Alpensteinbock_auf_dem_Augstmatthorn

Schutzmassnahmen zeigen Wirkung

  • Sophie Ryser
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Die Biodiversität nimmt weltweit ständig ab. Auch in Europa sind viele Tierarten ganz oder nahezu verschwunden. Nun zeigt sich aber, dass Schutzbemühungen sich auch auszahlen können. Einige Arten sind wieder auf dem Vormarsch und haben sich ihre ehemaligen Gebiete zurückerobert.

In einer gross angelegten Studie von BirdLife International, der London Zoological Society und des European Bird Census Council wurde untersucht, wie sich verschiedene seltene Tierarten seit Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa entwickelt haben. Dabei wurden Veränderungen in der Verbreitung und der Häufigkeit der Tierarten studiert. Total zeigen 18 Säugetier- und 19 Vogelarten Anzeichen eines „Comebacks“. Die Studie zeigte, dass sich die Bestände hauptsächlich dank aktiven Schutzmassnahmen und Gebietsschutz erholen konnten. Auch das Aussetzen von Tieren in bestehende Populationen oder in neue Gebiete ist ein wichtiger Faktor, sowie die Verminderung des Jagddruckes und von Giften in der Umwelt.

Der Steinbock zum Beispiel war in den Alpen nahezu ausgestorben, hauptsächlich wegen übermässiger Bejagung. In der Schweiz wurden 1911 das erste Mal erfolgreich Steinböcke ausgewildert. Heute leben wieder fast 14’000 von ihnen in der Schweiz. Auch der Biber war in Europa auf 1’200 verbleibende Tiere reduziert worden. Dank Schutzmassnahmen feierte er ein beachtliches Comeback, heute besiedelt er fast wieder alle seiner früheren Habitate. In Zukunft wird hier die grösste Herausforderung darin liegen, seine Bauaktivitäten zuzulassen und Konflikte mit dem Menschen zu vermeiden. Bei den Vögeln ist zum Beispiel der Weissstorch eine Erfolgsgeschichte. Bis in die Achtzigerjahre nahmen die Populationen stetig ab, vor allem weil sich die Landwirtschaft veränderte und der Storch nicht mehr genügend Nahrung fand. Die Verbesserung des Nahrungsangebots in Europa und auch den Überwinterungsgebieten sowie Auswilderungen führten zu einer Zunahme der Weissstörche auf über 200’000 Brutpaare.

Trotzdem sind immer noch viele Tierarten bedroht und ihre Bestände schrumpfen. Besonders die europäischen Fleischfresser und diverse Vögel wie zum Beispiel Wiesenvögel haben Probleme. Deren Populationen brachen schon vor Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ein und haben sich seither noch nicht wieder erholt.

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Bild: H.sch.57 [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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