Auf der Suche nach neuem Mobiliar für die Wohnung? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Zuhause langfristig preiswert und nachhaltig einrichten können. Denn es geht nicht nur darum, etwas Schönes zu kaufen, sondern auch darum, unseren Umgang mit Ressourcen zu hinterfragen und ein bewussteres Konsumverhalten zu finden.
Die Auswahl an Möbeln ist gewaltig. Riesige Möbelhäuser und dutzende Onlineshops werben mit immer neuen, günstigen Angeboten. Doch dieser Überkonsum hat einen hohen Preis: Für billige Möbel werden wertvolle Rohstoffe verschwendet, Wälder gerodet und Giftstoffe produziert und oft landen die Stücke nach wenigen Jahren wieder auf dem Müll. Es wird Zeit, dass wir unser Bewusstsein für Ressourcen wieder schärfen und Möbel nicht länger als Wegwerfware betrachten. Eine Kreislaufwirtschaft, in der Materialien immer wieder genutzt werden, ist nicht nur möglich, sondern auch nötig. Wir zeigen einige Ansätze, wie Sie Ihr Zuhause ressourcenschonend einrichten können und wo solche Alternativen zu finden sind.
Second Hand
Wenn die Einrichtung nicht nur ressourcenschonenden, sondern auch originell sein soll, ist Mobiliar aus zweiter Hand optimal. Denn für Second Hand Möbel muss weder ein weiterer Baum gefällt werden, noch Schrauben neu produziert werden. Damit schonen wir unserer Ressourcen und schenken einem Möbelstück ein neues Zuhause.
Möbel und Einrichtungsaccessoires findet man auf marko.ch oder auch ricardo.ch stellt eine grosse Auswahl zur Verfügung. Und für diejenigen, welche die Möbel lieber in Live betrachten: Hier geht es zum Brockenhaus-Verzeichnis.
Mobiliar für mehrere Generationen
Wenn Second Hand keine Alternative ist oder keine geeigneten gebrauchten Möbel gefunden werden können, ist ein Neukauf notwendig. Dabei sollte darauf geachtet werden, Massivmöbel zu kaufen. Auch wenn sie kurzfristig oft deutlich teurer sind als Möbel aus Pressspan, das schnell kaputt geht und oft noch giftige Stoffe ausdünstet, sind sie langfristig gesehen günstiger. Denn sie sind äusserst robust und können über Generationen weitergegeben werden. Ausserdem speichern sie Kohlenstoff und entziehen ihn so der Atmosphäre.
Achten Sie beim Kauf auf die Herkunft der verwendeten Materialien. Insbesondere bei Holz sollte darauf geachtet werden, dass es aus nachhaltigen Quellen stammt, damit für Ihren Esstisch keine Urwälder abgeholzt werden. Zertifizierungen, die eine nachhaltige Holzwirtschaft nachweisen, sind z.B. FSC und PEFC. Fragen Sie einen örtlichen Schreiner oder ein Möbelhaus nach geeigneten Möglichkeiten für Ihr Zuhause.
Achten Sie beim Kauf auch auf modulare und reparierbare Möbel. Ein Sofa, bei dem man den Bezug tauschen oder einzelne Sitzkissen austauschen kann, ein Schrank mit austauschbaren Wänden oder ein Tisch mit wechselbaren Beinen. Dadurch wird nicht gleich das ganze Möbel entsorgt, wenn nur ein Teil kaputt ist. Fragen Sie bei einer Schreinerei oder Tischlerei in Ihrer Nähe nach: Viele Betriebe bauen nicht nur neue Möbel, sondern reparieren auch alte, fertigen Ersatzteile an oder bauen bestehende Möbel um.
Möbel aus Pappe sind im Trend
Seit einigen Jahren sieht man immer häufiger Möbel aus Pappe. Sie sind vielleicht nicht ganz so robust wie Möbel aus Massivholz. Dafür können sie vollständig recycelt werden, was bei herkömmlichen Möbeln oft nicht möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht. Für Menschen, die gerne und oft umziehen, entfällt das Schleppen schwerer Möbel. Kartonmöbel lassen sich leicht zusammenklappen und transportieren. Alle Möglichkeiten für Möbel aus Pappe finden Sie hier auf roominabox.ch.


