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Klimastreik präsentiert Klima-Aktionsplan

Gestern stellte der Klimastreik zusammen mit Expertinnen und Experten einen über 350-seitigen Plan vor. Dieser zeigt auf, wie die Schweiz bis 2030 netto null Treibhausgasemissionen erreichen kann. Der Plan umfasst unter anderem ein Verbot von fossilen Brennstoffen, eine Solarpflicht, ein Werbeverbot und die Anerkennung der Klimakrise als Fluchtgrund.

Der Klima-Aktionsplan ist mit 377 Seiten und 138 Massnahmen ein stattliches Dokument. Er wurde im letzten Jahr von Klimastreikenden sowie Expertinnen und Experten gemeinsam erarbeitet. Gestern stellten sie ihren Plan an einer digitalen Pressekonferenz vor. Sie betonten, dass sie sich zur Schaffung des Aktionsplans gezwungen sahen, da die institutionelle Politik immer noch keinen adäquaten Plan zur Lösung der Klimakrise vorzuweisen hat. 

«Mit dem Klima-Aktionsplan zeigen wir, dass eine andere Welt möglich ist. Unser Plan beinhaltet die wichtigsten ökologischen und sozialen Massnahmen für einen raschen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Wir haben noch Zeit, das Steuer herumzureissen, doch wir müssen jetzt beginnen», meint die Klimastreikende Lena Bühler. 

Was auffällt: Der Plan setzt neben augeklügelten technischen Massnahmen auch auf gesellschaftliche Veränderungen wie Ausbildungsprogramme für Arbeiterinnen und Arbeiter oder die Priorisierung von Menschenrechten und Klimaschutz bei Freihandelsabkommen. «Klimaschutz hat einen Einfluss auf alle Bereiche der Gesellschaft. Deshalb war es uns bei der Erarbeitung des Plans wichtig, die gesellschaftlichen und sozialen Folgen ebenfalls zu berücksichtigen, um einen gerechten Wandel zu ermöglichen», erklärt Beat Ringger, Mitautor des Klima-Aktionsplans. 

Die Massnahmen würden definitiv das gesellschaftliche Leben umkrempeln. Anstelle von Werbung sollten wir Kunst oder Bildungsbeiträge bestaunen. In der Vision zeichnet der Aktionsplan das Bild einer autofreien Stadt, in der die Menschen sich primär zu Fuss, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen. Fossile Heizungssysteme werden ersetzt und auf den Bau neuer Gebäude gilt bis 2030 ein Moratorium. Der Plan greift das Konzept der Care-Gesellschaft auf, da diese Tätigkeiten klimafreundlicher sind als andere Arten der Beschäftigung. So sollten beide Elternteile je ein Jahr Elternzeit nach der Geburt eines Kindes haben. 

Der Klimastreikende Matthias Hafner meint: «Der realitätsfernen Politik von Parlament und Bundesrat stellen wir einen pragmatischen, umsetzbaren Klimaplan gegenüber, der sozial gerecht ist. Die im Plan enthaltenen Massnahmen bilden das Fundament einer Gesellschaft, die das Wohlbefinden aller Menschen ins Zentrum stellt. Der Schlüssel zu einer klimagerechten Welt ist dieser Klima-Aktionsplan.» Die heutig präsentierte Version des Aktionsplans sei aber nicht die finale: «In Klimaversammlungen, Gesprächen mit verschiedensten Organisationen, Gewerkschaften und der Öffentlichkeit aber auch im Austausch mit Direktbetroffenen werden wir den Klima-Aktionsplan weiterentwickeln. Dieser Plan sollte zu einem gemeinsamen Produkt unserer Gesellschaft werden», sagt Anja Kollmuss, Mitautorin des Klima-Aktionsplans

Der ganze Plan kann unter folgendem Link eingesehen werden: climatestrike.ch/cap

2 Kommentare

  1. Sie schreiben, die Massnahmen würden definitiv das gesellschaftliche Leben umkrempeln. Und: Dieser Plan sollte zu einem gemeinsamen Produkt unserer Gesellschaft werden», sagt Anja Kollmuss, Mitautorin des Klima-Aktionsplans.
    Nun, wenn das alle Menschen und tiefgreifend betrifft, warum ist es dann offensichtlich sehr schwierig, Kontakt zur Klimabewegung zu finden, sich als Betroffener (wie etwa ich) zu beteiligen, einzubringen bei dieser Gestaltungs-Findung? Müsste es dann nicht eine basisdemokratische Drehscheibe geben, wo JEDE:R mitmachen kann auch bei der Planung, nicht nur als brav Auszuführender?

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