Was wäre, wenn Unternehmen nicht nur ihre eigenen Emissionen senken, sondern ganze Regionen widerstandsfähiger machen könnten? Das neue «Climate & Nature Collective» des WWF macht genau das möglich, indem es Klimaschutz, Naturschutz und soziale Verantwortung zusammen denkt. Erste Partnerin bei der Lancierung ist Coop.
Das Collective verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der Klimaschutz, Biodiversität und soziale Aspekte in Projekten verbindet, die ganze Regionen stärken. Statt auf Einzelaktionen setzt es auf gemeinsame Finanzierung mehrerer Partner, um dort Wirkung zu erzielen, wo Klima, Natur und Menschen gleichermassen profitieren. Transparenz und Wirkung werden durch ein robustes Monitoring- und Reportingsystem gewährleistet.
Das Konzept
Das Climate & Nature Collective ist ein neues Angebot des WWF für Unternehmen, die über die eigene Wertschöpfungskette hinaus Verantwortung übernehmen wollen. Viele Firmen möchten neben der Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen einen weitergehenden und wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Genau hier setzt das Collective an: Es ermöglicht Unternehmen, gemeinsam Projekte zu finanzieren, die Klima, Natur und Menschen stärken – und das in Regionen, die ökologisch besonders wertvoll sind.
Warum dieser Ansatz?
Thomas Vellacott, CEO des WWF Schweiz, betont die Notwendigkeit dieses Ansatzes: «Die grossen Herausforderungen unserer Zeit – Klimawandel und Naturverlust – sind oft eng miteinander verbunden und treffen häufig diejenigen am stärksten, die am wenigsten dazu beigetragen haben.» Im Bereich Klimafinanzierung braucht es somit Lösungen, die Klimawandel, Naturverlust und die Situation der davon betroffenen Menschen gesamthaft angehen. Weil Einzelmassnahmen oftmals zu kurz greifen, verfolgen die Projekte des Collective einen sogenannten «Landscape Approach»: Statt isolierte Massnahmen umzusetzen, betrachtet der WWF ganze Regionen und entwickelt gemeinsam mit relevanten Stakeholdern Lösungen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte verbinden.
Das Beispiel Naivasha
Das Gebiet um den Naivasha-See in Kenia ist eine solche Region. Der See ist ein ökologischer Schatz und zugleich Einkommensquelle für viele Menschen. Doch Rodungen der umliegenden Wälder bedrohen das fragile ökologische Gleichgewicht – es kommt zu Überflutungen, die die Menschen vor Ort treffen, und Sedimenteinträgen, die den See verschmutzen.
Das Collective setzt hier auf Wiederaufforstung, Wasserschutz und Einkommensförderung für lokale Gemeinschaften. Über 1’200 Kleinbauern wurden in Vorphasen des Collectives bereits einbezogen und erhielten durch nachhaltige Landnutzung sowie die Aufzucht und das Pflanzen von Bäumen ein zusätzliches Einkommen. So entstehen Vorteile für Natur und Menschen – und die Region wird widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen.
Die Projekte werden von den Fachleuten vor Ort konzipiert und mit den lokalen Gemeinschaften umgesetzt. Der WWF ist schon seit vielen Jahren in diesem Gebiet aktiv. Durch die engen Beziehungen zur lokalen Bevölkerung können ihre Bedürfnisse sehr genau erfasst und im Projekt berücksichtigt werden. Weil sie selbst von diesen Massnahmen profitieren, sind die Menschen vor Ort motiviert, die Massnahmen eigenständig voranzutreiben und weiterzuentwickeln. Damit wird eine langfristige Wirkung sichergestellt.
Neben Kenia sind auch Projekte in wertvollen ökologischen Gebieten in Kolumbien, Vietnam und Ecuador Teil des Collectives. Diese haben je nach regionalen Gegebenheiten Wiederaufforstung, Waldschutz, nachhaltige Landnutzung sowie Mangrovenschutz im Fokus.
- Webseite Climate and Nature Collective
- Whitepaper hier




