StartNewsNaturÜber 250 Wolfsrudel in den Alpen - Populationswachstum wird bald stoppen

Über 250 Wolfsrudel in den Alpen – Populationswachstum wird bald stoppen

2021 gab es über 250 Wolfsrudel im Alpenraum. Mit dem weiteren Zuwachs dieses Jahr ist bald die Hälfte des Lebensraumes besiedelt. Die vollständige Besiedlung wird bereits in wenigen Jahren erreicht sein. Eine verstärkte Regulierung des Wolfes, ob präventiv oder reaktiv, wird an dieser Realität nichts mehr verändern können. Konsequenter, flächendeckender Herdenschutz wird in jedem Fall eine Notwendigkeit sein.

Die Gruppe Wolf Schweiz hat untersucht, wie es mit der Wolfspopulation im Alpenraum weitergehen wird. Der gesamte Alpenbogen umfasst eine Fläche von rund 200’000 km2. Davon weisen wissenschaftliche Studien zwar nur die Hälfte als geeigneten Wolfslebensraum aus, die Anpassungsfähigkeit des Wolfes wurde jedoch schon oft unterschätzt. Seine aktuelle Verbreitung in den Westalpen zeigt, dass fast alle Gebiete der Alpen besiedelt werden können. Wolfsrudel sind territorial, ihre Territorien sind in den Alpen rund 200 bis 400 km2 gross. Überlappungen sind in den Randbereichen möglich. Bei einer durchschnittlichen Territoriumsgrösse von 250 km2 ist demnach Lebensraum für etwa 800 Wolfsrudel vorhanden.

Karte Wolfsrudel
Bekannte Wolfsrudel im Alpenraum im Jahr 2021 (Grafik: Gruppe Wolf Schweiz)

Die Ausbreitung des Wolfes ist fast zur Hälfte abgeschlossen

Seit der ersten Rudelbildung in den französisch-italienischen Südwestalpen im Jahr 1993 ist der Wolfsbestand stetig gewachsen. Nach einem anfänglich zögerlichen Wachstum, entwickelt sich die Population momentan exponentiell mit einem jährlichen Zuwachs von 25 bis 30%. Die Auswertung aller Monitoringdaten aus den Alpenländern zeigt, dass 2021 rund 250 Wolfsrudel in den Alpen lebten. Dieses Jahr ist aufgrund der Zuwachsrate bereits mit über 300 Rudeln zu rechnen, womit bald die Hälfte des Lebensraumes besiedelt sein wird. Das darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass dieses Wachstum zeitlich limitiert ist, nämlich bis der Lebensraum gesättigt ist. Dies ist bei einem anhaltenden Wachstum in rund fünf Jahren der Fall. Der Wolfbestand reguliert sich dann selber und wächst nicht mehr weiter an.

Grafik
Die Hochrechnung der Gruppe Wolf Schweiz zeigt: In rund fünf Jahren wird das Populationsmaximum erreicht sein. (Grafik: Gruppe Wolf Schweiz)

Konsequenter Herdenschutz ohne Alternative

Aufgrund des guten Lebensraumes und der alpenweit sehr hohen Wildbestände werden auch verstärkte Regulierungseingriffe das Wachstum des Bestandes kaum bremsen. Eine weiterhin rasche, flächendeckende Ausbreitung des Wolfes ist das wahrscheinlichste Szenario und kaum mehr aufzuhalten. Wolfsfreie Gebiete wird es aufgrund der Mobilität der Tierart nicht geben können. Ein flächendeckender und konsequenter Herdenschutz für gefährdete Nutztiere ist eine bedingungslose Notwendigkeit und wird auch durch schnellere Abschüsse nicht ersetzt werden können. Verzicht auf Herdenschutz führt die Nutztierhaltung lediglich in eine Sackgasse.

(Gruppe Wolf Schweiz)

3 Kommentare

    • Lieber Jean-Luc,

      im Deutschen Alpenraum sind noch keine Wolfrudel nachgewiesen.
      Im Österreichischen Alpenraum ist gerade das erste Rudel am entstehen. Ein Wolfspaar zieht in Tirol vermutlich Junge auf. Allerdings wurden die Elternwölfe nun zum Abschuss freigegeben, was den Hungertod der Jungen zur Folge hätte.

  1. Guten Tag, wie können die „Experten“ von Wolf Schweiz sagen das nur der Alpenbogen besiedelt wird? Bei zu hoher Populationsdichte werden auch weniger attraktive Lebensräume, sprich das Flachland besiedelt. Wie viele Rudel haben dann noch Platz? Es wird ja kaum so sein das einer dieser „Experten“ die Verantwortung für den ersten toten Mensch übernimt, was ohne Abschüsse sprich Bejagung der Wölfe auf uns zukommt. Gruss Ivan

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