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Wolf wegen Verdacht auf Hybridisierung erlegt

Ende Januar wurde im Wallis ein sehr dunkel gefärbter Wolf von Wildhütern erlegt, weil er für ein Wolf-Hund-Hybrid gehalten wurde. Nun zeigen aber die Analysen, dass diese Vermutung falsch war: Beim erlegten Tier handelt es sich um einen genetisch reinen Wolf.

Die Präsenz des schwarzen Wolfes wurde im Herbst 2021 bestätigt, als er in private Fotofallen tappte und deren Aufnahmen in den Sozialen Medien auftauchten. Seither war er auf dem Schirm der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis. Fachleute von Kanton, Bund und der Stiftung Raubtierökologie und Wildtiermanagement (KORA) vermuteten, dass es sich bei dem auffallend dunkel gefärbten Tier um einen Wolf-Hund-Mischling handeln könnte. Bei solchen Hybridiesierungen besteht die Gefahr, dass sie die genetische Integrität der Wolfspopulation gefährden und die Vielfalt der einheimischen Arten bedrohen. Deshalb müssen sie laut der eidgenössischen Jagdverordnung aus der Wildbahn entfernt werden. Ende Januar wurde der vermeintliche Hybrid in Absprache mit dem BAFU und KORA dann auch geschossen. Nun zeigen genetische Untersuchungen des Tierspitals Bern, der Universität Lausanne sowie des Zentrums für Wildtiergenetik in Gelnhausen (D), dass es sich bei dem Tier um einen genetisch reinen Wolf handelte. Dies berichtete der Kanton Wallis in einer Medienmitteilung.

Die Gruppe Wolf Schweiz (GWS) reagierte auf die Medienmitteilung mit einer Stellungnahme. Der Fall im Wallis mache deutlich, dass es schwierig sei, Hybriden allein aufgrund optischer Merkmale zu erkennen. Auch die GWS habe das Tier aufgrund seines Aussehens als Wolf-Hund-Hybriden eingeschätzt und kann daher das Vorgehen der Behörden nachvollziehen. Insbesondere beim Vergleich des Tieres mit Fotos von bestätigten Hybriden aus anderen europäischen Ländern konnte eine markante Übereinstimmung festgestellt werden. Künftig ist es daher wichtig, das Wolfsmonitoring auch auf das Erkennen von Hybriden auszurichten. Mit den angewandten modernen genetischen Methoden sei dies, gemäss der GWS, gewährleistet.

Fast im ganzen Verbreitungsgebiet des Wolfes kommt es zu Paarungen zwischen Wölfen und Hunden – und damit zu Hybriden. Die Häufigkeit solcher Hybridisierungen ist dabei stark von der Präsenz verwilderter Hunde abhängig. Da es im Alpenraum praktisch keine verwilderten Hunde gibt, sei die Hybridisierung in diesem Gebiet bisher die absolute Ausnahme, erläutert die GWS. Auch international sei das Phänomen sehr selten. Einzelne Fälle aus Frankreich, Italien und Slowenien seien jedoch bekannt, weshalb sich die Einwanderung einzelner Hybride in die Schweiz nicht ganz ausschliessen lässt. Die gelegentlich verbreitete Behauptung aber, viele Schweizer Wölfe seien Hybriden, lässt sich mit dem Walliser Beispiel klar widerlegen. Auch gebe es keine Beweise dafür, dass Hybriden für Menschen und Nutztiere eine grössere Gefahr darstellten als reine Wölfe. Das Verhindern von Hybridisierungen sei demnach nur aus Artenschutzgründen nötig.

5 Kommentare

  1. Kann man eine Hybridisierung nicht ohne Erschiessen des Tieres feststellen?
    Man kann mit Betäubungsgewehren arbeiten, scheint aber hierzulande kein Thema zu sein.
    Lieber abknallen, dann schauen ob man richtig oder falsch lag.
    Unsere ewige Angst vor möglicherweise gefährlichen Tieren ist so gross, dass wir in der Schweiz maximal Luchse beherbergen können. Alles darüber hinaus macht bei uns Schweizern soviel Aufsehen, Aufruhr und Angst, dass ich keine Chance für uns Schweizer seher jemals fähig zu sein mit grossen, starken Wild-Tieren zu leben. Die Kanadier könnens, scheint als wären die nicht so grosse Hosenscheisser wie wir.

  2. Fotofallenbilder und blosse Sichtungen reichen zur Identifzierung nicht aus, DNA-Proben aus Kot, Urin oder Fellhaaren schon. Sammeln einschicken, bestimmen, fertig. Dass auch der europäische Grauwolf mal sehr dunkel ausfällt ist nichts ungewöhnliches. Einfach bei der Wildhut in Südtirol mal Fotos anfordern.

  3. Auch die Walliser werden’s irgendwann lernen (müssen), dass man mit dem Wolf viel konstruktiver umgehen kann (als immer nur abknallen), nota bene letztlich zum eigenen Vorteil 😉

  4. unglaublich, dass niemand auf die Idee gekommen ist, denn Wolf zu betäuben, um festzustellen ob es ein Hybrid ist oder nicht!

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