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Die Pärke der Schweiz

Insgesamt 20 Pärke von nationaler Bedeutung zählt die Schweiz. Neben dem Schweizerischen Nationalpark im Engadin, dem wohl bekanntesten Park hierzulande, gibt es 19 weitere Pärke, die mit unvergesslichen Naturerlebnissen locken. Wo sich diese befinden, welche Aufgabe sie erfüllen und wie man sich bei einem Besuch richtig verhält verraten wir hier.

Der Nationalpark im Bündnerland wurde 1914 errichtet und blieb lange Zeit der einzige Naturschutzpark der Schweiz. Dies änderte sich mit der Teilrevision des Bundesgesetzes über Natur- und Heimatschutz (NHG) im Jahr 2007. Seither entwickeln sich schweizweit immer mehr Parkprojekte. Es wird zwischen vier Parkkategorien unterschieden. Dabei ist der Schweizerische Nationalpark ein Spezialfall, weil er sich auf eine eigene Gesetzgebung abstützt (Nationalparkgesetz). Die übrigen drei Parkkategorien unterstehen der Pärkeverordnung (PäV), welche durch besagte Teilrevision des NHG in Kraft getreten ist. Sie soll es ermöglichen, Naturschutz und Wirtschaftsförderung miteinander zu verbinden. Die PäV unterscheidet zwischen dem Nationalpark der neuen Generation, dem Regionalen Naturpark und dem Naturerlebnispark. Im Grundsatz geht es bei allen Parkkategorien um dasselbe: wertvolle Natur- und Kulturlandschaften zu erhalten und zu pflegen. In der Umsetzung weisen die Parkkategorie aber deutliche Unterschiede auf. So sind Regionale Naturpärke vor allem auf die Vernetzung in- und ausserhalb der Region ausgerichtet, der Nationalpark und Naturerlebnispärke legen einen grösseren Fokus auf Naturschutz und Naturerlebnisse. Insgesamt können die Pärke als Modellregionen der nachhaltigen Entwicklung gesehen werden, da sie ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele verbinden. Überdies sind sie ideale Ausflugsziele für Gross und Klein und warten mit wunderschönen Landschaften und lebendigen Traditionen auf ihre Besucherinnen und Besucher.

Schweizerischer Nationalpark

Der Schweizerische Nationalpark ist ein Wildnisgebiet im Engadin. Er erfüllt die strengsten Normen, die es für Schutzgebiete gibt. Der Park verfolgt drei Ziele: Naturschutz, Forschung und Information. Die Natur wird auf rund 170 km2 ihrer uneingeschränkten Entwicklung überlassen. Das heisst aber nicht, dass keine Besucherinnen und Besucher erwünscht sind. Es führen markierte Fusswege durch das Gebiet, auf denen man den Park bewandert werden kann. Wer einen Feldstecher besitzt, sollte diesen unbedingt auf den Nationalparkbesuch mitnehmen, da ein solcher die Chance erhöht, von den markierten Wegen aus Wildtiere beobachten zu können.

Dos

  • Den Feldstecher mitnehmen
  • Tiere von den markierten Wegen aus beobachten
  • Informationstafeln beachten
  • Sich ruhig verhalten
  • Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen

Don’ts

  • Die markierten Wege verlassen
  • Naturgegenstände nach Hause nehmen
  • Feuer machen
  • Abfälle liegen lassen
  • Tiere mitführen
  • In der Natur übernachten (auch nicht im Auto entlang der Ofenpassstrasse)

Nationalpark der neuen Generation

In dieser Parkkategorie gibt es in der Schweiz aktuell kein Projekt. Ähnlich wie beim Schweizerischen Nationalpark gäbe es auch im Nationalpark der neuen Generation einen Bereich, in dem menschliche Aktivitäten stark eingeschränkt wären. In diesem Bereich würde die Natur grösstenteils sich selbst überlassen. Anders als im Nationalpark im Engadin gäbe es aber um dieses eingeschränkte Gebiet eine Umgebungszone, in der nachhaltige wirtschaftliche Aktivitäten erwünscht wären. Diese Zone hätte überdies eine Art Pufferfunktion, um negative Einflüsse von der gut geschützten Kernzone fernzuhalten.

Regionaler Naturpark

Der regionale Naturpark erstreckt sich über weite, ländliche Gebiete, die teilweise besiedelt sind. Diese Gebiete zeichnen sich durch hohe Natur- und Landschaftswerte sowie durch eine einzigartige Qualität der Kulturlandschaft mit bedeutungsvollen Kulturstätten aus. Die Gesetzgebung ist bei Regionalen Naturpärken deutlich weniger restriktiv als beim Nationalpark. Doch auch hier ist das oberste Ziel, die Natur und schützenswerte Lebensräume zu erhalten und/oder aufzuwerten. Im Gegensatz zum Nationalpark richten Regionale Naturpärke ein grösseres Augenmerk auf die nachhaltige Wirtschaft. Zudem sind sie stark touristisch und pädagogisch ausgerichtet, weshalb sie sich ideal als Ausflugs- oder Urlaubsziel eignen.

