StartNewsAktionAtom-Kehrtwende? Jetzt Protestbrief unterschreiben!

Atom-Kehrtwende? Jetzt Protestbrief unterschreiben!

Die Umwelt- und Energiekommission des Ständerats (UREK-S) will den Bau von AKW in der Schweiz wieder ermöglichen. Dies, obwohl das für die Dekarbonisierung und die Versorgungssicherheit kontraproduktiv ist und sich die Bevölkerung mehrfach gegen neue AKW ausgesprochen hat. Gemeinsam mit anderen Organisationen richtet die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) darum einen öffentlichen Protestbrief an den Ständerat. Er kann diese verfehlte Atom-Kehrtwende noch verhindern.

2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe in Fukushima den Atomausstieg beschlossen. Mit der Energiestrategie und dem deutlichen Ja zum Stromgesetz 2024 hat sich die Bevölkerung mehrmals zu den Erneuerbaren und zum Atomausstieg bekannt. Jetzt, 15 Jahre nach dem Fukushima-Unglück, wollen der Bundesrat und die zuständige Kommission des Ständerats die Träume der Atomlobby wahr werden lassen und neue Atomkraftwerke bauen. Dabei sprechen die Fakten klar gegen die Atomenergie.

Neue AKW schaden der Schweiz

  • Neue AKW bremsen den Ausbau unserer einheimischen erneuerbaren Energien. Jeder Franken, der in neue Atomkraftwerke fliesst, fehlt beim Ausbau der günstigen und sauberen Erneuerbaren. Mit der Förderung von einheimischer Energie aus Sonne, Wind und Wasser sinkt unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Uran-Importen aus Russland.
  • Neue AKW kommen die Schweiz enorm teuer zu stehen. Ein neues AKW kostet rund 25 Milliarden Franken. Diese Milliarden bezahlt die Bevölkerung über Steuern und schlussendlich über höhere Strompreise.
  • Die Schweizer Bevölkerung wird gesundheitlichen Risiken ausgesetzt: Atomkraftwerke produzieren haufenweise radioaktiven Müll, für den es weltweit noch keine sichere Lösung gibt. Nicht zuletzt bleibt die Gefahr einer nuklearen Katastrophe, die in der dicht besiedelten Schweiz katastrophale Folgen hätte.

Öffentlicher Protestbrief: Ständerat muss Atom-Kehrtwende verhindern

Zusammen mit anderen Organisationen protestiert die Schweizerische Energie-Stiftung SES gegen die Atom-Kehrtwende mit einem offenen Brief an den Ständerat. Das Bündnis «Nein zu neuen AKW» lädt die Bevölkerung ein, den Protestbrief mitzuunterzeichnen: Der Ständerat wird mit Nachdruck dazu aufgefordert, den Antrag seiner Energie- und Umweltkommission zur Aufhebung des AKW-Neubauverbots abzulehnen. 

Die riskante Atom-Kehrtwende würde dazu führen, dass die Schweiz ihre Klimaschutzziele verfehlt und die Sicherheit der Stromversorgung beeinträchtigt wird. Stattdessen muss die Politik weiter den bewährten und günstigen Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. Für eine sichere, unabhängige, bezahlbare und zukunftsfähige Schweizer Energiepolitik.

2 Kommentare

  1. Betrug mit windkraft. Sogar Aspest ist jetzt in Windräder gefunden worden. Ist nur ein Geschäft und schadet der Natur und den Tieren. Kann nicht verstehen sowas unterstützt wird. Neue Atomkraftwerke sind ganz anders geworden und Radioaktifer Abfall fast nichts mehr. Es war ein Betrug durch Tschernobyl und in Japan wo Angst gemacht wurde. Japan baut neue Atomkraftwerke.

    • Ihre Punkte greifen verbreitete Mythen und Falschaussagen auf.

      Hier eine sachliche Einordnung:
      1. Asbest: Kam in älteren Windrädern vor (80er/90er Jahre), ist aber längst verboten. Das ist ein Entsorgungsproblem für Altlasten, wie in vielen Industrien. Etwa beim Rückbau von Chemieanlagen, konventionellen Kraftwerken oder der Sanierung von Häusern mit Asbestzement-Dächern.
      2. Schaden für Tiere: Es stimmt, dass Vögel und Fledermäuse durch Kollisionen sterben. Studien schätzen für bspw. Deutschland bis zu 100.000 Vögel pro Jahr an Windrädern. Wer diesen Vergleich wichtig findet, sollte konsequent sein: Hauskatzen (ca. 60 Mio.), Glasscheiben (bis zu 115 Mio.), der Strassen-/Schienenverkehr (bis zu 70 Mio.) und die legale Jagd (ca. 700.000) fordern in Deutschland um Grössenordnungen mehr Vogelleben pro Jahr. Die Hauptursache für den Artenschwund ist jedoch der Lebensraumverlust durch intensive Landwirtschaft, deren Flächen- und Ressourcenverbrauch massgeblich mit unserem Konsum – insbesondere von Fleisch (jährlich werden in Deutschland über 750 Millionen Nutztiere geschlachtet) – verbunden ist. Eine ehrliche Tierschutzdebatte muss alle Faktoren betrachten.
      Zudem wird durch sorgfältige Planung (Abstand zu Zugrouten) und betriebliche Massnahmen (Abschaltung bei bestimmten Wetterlagen und durch Sensoren) die Tötung von Vögel nochmals deutlich reduziert!
      3. Schaden für die Natur: Der Landverbrauch ist gering (die Fläche um die Fundamente kann weiter landwirtschaftlich genutzt werden) und die Ökobilanz (also der Umweltaufwand über den gesamten Lebenszyklus) ist eine der besten aller Energieträger und liegt deutlich vor der Atomkraft. Entscheidend ist die Netto-Bilanz: Windkraft verursacht keine Schadstoffe und bekämpft so die grösste Gefahr für die Natur – den Klimawandel.
      4. Atomkraft-Vergleich: Die Aussagen dazu sind grösstenteils falsch. Auch neue Reaktoren produzieren hochradioaktiven Abfall, für den es weltweit kein Endlager gibt. Die Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima waren reale, schwerwiegende Unfälle – keine „Angstmache“! Japans Neubau-Pläne ändern nichts an diesen fundamentalen Problemen.

      Fazit: Windkraft ist keine perfekte (die Perfekte gibt es schlicht nicht!), aber eine klimafreundliche Schlüsseltechnologie. Ihre lokalen Umweltauswirkungen werden gegen den globalen Nutzen für den Klimaschutz – die grösste Bedrohung für die Artenvielfalt – und gegen andere, viel grössere Gefahrenquellen für Vögel abgewogen. Pauschal als „Betrug“ zu bezeichnen, ist faktisch nicht haltbar.

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