Start News Natur Die Schweiz hat nur wenige «Gewässerperlen»

Die Schweiz hat nur wenige «Gewässerperlen»

Der WWF Schweiz hat besonders naturnahe, artenreiche sowie schützenswerte Flüsse und Bäche mit dem Prädikat «Gewässerperle» versehen. Insgesamt tragen 64 Schweizer Fliessgewässer diesen Titel.

3.6 Prozent der Fliessgewässer sind «Gewässerperlen»

Mithilfe von externen Fachbüros hat der WWF Schweiz die Schweizer Flüsse auf den Prüfstand gestellt, um zu bestimmen, welche Gewässerabschnitte noch in gutem Zustand und dementsprechend besonders schützenswert sind. Als Anhaltspunkt zur Bewertung dienten die ökologischen Ziele, die in der Schweizer Gewässerschutzverordnung festgehalten wurden: Demzufolge wurden artenreiche, unverbaute, gut vernetzte Gewässer mit intaktem Einzugsgebiet – sprich es sind keine Staudämme oder Anlagen, die Wasser abziehen, vorhanden – als äusserst wertvoll eingestuft und mit dem Prädikat „Gewässerperle“ versehen. Die „Gewässerperlen“ machen weniger als vier Prozent aller Schweizer Fliessgewässer aus, dennoch sind sie aus ökologischer Sicht sehr bedeutungsvoll: «Die Mehrheit dieser Gewässer sind richtige «Biodiversitäts-Hotspots», also wichtige Rückzugsgebiete für die gefährdeten Wasserbewohner. Ihre Lebensräume sollen erhalten bleiben, sich weiterentwickeln und entfalten können», sagt Lene Petersen, Projektleiterin Gewässerschutz beim WWF Schweiz.

Auf der unten stehenden Karte sehen Sie eine Übersicht der «Gewässerperlen» sowie der Einstufung der restlichen grösseren Fliessgewässer.

Alle Gewässer Biodiversität-Hotspots sind auf der Karte verzeichnet.
Auf der Karte sind alle 64 Gewässerperlen (schwarze Punkte) vermerkt. Die Einfärbung gibt zudem wieder, als wie wertvoll die Gewässer eingeschätzt werden (rot=äusserst wertvoll; orange=sehr wertvoll; gelb=wertvoll; hellgrün=mässig wertvoll; blau=bedingt wertvoll). © WWF Schweiz

Spezieller Schutz für «Gewässerperlen»

Mit der Ernennung der «Gewässerperlen», möchte sich der WWF Schweiz auch zu deren Schutz verpflichten und ein längerfristiges Bestehen gewährleisten. Denn wie Petersen betont, sei der Handlungsbedarf gross. Nur einige wenige Gewässerperlen hätten einen ausreichenden Schutz. Da es sich bei den «Gewässerperlen» um die letzten unverbauten Flussläufe handelt, ist es zudem zentral, diese vor zukünftigen Beeinträchtigungen zu schützen. Ein Mittel zu diesem Zweck sei nach Einschätzung von Petersen ein Verschlechterungsverbot, wie es die EU bereits kenne.

Die Goldach in der Ostschweiz.
Die Goldach in der Ostschweiz zählt ebenfalls zu den „Gewässerperlen“ und bedarf dementsprechend zusätzlichem Schutz. © Lukas Bammatter, via WWF

Schweizer Flüsse in schlechtem Zustand

Der WWF Schweiz konnte mit seinen Untersuchungen einerseits die Fliessgewässer-„Hotspots“ identifizieren und andererseits die enormen ökologischen Defizite bei einer Vielzahl unserer Flüsse und Bäche aufzeigen: Nur jedes fünfte Fliessgewässer wird den Bestimmungen der Gewässerschutzverordnungen gerecht. Dies spiegelt sich auch in den Roten Listen wieder, wo die Bewohner von Fliessgewässern besonders „gut“ vertreten sind. So sind mehr als die Hälfte der Schweizer Fischarten, auf der Roten Liste zu finden.

Weitere Informationen können Sie der originalen Medienmitteilung des WWF Schweiz entnehmen.

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