Start News Aktion Bestäuber in der Stadt Zürich erforschen

Bestäuber in der Stadt Zürich erforschen

Das Projekt «Schwalbenschwanz & Seidenbiene» will mit der Bevölkerung Schmetterlinge und Wildbienen erforschen und herausfinden, wie diese wichtigen Insekten in der Stadt gefördert werden können. Dabei wird die Stadtzürcher Bevölkerung aufgeru­fen, Wildbienen- und Schmetterlings-Beobachtungen auf der Plattform zuerich.stadtwildtiere.ch zu melden.

Tomaten, Erdbeeren oder Äpfel und rund 100 weitere der wichtigsten Kultur- und Wildpflanzen sind auf bestäubende Insekten angewiesen. Dabei spielen neben den Honigbienen die Wildbienen als besonders effiziente Bestäuber eine entscheidende Rolle. Auch in Siedlungsgebieten lebt eine grosse Vielfalt an Blütenbesuchern. Der markante Rückgang der Insekten in den letzten 30 Jahren ist deshalb besorgniserregend, informiert StadtWildTiere Zürich in einer Medienmitteilung.

Erforschung der städtischen Blütenbesucher mit Freiwilligen

Auf der Meldeplattform für Wildtierbeobachtungen zuerich.stadtwildtiere.ch kann jede und jeder Beobachtungen von Schmetterlingen und Wildbienen melden, wenn möglich mit Bild. Die Meldungen tragen dazu bei, die Verbreitung der beiden Artengruppen genauer zu untersuchen. Gemeinsam mit dem Freiwilligennetzwerk der StadtNaturBeobachter*innen von StadtWildTiere Zürich wird zudem das Vorkommen der Insekten in verschiedenen Grünräumen wie Gärten, Parkanlagen und Verkehrsinseln mit systematischen Aufnahmen von Juni bis September untersucht.

Hintergrund und Ziel des Projekts: Bedrohte Vielfalt fördern

In der Schweiz leben über 600 Wildbienenarten (in Zürich über 200 Arten) und 230 Schmetterlingsarten (in Zürich über 60 Arten). Diese grosse Vielfalt ist jedoch bedroht. Je nach Gebiet sind in der Schweiz 25 bis 60% der Wildbienenarten und 50% der Schmetterlinge gefährdet. Eine Studie aus Deutschland zeigte einen Rückgang der Insektenbiomasse um 75% in den letzten 30 Jahren auf. Angesichts der Bedeutung der Insekten ist der markante Rückgang ihrer Häufigkeit und Diversität äusserst besorgniserregend. Als mögliche Gründe für den Rückgang werden die intensivierte Landnutzung, der Stickstoffeintrag in der Landwirtschaft, die Ausbreitung von gebietsfremden Arten und Krankheiten und der Einsatz von Pestiziden diskutiert. In Siedlungsgebieten machen den Insekten ausgeräumte Gärten mit exotischen Blütenpflanzen, die von den Insekten nicht genutzt werden können, zu schaffen. In den letzten Jahren wird zudem die starke Zunahme von Honigbienen auf städtischem Gebiet zur Konkurrenz für Wildbienen. Doch Städte können auch Rückzugsorte für Insekten bedeuten, da weniger Pestizide eingesetzt werden und die Städte eine grosse Vielfalt an Lebensräumen bieten. Ausserdem ist das Blütenangebot in der Stadt oft grösser als in landwirtschaftlich genutzten Gebieten.

Gesucht: Asiatische Mörtelbiene

Veränderungen des Klimas werden auch einen Einfluss auf das Vorkommen von Insekten haben. Neue Arten z.B. aus dem Mittelmeerraum breiten sich aus. Eine vermutlich über den globalen Warenverkehr eingeschleppte Art ist die Asiatische Mörtelbiene, welche sich seit ihrem ersten Nachweis bei Marseille 2008 in Europa ausbreitet. Seit 2015 sind erste Beobachtungen auch für Zürich vorhanden. Doch wie verbreitet ist die grosse Wildbienenart heute? Welches ist ihr Einfluss auf die einheimischen Wildbienenarten? Diesen Fragen will das Projekt StadtWildTiere Zürich zusammen mit dem Projekt zur Erforschung der Asiatischen Mörtelbiene an der Universität für Bodenkultur Wien nachgehen. Beobachtungen mit Bild auf zuerich.stadtwildtiere.ch sind deshalb von grossem Interesse.

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