Start News Politik Schweizer Treibhausgas-Emissionen im 2019 kaum gesunken

Schweizer Treibhausgas-Emissionen im 2019 kaum gesunken

Der Bund hat die Zahlen zum Treibhausgas-Ausstoss in der Schweiz für das Jahr 2019 veröffentlicht. Die Emissionen sind im Vergleich zum Vorjahr kaum gesunken. Die Zahlen sprechen für sich: Klimapolitisch ist die Schweiz alles andere als vorbildlich.

Die Treibhausgasemissionen der Schweiz sinken weiterhin viel zu langsam. Um die Emissionen langfristig zu reduzieren, braucht es einen gezielten und geordneten Umbau unseres auf fossilen Energien beruhenden Wirtschaftssystems. Die Technologien dazu existieren bereits, doch müssen wir diese auch einzusetzen. Genau dies ermöglicht das CO2-Gesetz, betont der WWF Schweiz in einer Medienmitteilung.

Zitat von Patrick Hofstetter, Klimaschutzexperte beim WWF Schweiz:

“Das neue CO2-Gesetz weist den Weg zu einem wirkungsvollen Klimaschutz. Es macht es für alle einfacher und attraktiver, sich schrittweise aus der Abhängigkeit klimaschädlicher Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas zu befreien.” 

2019 ist der Treibhausgasausstoss in der Schweiz um rund 0,3 Millionen Tonnen gegenüber 2018 gesunken. Grund dafür ist die leicht verbesserte Energieeffizienz von Gebäuden und den endlich zunehmenden Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch Wärmepumpen und erneuerbare Energien. Gemäss Gesetz müsste die Reduktion jedoch rund 1 Millionen Tonnen pro Jahr betragen. Um vor 2050 auf Netto-Null zu kommen, ist eine jährliche Reduktion von rund 2 Millionen Tonnen nötig. Damit ist klar: Die Schweiz ist im Klimaschutz alles andere als ein Musterschüler. Kaum ein Land in Europa hat weiterhin so viele Ölheizungen und setzt Jahr für Jahr eine so verbrauchsintensive Neuwagenflotte auf die Strasse. Schweizerinnen und Schweizer steigen doppelt so häufig ins Flugzeug wie die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Nachbarländer. Die Schweiz hat es mit den bisherigen Instrumenten nicht geschafft, ihre Emissionen seit 1990 so stark zu senken, wie sie sich das als Ziel gesetzt hat. Es braucht neue und griffige Massnahmen.

Gegen alle Erwartungen ist trotz des Covid-19-Effekts keine Reduktion der Treibhausgasemissionen in Sicht. Aktuelle Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigen, dass die weltweiten CO2-Emissionen im Dezember 2020 wieder um zwei Prozent höher lagen als im Vorjahresmonat. Um eine nachhaltige Reduktion der Treibhausgasemissionen zu erreichen, braucht es eine griffige Klimapolitik, welche einen gezielten und geordneten Umbau unseres auf fossilen Energien beruhenden Wirtschaftssystems ermöglicht. Auch in der Schweiz.

CO2-Gesetz als nächster, wichtiger Schritt

Wärmedämmung, Ausbau von Ladestationen für E-Autos und Ersatz von alten Ölheizungen mit Wärmepumpen, Fernwärme oder Holzheizungen: Genau diesen Umbau ermöglicht das neue CO2-Gesetz, welches am 13. Juni an die Urne kommt. Das Gesetz ist ein ausgewogener Mix von Klimaschutzmassnahmen. Neu ziehen alle Sektoren (Gebäude, Industrie, Mobilität, Finanzplatz) mit und leisten ihren Beitrag zu mehr Klimaschutz. Geplant ist damit eine Reduktion der Treibhausgasemissionen bis ins Jahr 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990. Der WWF engagiert sich zusammen mit einer breiten Allianz für das Gesetz.

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