Start News Politik Umweltorganisationen befürworten die Konzernverantwortungsinitiative

Umweltorganisationen befürworten die Konzernverantwortungsinitiative

Umweltorganisationen wie Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife empfehlen am 29. November Ja zur Konzernverantwortungsinitiative zu stimmen. Denn immer wieder ignorieren Konzerne mit Sitz in der Schweiz wichtige Umweltstandards und sind so mitverantwortlich für die Zerstörung der Natur. Die Initiative fordert, dass diese Konzerne dazu verpflichtet werden, die Menschenrechte und internationale Umweltstandards auch im Ausland zu respektieren. Tun sie dies nicht, sollen sie für angerichtete Schäden geradestehen.

In der peruanischen Stadt Cerro de Pasco sind Wasser, Boden und Luft vergiftet. Der Zuger Rohstoffriese Glencore kontrolliert hier die Minengesellschaft Volcan, welche zu den weltweit grössten Produzentinnen von Zink, Blei und Silber gehört. 2019 untersuchte die Stiftung «Climate Crime Analysis Center» im Auftrag des norwegischen Staatsfonds die Situation vor Ort mittels Haaranalysen und Satellitenbildern und kam zum Schluss, dass die Schwermetallbelastung durch die Mine verantwortlich ist für die massiven Gesundheits-schäden der Bevölkerung und die extreme Umweltverschmutzung. Zusätzlich konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass sich die Bleibelastung bei Kindern seit der Übernahme der Mine durch Glencore weiter verschlimmert hat.

Dieses Beispiel steht stellvertretend für die wiederkehrenden Menschenrechtsverletzungen und Umweltprobleme, welche einige Konzerne mit Sitz in der Schweiz verursachen, so berichtet das Initiativenkomitee in einer Medienmitteilung. Mit der Konzernverantwortungsinitiative wäre Glencore verpflichtet, Massnahmen gegen die Verschmutzung zu ergreifen. Und die geschädigten Menschen aus Cerro de Pasco könnten hier in der Schweiz Wiedergutmachung erlangen.

Weltweite bessere Umweltstandards

Die Initiative betrifft die Biodiversität weltweit. Die Pestizide, mit denen die Schweizer Konzerne hochlukrative Geschäfte machen, gehören zu den Ursachen für den anhaltenden Artenverlust. Die Konzerne profitieren von den schwachen Reguliereungen in Ländern wie Indien oder Peru, um dort Pestizide zu verkaufen, die in der EU und in der Schweiz verboten wurden. Durch solche Geschäfte machen sich die Schweizer Konzerne mitschuldig am globalen Artensterben. Deshalb untersützten Pro Natura, WWF Schweiz und BirdLife Schweiz die Konzernverantwortungsinitiative.

Eine Selbstverständlichkeit im Dienste der Menschen vor Ort

Dick Marty, Co-Präsident des Initiativkomitees erklärt: «Unsere Initiative fordert eine Selbstverständlichkeit. Es ist ein zentraler Grundsatz unserer Gesellschaft und unseres Rechtstaates, dass alle Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Und dass, wer einen Schaden anrichtet, auch dafür geradestehen muss.»

Nichtregierungsorganisationen, die mit Partnern in Entwicklungsländern arbeiten, wissen, welche zerstörerischen Folgen die Tätigkeiten gewisser Konzerne haben. Chantal Peyer, Vorstandsmitglied der Initiative und Expertin für Menschenrechte und Wirtschaft bei Brot für alle hat in der Demokratischen Republik Kongo die Auswirkungen der Kobalt-Minen Glencores kennengelernt: Verschmutzte Flüsse, verschandelte Landstriche, verletzte Menschen. Peyer betont: «In Ländern mit schwachen Staatsstrukturen werden Menschen, die sich vor Ort wehren, oft bedroht und die Justiz ist korrupt. Deshalb ist es zentral, dass Betroffene hier in der Schweiz Wiedergutmachung verlangen können.»

Mehr zur Konzernverantwortungsinitiative finden Sie hier.

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