halten. Das tolle an Secondhand Geschenken: Mit etwas Glück findet man ganz besondere Raritäten oder Gegenstände, die es vielleicht nicht einmal mehr gibt. Gleichzeitig verhilft dieser Trend zu mehr Achtsamkeit und Wertschätzung gegenüber Dingen. Dabei ist egal, dass diese bereits einmal gebraucht und geliebt wurden – oder vielleicht macht gerade dies die Sache so speziell. Secondhand Läden und Brockenhäuser gibt es in der ganzen Schweiz. Dazu geben Sie am besten auf Google den Begriff «Secondhand» oder «Brockenstube» sowie eine Ortschaft ein. Dabei finden Sie meist die grössten und beliebtesten Läden. Es gibt aber auch einige Online-Secondhand Kleider, Schuhe und Accessoirs Anbieter, beispielsweis ponyhofvintage.com, marko.ch oder Marken wie Rework, die aus Secondhand Kleider neue Kleidungsstücke kreieren. Und natürlich die Klassiker für alles: Ricardo und Tutti.

Nicht mehr Gebrauchte weiter schenken

Ein wichtiger und oft unterschätzter Aspekt von nachhaltigem Schenken ist das Weiterschenken von Dingen, die du selbst nicht mehr brauchst – aber die natürlich noch im top Zustand sind und anderen Freude bereiten können. Das spart Ressourcen, verlängert die Lebensdauer von Produkten und verhindert, dass noch gut nutzbare Dinge im Abfall landen. Wenn du dich von Dingen trennst, die du nicht mehr nutzt, wirkt das nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern kann auch deinem eigenen Wohlbefinden gut tun. Studien und Erfahrungsberichte zeigen, dass Loslassen ein befreiendes Gefühl erzeugt: Ein aufgeräumter Wohnraum kann zu mehr innerer Ruhe beitragen, weniger Besitz bedeutet weniger Verantwortlichkeiten, und du lernst, dich weniger über materielle Dinge zu definieren. Das kann das Selbstbewusstsein stärken und den Fokus auf wirklich Bedeutungsvolles lenken.

Vielleicht liegt bei dir ein schöner Schal im Schrank, den du selbst kaum trägst, bei dem aber jemand aus deinem Umfeld schon einmal gesagt hat: «So einen will ich auch» – dann ist genau das ein passendes Geschenk mit Geschichte. Auch gut erhaltene Kleidung, Taschen oder Schmuckstücke können so ein zweites Leben bekommen. Ebenso eignen sich Zimmerpflanzen oder Ableger aus dem eigenen Zuhause hervorragend als Geschenk: Sie kosten nichts, wachsen weiter und erinnern die beschenkte Person lange an den Moment des Schenkens. Darüber hinaus lassen sich auch Bücher, die man geliebt und bereits gelesen hat, Gesellschaftsspiele, die nicht mehr auf den Tisch kommen, oder schöne Dekoartikel weitergeben, die nicht mehr zum eigenen Stil passen. Wichtig ist dabei, dass die Gegenstände sauber, funktionstüchtig und wertschätzend überreicht werden – vielleicht mit einer kurzen Erklärung oder einer kleinen Karte.

Weniger ist mehr

Einfach nichts schenken? Eine der wohl effektivsten Strategien um die Umwelt zu schützen ist gar nicht so einfach. Deshalb unterstützt das Projekt «Zeit statt Zeug» mit vielen kreativen Ideen, ein passendes, nicht-materielles Geschenk zu finden. So kann zum Beispiel ein gemeinsamer Kochabend anstatt ein Kochbuch, eine Nackenmassage anstatt ein Schal oder eine Ausflug an die frische Bergluft anstatt ein Parfum verschenkt werden.

Ein gemeinsames Erlebnis ist oft das nachhaltigste Geschenk, sei es für Freunde, Familie oder den Liebling. © Free-Photos, via pixabay

Zusatztipp

Nur selten kommen die besten Weihnachtswünsche in den letzten Wochen vor dem Fest. Viel mehr fallen einem das ganze Jahr hindurch immer wieder Dinge ein, die man sich wünscht. Schreibt man diese auf eine Liste (digital, zuhause auf dem Notizbrett oder in einem Notizbuch), kann man sich an Weihnachten sinnvolle Dinge wünschen, die man tatsächlich braucht. Genauso sollten auf dieser Liste auch Dinge notiert werden, die eine Freundin, der Bruder oder die Mutter das Jahr hindurch erwähnt hat. So kann der Stress in der Weihnachtszeit massgeblich verringert werden.

Zum Thema Selbstgerechtes:

In unserem Artikel über den nachhaltigen Adventskalender sind einige Beispiele und Anleitungen für selbstgemachte Geschenke aufgelistet.

Dieser Artikel wurde erstmals am 11. Dezember 2019 auf naturschutz.ch publiziert und mittlerweile aktualisiert.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte Kommentar eintragen
Bitte geben Sie ihren Namen hier ein

Newsletter Anmeldung

Erhalten Sie die neusten Jobs und News.

Dank Ihrer Hilfe können wir spannende Artikel aufbereiten, den Veranstaltungskalender pflegen und die Job-Platform betreuen.

TOP-NEWS