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Fördern die Biodiversitätsförderflächen die Biodiversität wirklich?

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Eine neue Studie zeigt, dass Biodiversitätsförderflächen vergrössert und deren Qualität verbessert werden müssen. Nur so kann die Biodiversität in der Kulturlandschaft wieder erhöht werden. Im Mitteland sind die Defizite aber riesig.

Die Biodiversität im Kulturland hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Mit dem Ziel, diesen Rückgang zu stoppen und umzukehren, wurden in der Schweiz in den 1990er-Jahren die Biodiversitätsförderflächen (BFF, ehemals ökologische Ausgleichsflächen) eingeführt. Biodiversitätsförderflächen sind naturnahe Flächen wie Wiesen und Weiden, Wildblumenstreifen oder Hecken. Sie werden extensiv bewirtschaftet, Dünge- und Pflanzenschutzmittel dürfen also nur sehr begrenzt eingesetzt werden. Landwirtinnen und Landwirte müssen mindestens 7 Prozent ihrer Flächen als Biodiversitätsförderflächen bewirtschaften, um den ökologischen Leistungsnachweis zu erfüllen, der sie zum Bezug von Direktzahlungen berechtigt.

Wie die Universität Bern berichtet, wurde die Wirksamkeit der Biodiversitätsförderflächen wiederholt in Frage gestellt. Denn auch nach ihrer Einführung konnte der Rückgang der Biodiversität nicht gestoppt werden konnte. Ein Team von Forschern hat nun in einer Studie untersucht, welche Eigenschaften der Förderflächen die Biodiversität von Vögeln und Tagfaltern beeinflussen.

Grossflächige Wirkung dank lokaler extensiver Bewirtschaftung

Insgesamt 46 Flächen von je einem Quadratkilometer wurden im Schweizer Mittelland untersucht. Erhoben wurde der Anteil der Biodiversitätsförderflächen an der Gesamtfläche sowie die Qualität, die Grösse, die Distanz, die Vielfalt und die Konfiguration der Biodiversitätsförderflächen. In Bezug auf die Tagfalter zeigt sich, dass der Anteil Förderflächen im Kulturland der wichtigste der untersuchten Faktoren ist. Artenvielfalt und Dichte der Tagfalter nahmen um 22 Prozent bzw. 60 Prozent zu, wenn der Biodiversitätsförderflächen-Anteil im Kulturland von 5 Prozent auf 15 Prozent stieg. Dieser Trend zeigte sich auch bei den Brutvögeln. Denn die Biodiversitätsförderflächen in der sonst intensiv genutzten Agrarlandschaft bieten gute Futter- und Nistmöglichkeiten.

«Frühere Studien haben gezeigt, dass die extensiv bewirtschafteten Biodiversitätsförderflächen die Biodiversität lokal, das heisst auf Ebene der Parzelle, fördern. Unsere Studie zeigt, dass Förderflächen auch grossflächig, auf Landschaftsebene, positive Auswirkungen auf die Populationen von Brutvögeln und Tagfaltern haben,» sagt Jean-Yves Humbert.

Kaum Biodiversitätsförderflächen mit hoher Qualität im Mittelland

Zudem wirken sich die Biodiversitätsförderflächen mit hoher Qualität positiv auf die Population von charakteristischen und prioritären Brutvogelarten des Kulturlandes und der Roten Liste aus. Biodiversitätsförderflächen mit hoher Qualität haben einen höheren ökologischen Wert, eine höhere botanische Qualität und sind zudem besonders arten- oder strukturreich. «In unserem Studiengebiet hatten nur zwei von 46 Landschaften einen hohen Anteil an Biodiversitätsförderflächen mit hoher Qualität, was den verheerenden Mangel im Schweizer Mittelland verdeutlicht,» sagt Silvia Zingg von der Berner Fachhochschule. Um die «Umweltziele Landwirtschaft» der Bundesämter für Umwelt und Landwirtschaft im Bereich Biodiversität zu erreichen, sollte daher gemäss den Forschungsergebnissen der Anteil Biodiversitätsförderflächen erhöht und die Qualität bestehender Flächen dringend aufgewertet werden.

Biodiversitätsförderflächen mit hoher Qualität sind für die Artenvielfalt wichtig.
Biodiversitätsförderflächen mit hoher Qualität sind besonders wichtig für den Erhalt von Kulturland Vogelarten. Im Mittelland sind solche Flächen rar. © Silvia Zingg, HAFL, Berner Fachhochschule.

Um seltene oder spezialisierte Arten zu fördern genügten die klassischen Biodiversitätsförderflächen aber nicht: «Leider sind die Populationen vieler Arten, wie beispielsweise des Wiedehopfes oder des Braunkehlchens, im Mittelland bereits stark reduziert oder verschwunden. Zur Förderung solcher Arten müssen weitere gezielte, art-spezifische Massnahmen umgesetzt werden,» sagt Silvia Zingg.

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