© Barbara Kümin
© Barbara Kümin

Totenkopfschwärmer – spektakulär und selten

  • Barbara Kümin
  • 1

Totenkopfschwärmer. Allein beim Namen kommen wilde Fantasien auf. Die grösste europäische Schwärmerart ist aber völlig harmlos. In diesem Jahr trat der normalerweise sehr seltene Falter gehäuft in der Schweiz auf. Auch unsere Blog-Autorin hat Glück gehabt.

Im Juli erschienen in diversen Medien Berichte über Beobachtungen von riesigen Raupen. In der Schweiz ist das Auftreten von Totenkopfschwärmern und ihren Raupen aussergewöhnlich. Der Falter wandert nur in besonders warmen Sommern aus dem Mittelmeerraum zu uns ein. Umso grösser war deshalb die Aufregung, wenn eine Beobachtung gelang. Ausführliche Informationen zum Totenkopfschwärmer finden sich in diesem älteren Butterfly Corner-Beitrag.

© Barbara Kümin
© Barbara Kümin

Leider war der Aufzucht der Raupe kein Erfolg beschieden: Offensichtlich war die Raupe parasitiert und so schlüpften statt eines Totenkopfschwärmers rund 30 Raupenfliegen aus der Puppe… Etwas später gelang dann doch nochmals ein Raupenfund an einer Kartoffelpflanze, der typischen Futterpflanze bei uns. Schon aus der Distanz war die leergefressene Kartoffelstaude zu erkennen und aus der Nähe waren sogar Kotbällchen auf dem Boden sichtbar.

Gute Voraussetzungen also für eine erfolgreiche Aufzucht! Anfang Oktober war es dann soweit: Der Totenkopfschwärmer, ein prächtiges Männchen, schlüpfte. Ein Männchen ist es übrigens deshalb, weil es etwas „böckelt“… Weibchen dagegen riechen nicht. Beim Anblick des Falters mit der charakteristischen Totenkopfzeichnung auf dem Rücken wird auch sein Name klar.

© Barbara Kümin
© Barbara Kümin

Und wussten Sie, dass Totenkopfschwärmer sogar Geräusche machen können? Im Video ist das Fiepen hörbar:

Mittlerweile ist der Falter unterwegs ins Tessin, wo er freigelassen wird. Guten Flug!

Wer auch auf Facebook über Schmetterlinge informiert bleiben möchte: Die Schwalbenschwanz-Seite ist ein Like wert!

Tipp: Wer sich eine Viertelstunde Zeit nimmt, kann in diesem tollen Video die Entwicklung vom Ei bis zum Falter verfolgen:

1 Kommentar

  • paul wyleciol

    habe nun innerhalb kürzester Zeit 2 * 3 Kartoffelpflanzen an zwei riesige Raupen verloren (obwohl/weil der Liguster nicht weit gewesen wäre) – hoffentlich werden sie hier nicht allzu heimisch, sonst werde ich Ihnen doch auf Dauer gerne den Weg zu den Hühnern zeigen … aber diese sechs Pflanzen gebe ich gerne für diese Besonderheit …

    Wir hatten vor gut zehn Jahren auch schon einmal eine solche Raupe hier in Klagenfurt am Wörthersee und diese hat damals mein inzwischen verstorbener Vater bewundert – nicht lange und auch ich werde (aus dem) weg sein und die Falter werden wiederkommen – ob sich dann jemand an mich, meine Freude und meine Entscheidung erinnert?? Egal, wenn sie nur gut war … flieg, Du Wunderschöner, flieg …

    Antworten

Beitrag kommentieren