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Ein Preis für besonders absurde Transporte

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Wer verdient den «Teufelsstein», den Preis für besonders absurde Transporte? Die Alpen-Initiative nominiert drei Schweizer Unternehmen: Die Migros und ihr norwegisches Wasser, Aldi für einen Schinken, der zweimal die Alpen überquert, und Swiss Air Deluxe, die Alpenluft in Dosen nach Asien exportiert. Drei Kandidaten sind auch im Rennen um den positiven Preis, den «Bergkristall»: deren Projekte tragen dazu bei, Transportdistanzen zu reduzieren. Durch ein Online-Voting kann die Öffentlichkeit nun entscheiden, wem diese Preise verliehen werden.

Das Ziel der «Teufelsstein» Auszeichnung ist, das Bewusstsein der Konsumenten für versteckte Transporte zu schärfen und Unternehmen zu ermutigen, mehr Verantwortung zu übernehmen, so berichtet die Alpen-Initiative in einer Medienmitteilung. «Es ist absurd, Waren über Tausende von Kilometern hin- und herzutransportieren! Das ist nur möglich, weil diese Transporte nicht alle Kosten decken, die sie verursachen – den Preis dafür bezahlt die Umwelt», sagt Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative. Seit 30 Jahren engagiert sich der Verein für einen umweltfreundlicheren Güterverkehr. «Um die verkehrsbedingten Treibhausgase zu reduzieren, müssen wir weniger und besser transportieren. Der Verzicht auf weitgereiste Produkte, die unsere Lebensqualität gar nicht verbessern, erfordert grosse Aufmerksamkeit. Aber jeder kann dazu beitragen, solche Transporte zu vermeiden», erklärt Django Betschart, Leiter Politik bei der Alpen-Initiative.

Für den «Teufelsstein», der seit 2002 vergeben wird, sind dieses Jahr nominiert:

  • «Voss» – Wasser aus Norwegen, Migros: Dieses Wasser in einer Glasflasche wird per Schiff und Lastwagen über 1’512 Kilometer transportiert. Es hinterlässt einen CO2-Fussabdruck, der 7’180 Mal grösser ist als jener unseres Leitungswassers;
  • «Gusto Italiano: Prosciutto Cotto» – Gekochter Schinken von Aldi: Die Schweine werden in den Niederlanden gemästet und geschlachtet, das Fleisch dann in Kühllastwagen nach Italien transportiert und dort verarbeitet, in Österreich geschnitten und verpackt, um im Anschluss als Schinken in der Schweiz verkauft zu werden. Der Transport über 1’717 Kilometer hinterlässt eine 9 Mal höhere CO2-Billanz als einheimischer Schinken;
  • «Swiss Air Deluxe» – Alpenluft in der Dose: Schweizer Bergluft in Spraydosen wird an Touristen verkauft und z.B. nach Thailand in Grossstädte mit hoher Luftverschmutzung exportiert. Eine solche Dose legt 19’800 Kilometer zurück und produziert unendlich mehr CO2 als das Einatmen vor Ort.

Innovative Projekte reduzieren den Verkehr und steigern den Wert der lokalen Wirtschaft. Die Alpen-Initiative nominiert folgende drei Kandidaten für den «Bergkristall»:

  • «Repair Café»: Ein Reparaturservice der Allianz der Konsumentenschutz-Organisationen, Reparieren um weniger zu importieren;
  • «Mälzerei von Satigny»: Die vom Genfer Bauernkreis initiierte Wiederansiedlung von Mälzereien in der Schweiz, für ein wirklich regionales Bier
  • «Basis 57»: Eine Fischzucht beim Nordportal des Gotthard-Basistunnels, welche das warme und saubere Bergwasser der Tunnelröhren als Ressource für die Fischzucht nutzt.

Die Öffentlichkeit kann bis zum 15. September per Mail oder online unter www.alpeninitiative.ch/vote abstimmen und so entscheiden, wer den «Teufelsstein» und «Bergkristall» erhalten soll. Die Preise werden den Preisträgern am 2. Oktober 2019 offiziell überreicht.

Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr wurde der «Teufelsstein» an SBB-Immobilien vergeben, für Fassaden aus deutschen Steinen, die in China verarbeitet und montiert wurden. Der «Bergkristall» wurde dem Projekt «Wasser für Wasser» verliehen, welches den Konsum von Leitungswasser anstelle von Mineralwasser in Restaurants fördert.

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