Dossier: Totholz

Hotspot Naturgarten – Nester, Hinterhalte und Wohnungen in Pflanzenstengeln

Wenn wir den Garten im Herbst nochmals geniessen und auf den Winter vorbereiten, sollten wir uns Zeit nehmen und auch an die Mitbewohner im Garten denken. Manch eine Ecke, ein Gestrüpp, ein Laubhaufen, ein Stengel ist Lebensraum, Nest oder Versteck geworden. Vieles kann auch als Überwinterungsplatz genutzt werden. Pflanzenstengel zum Beispiel werden oft abgeführt, ohne dass wir von ihren Bewohnern und darin enthaltenen Nestern wissen. Stengelbewohner lassen sich übrigens das Jahr hindurch gezielt fördern und toll beobachten, auch auf dem Balkon. Davon handelt dieser Beitrag.

Hotspot Naturgarten – Totes Holz lebt

Unzählige Lebewesen brauchen totes Holz als Lebensraum und Nahrung. Alle haben dabei ihre besonderen Vorlieben. Deshalb ist es so wichtig, dass Holz in jeder Form und Lage im Garten bleibt: absterbende Bäume in aufrechter Position ebenso wie liegende Holzprügel.

Auch tote Tiere sind wichtig fürs Ökosystem

Tierkadaver spielen eine wichtige Rolle für die Artenvielfalt und das Funktionieren von Ökosystemen, wie Ergebnisse einer neu publizierten Studie zeigen. Die Kadaver bieten nicht...

Krokodil am Teich

Mein Garten ist um eine Holzskulptur reicher: Der Ast eines umgestürzten Baumes ruht jetzt als imaginiertes Krokodil an meinem Teich. Er wird mich die kommenden Jahre an den stolzen Birnbaum erinnern, der einst auf einer Wiese in der Umgebung wurzelte. Und er wird dabei noch manchem Lebewesen als Kinderstube dienen.

Seltene Meise: Bruterfolg dank Totholzförderung

Totholzstämme an lebende Bäume zu binden klingt erstmal bizarr, bietet aber neue Nistmöglichkeiten für seltene Vogelarten wie die Weidenmeise. Mittlerweile zeigt sich der Erfolg: Zwei Jahre nach Beginn des Experiments konnte der VVS/Birdlife Solothurn ein brütendes Weidenmeisen-Paar nachweisen.

Der Traum eines jeden Wildbienenfreundes

Schon seit bald 10 Jahren biete ich in unserem Garten der Blauen Holzbiene, der grössten einheimischen Wildbiene, alles an, damit sie hier nistet. Es hat schon ziemlich viele Totholzstämme in verschiedenen Zerfallstadien da und dort verteilt im Garten.

Zahlreiche einheimische Käferarten gefährdet

Fast die Hälfte der einheimischen holzbewohnenden Käferarten sind vom Aussterben bedroht. Ursachen sind Verluste und Abnahme der Qualität der ökologischen Lebensräume. Das lässt aufhorchen, denn diese Käferarten sind gute Indikatoren für den Zustand der Biodiversität.

Totholz, von wegen tot!

Totholz ist Grundlage für neues Leben und dient verschiedensten Tieren als Versteck, Brutstätte oder Nistplatz, Winterquartier, Nahrung, Nest- und Baumaterial. Es sollte schon deshalb nicht, dem Ordnungssinn gehorchend, aus unseren Gärten verbannt werden.
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