Der Schweizer Wald stand im vergangenen Jahr politisch stark unter Druck. Beim Entlastungspaket des Bundes konnten grössere Einschnitte für die Waldbranche zwar abgewendet werden, doch nicht alle Mittel blieben erhalten. Gleichzeitig sorgt die angenommene Motion zum Rodungsersatz für Diskussionen: Sie soll mehr Flexibilität schaffen, wirft aber Fragen zum Schutz des Waldes angesichts wachsender Infrastruktur- und Nutzungsansprüche auf.
Deutlich wurde der Druck auf den Wald im vergangenen Jahr vor allem bei den Sparplänen des Bundes und bei der Motion zum Rodungsersatz. «Dank grossen Anstrengungen und der Unterstützung einer breiten politischen Allianz konnte der drohende Teilrückzug des Bundes aus seiner Verantwortung weitgehend abgewendet werden», bilanzierte Ständerat Daniel Fässler, Präsident von WaldSchweiz in seinem Jahresrückblick an der diesjährigen Delegiertenversammlung.
Schaden in Grenzen gehalten
Das im Jahr 2025 vom Bundesrat vorgeschlagene Entlastungspaket 27 (EP 27) hatte zum Ziel, den Finanzhaushalt des Bundes wieder ins Lot zu bringen. Mit dem im Frühjahr 2026 durch das Eidgenössische Parlament verabschiedeten EP 27 konnte dieses Ziel ohne grösseren Schaden für die Waldbranche erreicht werden. So wurden bei der forstlichen
Ausbildung, welche für die Arbeitssicherheit von grosser Wichtigkeit ist, wesentliche finanzielle Mittel gesichert. Auch eine völlige Streichung im Waldgesetz konnte verhindert werden. Bei den Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kantonen zur Umsetzung der Waldpolitik waren es anstelle von zehn nur deren zwei Prozent, die eingespart werden
müssen. Verloren gingen jedoch Gelder, welche bisher die Einsätze von Zivildienstleistenden im Wald etwa für die Bekämpfung von Neophyten sichergestellt hatten.
Flexible Lösung beim Rodungsersatz
Die von National- und Ständerat angenommene Motion «Mehr Flexibilität beim Rodungsersatz» von Ständerat Benedikt Würth verlangt, dass der Rodungsersatz – abgesehen von temporären Waldrodungen – künftig zu wesentlichen Teilen qualitativ erfolgen kann. Begründet wird das Ansinnen damit, dass die Waldfläche in der Schweiz zunimmt und nicht mehr bedroht ist. WaldSchweiz hat sich bisher ohne Erfolg dagegen ausgesprochen, steht doch der Wald aufgrund von zusätzlichen Infrastrukturbauten im Mobilitäts- und Energiebereich unter einem erhöhten Nutzungsdruck. «Immerhin wird der Bund nun zuerst prüfen, ob effektiv ein Handlungsbedarf besteht, oder ob das geltende Recht die gewünschte Flexibilität bereits ermöglicht», stellte Präsident Daniel Fässler fest. Dass diese Arbeiten unter Einbezug wichtiger Akteure wie WaldSchweiz als Verband der Waldeigentümer erfolgen, werde daher zustimmend zur Kenntnis genommen.





