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Die Strategie nachhaltige Entwicklung braucht mehr Biss

Der Entwurf für eine neue Nachhaltigkeitsstrategie der Schweiz thematisiert Biodiversität, Klima und Konsumverhalten. Er setzt damit die richtigen Schwerpunkte, aber nicht mehr. Pro Natura fordert eine ehrgeizige Strategie, die klare Ziele hat und die Leitplanken so setzt, dass die Schweiz die Umsetzung der Agenda 2030 auch wirklich schafft.

Die noch bis am 18. Februar in Vernehmlassung befindliche Strategie Nachhaltige Entwicklung ist die Grundlage zur Umsetzung der UN-Agenda 2030 (Infobox) durch die Schweiz. Pro Natura begrüsst, dass der Bundesrat in seinem Entwurf den Klimaschutz, den Erhalt der Biodiversität sowie den Konsum als wichtigste Bereiche bezeichnet, in denen gehandelt werden muss, so berichten sie in einer Medienmitteilung. «Das Zeug zu einer wirksamen Strategie hat dieser lang ersehnte Strategie-Entwurf aber leider noch nicht», sagt Friedrich Wulf, Projektleiter Politik und Internationales bei Pro Natura.

«Smarte» Ziele sind gefragt

Um die nötigen, tiefgreifenden Veränderungen bis 2030 zu erreichen, sind viele der im bundesrätlichen Entwurf formulierten Ziele allzu abstrakt formuliert und kaum messbar. Die Strategie benennt auch nicht, wer für die Erreichung der Ziele zuständig ist und mit welchen Massnahmen dies geschehen soll. Ebenso wenig äussert sich der Entwurf dazu, wie potenziell gegenläufige Ziele miteinander abgeglichen werden können. «Wie kann kann man der Biodiversität in der Schweiz genug Raum gewähren und gleichzeitig den Wohnansprüchen der Menschen gerecht werden? Auf solche Fragen muss die Strategie Antworten bereithalten», so Wulf.

Der Staat muss aktiv gestalten

Pro Natura vermisst die starken Impulse, um den Wandel auszulösen, den die Agenda 2030 erfordert. Das Credo des immerwährenden Wachstums wird nicht in Frage gestellt, alternative Wirtschafts- und Lebensweisen wie Suffizienz sind kein Thema. «Zur Umsetzung der Agenda 2030 braucht es wesentlich engagiertere Taten», sagt Friedrich Wulf. «Eine Nachhaltigkeitsstrategie muss dazu beitragen, dass der drei Mal zu grosse ökologische Fussabdruck der Schweiz endlich kleiner wird. Und sie muss den Staat verpflichten, gesetzliche Leitplanken und Anreize für nachhaltiges Handeln zu setzen. Appelle an die Eigenverantwortung reichen nicht aus.»

Die globale Nachhaltigkeitsagenda
Die Agenda 2030 ist eine der wichtigsten internationalen Vereinbarungen, die im vergangenen Jahrzehnt abgeschlossen wurden. 2015 von der UNO verabschiedet, soll sie das  Handeln in allen Bereichen des menschlichen Lebens so verändern, dass die Welt im Jahr 2030 nachhaltiger und gerechter ist. Dazu richtet sich die Agenda 2030 an 17 Oberzielen (Sustainable Development Goals, SDGs) aus. Die Strategie Nachhaltige Entwicklung der Schweiz soll diese Agenda nun so in der Schweiz einführen, dass deren Ziele bis 2030 erreicht werden.

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