Möbel aus recycelten Materialien
Neben Pappe gibt es eine ganze Industrie, die Möbel aus recycelten Abfallprodukten herstellt. Immer mehr Marken verarbeiten zum Beispiel Meeresplastik, ausgediente Textilien oder Kunststoffabfälle zu neuen Tischen, Stühlen oder Regalen. Auch Produktionsreste aus der Industrie, wie etwa Sägespäne, Bioabfällen, Bauschutt oder Metallschrott, finden so ein zweites Leben. Solche Möbel sehen keineswegs nach «Abfall» aus. Eine einfache Internetsuche (am besten mit der Suchmaschine Ecosia, wo mit jeder Suche Bäume gepflanzt werden) liefert viele Anbieter und Inspirationen.
Möbel teilen, leihen, tauschen und verschenken
Ein Möbel muss nicht immer gekauft werden. Immer häufiger gibt es Leih- und Abo-Modelle. Dies kann besonders für Menschen oder Büros, die nur vorübergehend wohnen oder sich nicht lange an ein Stück binden möchten, interessant sein. Das Prinzip: Man zahlt eine monatliche Gebühr, nutzt das Möbel und gibt es irgendwann zurück, wo es wiederaufbereitet wird. Ebenso lassen sich Möbel tauschen oder verschenken, anstatt sie wegzuwerfen oder neu zu kaufen. Das spart Ressourcen und Geld. Auch für Events wie Hochzeiten, Geburtstage oder Messen können Tische, Stühle, Sitzsäcke oder Dekoration gemietet werden, und selbst Umzugskisten lassen sich ausleihen. Eine Internetrecherche zeigt viele lokale und überregionale Angebote.
Upcycling: Neue Möbel aus alten Materialien
Haben Sie schon auf dem Dachboden, im Keller oder in der Garage nachgeschaut, ob sich dort Restmaterialien befinden, die Sie selbst zu einem neuen Möbel verwandeln könnten? Solche Projekte heissen Upcycling. Man macht aus scheinbar Wertlosem etwas Neues, Schönes und Nützliches. Die Idee ist so alt wie der Mangel an Ressourcen, erlebt aber gerade eine Renaissance. Es geht darum, den Wert von Ressourcen und Materialien wieder bewusst zu spüren – die Patina eines alten Bretts, die Geschichte einer gebrauchten Kiste, die Einzigartigkeit eines «Makels» neu zu entdecken. So lernen wir, kaputte Dinge nicht länger als wertlos, sondern als wertvollen Rohstoff für etwas Schönes und Neues zu sehen und sie nicht mehr als austauschbare Wegwerfware zu betrachten.
Ein bekanntes Beispiel: Aus alten Weinkisten lässt sich im Handumdrehen eine Kommode, ein Wandregal oder ein kleiner Beistelltisch zusammenschrauben. Fragen Sie einfach bei Ihrem Weinhändler, bei Getränkemärkten oder im nächsten Coop bei der Weinabteilung, ob sie solche Kisten abzugeben haben, denn meistens werden sie einfach entsorgt.
Besonders beliebt (und nicht erst seit den sozialen Medien) sind Palettenmöbel. Aus einer handelsüblichen Europalette entsteht im Nu eine Gartenlounge, ein Sofa für den Balkon, ein Bettgestell, ein Bücherregal, Hängeregal oder sogar eine Kommode mit ein paar zusätzlichen Brettern. Im Internet finden sich unzählige DIY-Anleitungen – von ganz simpel bis anspruchsvoll. Eine beliebte Plattform für kreative Inspiration ist zum Beispiel Pinterest. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, und man spart nicht nur Geld, sondern auch wertvolle Rohstoffe.
Hat Sie etwas angesprochen? Wir wünschen viel Spass beim Einrichten vom neuen Zuhause!
Dieser Artikel wurde erstmals im Mai 2024 veröffentlicht und mittlerweile überarbeitet.






