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Der Valentinstag im Zeichen der Turteltauben

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Die Turteltauben stehen für Glück, Liebe und Frieden – und sind deshalb am Valentinstag ein oft anzutreffendes Symbol. Doch die echten Turteltauben (Streptopelia turtur) sind derzeit in einer unglücklichen Situation. Aufgrund der industrialisierten Landwirtschaft und der Wilderei verschwinden sie aus vielen Teilen der Schweiz und ganz Europas. Die global gefährdete Art ist weltweit auf der Roten Liste.

Am heutigen 14. Februar wird wieder besonders viel geturtelt. Die Turteltaube hingegen, die am Ursprung der entsprechenden Redewendung steht, scheint vom Glück verlassen zu sein. Seit 1980 sind die Bestände in Europa um etwa 80% eingebrochen. Auch in der Schweiz ist ein starker Rückgang festzustellen.

Drei Gründe werden für den starken Rückgang der Turteltauben angegeben. Erstens wird ein Verlust oder eine Abwertung der Lebensräume festgestellt, insbesondere in den Brutgebiete aber auch in den Durchzugs- und Überwinterungsgebieten. Zweitens sind Turteltauben Opfer der illegalen Jagd – als Langstreckenzieherinnen verbringen sie den Winter in Afrika und sind auf dem Zugweg durch Wilderei bedroht. Und drittens sorgt auch die legale, aber nicht nachhaltige Jagd, für einen Rückgang der Bestände.

Der wichtigste Grund sei aber der Verlust an geeigneten Lebensräumen im Brutgebiet, so BirdLife Schweiz. Durch die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft gibt es weniger Nahrung für die Turteltauben. Turteltauben ernähren sich von Sämereien. Noch vor einigen Jahren waren auf ungeteerten Wegen im Kulturland zahlreiche Pflanzenarten zu finden. Auf den Äckern wuchs die sogenannte Ackerbegleitflora, eine reichhaltige Gruppe von wertvollen Pflanzen, die heute fast vollständig aus unserem Kulturland verschwunden ist. Herbizide und die häufige Bearbeitung des Bodens mit Landmaschinen machen diesen Pflanzen das Überleben beinahe unmöglich – und wirken sich so auch negative auf viele Agrar-Vogelarten aus.

Mehr Lebensraum für die Turteltauben

Die Turteltaube braucht blüten- und samenreiche Flächen mit lückiger Vegetation, unterhalb von 500 m. ü. M. Doch gerade im Ackerland ist der Anteil an Biodiversitätsförderflächen besonders gering. Wiesen und Weiden wurden in der vergangenen Jahren immer monotoner, dadurch sind wichtige Lebensräume der Truteltauben verschwunden.

BirdLife Schweiz wirkt auf mehreren Ebenen, um diesem Verlust entgegenzuwirekn. Zum einen fordern sie politische Massnahmen: Da die Förderung der Biodiversität für die LandwirtInnen derezit finanziell wenig attraktiv ist, sollen diese besser für Leistungen zugunsten der Biodiversität und der Umwelt entschädigt werden.

Anderseits hat BirdLife Schweiz auch gemeinsam mit engagierten Landwirten und Landwirtinnen erste Massnahmen ergriffen, geeignete Flächen für die Nahrungssuche von Turteltauben neu anzulegen, Hecken zu pflanzen, oder die bestehenden Elemente zu verbessern.

©Michael Gerber

Was kann ich tun?

Besitzen Sie Ackerland im Grossen Moos (Bern und Freiburg), im Kanton Genf oder in der Magadinoebene (Tessin)? Sprechen Sie mit IhreR PächterIn, ob er/sie auf mindestens einer halben Hektare eine reiche Ackerbegleitflora als Futter für die Turteltaube anbauen würde.

Vielleicht verzichten Sie am heutigen Valentinstag auch auf den Kauf einer Rose für IhreN LiebsteN und unterstützen stattdessen die Arbeit von BirdLife Schweiz. Damit erhöhen Sie die Chancen, dass die Turteltaube noch lange Zeit als Symbol des Valentinstags bestehen kann.

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