Beispiel Regionaler Naturpark Schaffhausen

Die Natur- und Kulturlandschaft in der Region Schaffhausen ist einzigartig und schützenswert. Im Rahmen des Naturparks Schaffhausen soll die Zusammenarbeit und Vernetzung im und um das Parkgebiet gefördert werden. Der Naturpark Schaffhausen lockt mit diversen touristischen Angeboten wie Wanderungen, Führungen, Exkursionen, Kutschenfahrten und Museen. Aber auch die Natur kommt nicht zu kurz. So werden verschiedene Projekte zur Artenförderung, zum Gewässerschutz und zur Förderung erneuerbaren Energien in der Region umgesetzt. Zu sehen gibt es unter anderem zahlreiche Ortsbilder und Kulturgüter von nationaler oder regionaler Bedeutung und verschiedene Gebiete des Bundesinventars für Landschaft- und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung.

Naturerlebnispark

Ein Naturerlebnispark ist ein Naherholungsgebiet in der Nähe von Agglomerationen und deshalb mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Wie der Nationalpark der neuen Generation ist er unterteilt in zwei Zonen: In die Kern- und die Übergangszone. In der Kernzone muss die freie Entwicklung der Natur gewährleistet werden.

Dos und Don’ts in der Kernzone

Do:

  • Hunde an die Leine nehmen
  • Die intakte Natur in nächster Nähe zur Agglomeration geniessen
  • Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Verbote befolgen

Don’t:

  • Andere Tiere mitführen als Hunde an der Leine
  • Die markierten Wege verlassen
  • Naturgegenstände nach Hause nehmen
  • Mit motorisierten Fahrzeugen in die Kernzone fahren
  • Abfälle liegen lassen
  • Feuer machen
  • In der Natur übernachten

Die Übergangszone soll Naturerlebnisse ermöglichen und dient gleichzeitig als Puffer für die Kernzone. Hier sind die Regelungen weniger einschränkend als in der Kernzone und der Fokus liegt auf der Sensibilisierung und Bildung der Besucherinnen und Besucher.

Dos und Don’ts in der Übergangszone

Do:

  • Das Angebot an Naturerlebnissen nutzen
  • Markierte Feuerstellen nutzen
  • Verbote befolgen

Don’t:

  • Naturgegenstände nach Hause nehmen
  • Abfälle liegen lassen

Dadurch, dass Naturerlebnispärke nicht weiter als 20 km von einem Agglomerationskern liegen dürfen, gut mit dem ÖV erreichbar sein müssen und diverse Umweltbildungsangebote und andere Naturerlebnisse bereitstellen, eignen sie sich perfekt für die schnelle Naherholung.

Beispiel Naturerlebnispark Sihlwald

Mitten im Ballungsraum Zürich liegt der Wildnispark Zürich Sihlwald. Er umfasst ein Besucherzentrum, ein Restaurant, ein Naturmuseum sowie eine Aussenanlage und den Sihlwald inklusive Walderlebnispfad. Der Sihlwald ist ein rund 1100 ha grosser Buchenwald und verkörpert das für das Schweizer Mittelland seltene Beispiel eines ursprünglichen Waldes. Totholz, Baumriesen, kleine Bäume, junge Bäume… Die Waldstruktur im Sihlwald ist extrem vielfältig und dynamisch. Dies macht ihn zum idealen Lebensraum für diverse und teilweise seltene Lebewesen. Wer Glück hat, kann beispielsweise Feuersalamander, Wasseramseln oder Gelbbauchunken beobachten. Besucherinnen und Besucher haben die Möglichkeit den Wald auf eigene Faust zu entdecken, können aber auch von diversen Veranstaltungen, wie geführten Exkursionen, Vorträgen oder Kursen Gebrauch machen.

Die Dos und Don’ts der verschiedenen Parkkategorien sind nicht abschliessend. Informieren Sie sich vor einem Besuch direkt beim jeweiligen Park oder bei der Dachorganisation «Netzwerk Schweizer Pärke» über Verhaltensweisen und Angebote im Park.

Karte der Schweizer Pärke

Die Interaktive Karte des «Netzwerk Schweizer Pärke» bietet eine Übersicht über alle 20 Pärke in der Schweiz mit direktem Link zum jeweiligen Porträt des Parks.

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