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Tourismus nach Corona: Erholung vor eigener Haustüre statt Grossprojekte in den Alpen

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Ein Paradigmenwechsel im Tourismus ist dringend nötig: Die Corona-Pandemie hat verdeutlicht, wie anfällig und zukunftslos der auf die Fernmärkte ausgerichtete Massentourismus ist. Touristische Grossprojekte, welche Natur und Landschaft zerstören, dürfen nicht weiter gefördert werden. Ein sanfter Tourismus im Mittelland schützt die Umwelt und entlastet den Alpenraum. Das diesjährige «Feuer in den Alpen» der Alpenschutzorganisationen CIPRA, Mountain Wilderness und der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz findet deshalb am 8. August nicht in den Alpen statt, sondern mit Blick auf die Alpen auf dem Bantiger.

Ein sanfter Tourismus im Mittelland schützt die Umwelt

Der Ort für das «Feuer mit Blick auf die Alpen» liegt nur sieben Kilometer vom Zentrum von Bern entfernt. Der Bantiger ist ein grosses, wildes Naherholungsgebiet. «Wir wollen damit auf den positiven Erfahrungen aus dem Lockdown aufbauen: Die Menschen haben die Schönheiten in ihrem Wohnumfeld wiederentdeckt», erklärt Franziska Grossenbacher von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz. Wenn sich die Leute vor der eigenen Haustüre erholen können, verreisen sie weniger oft. Dies wirkt sich positiv auf die Umweltbilanz aus, denn 80% der CO2- Emmissionen im Tourismus gehen zu Lasten der Anreise. Gleichzeitig werden dadurch die hochfrequentierten Tourismusorte in den Voralpen und Alpen entlastet. Auch im Mittelland muss dem Erholungsdruck Beachtung geschenkt werden. Wichtig ist, die Besuchenden auf ein respektvolles Verhalten hinzuweisen.

Touristische Grossprojekte haben ausgedient

Ein Umdenken ist dringend nötig: Tourismusdestinationen, die ihre kostspielige Infrastruktur mit einer möglichst hohen Besucherfrequenz amortisieren müssen, leiden am meisten unter der Corona-Pandemie und der Klima-Krise. Die Förderung von touristischen Grossprojekten, welche die Natur und Landschaft zerstören, ist nicht zeitgemäss. Es kann heute nicht mehr darum gehen, immer mehr Leute immer schneller in und auf die Berge zu bringen. «Die letzten Gebiete mit hoher Wildnisqualität im Alpenraum müssen erhalten werden», sagt Sebastian Moos von Mountain Wilderness. Ein weiteres quantitatives Wachstum mit Blick auf die Fernmärkte ist nicht zukunftsfähig und zerstört letztlich die Grundlagen eines erfolgreichen, qualitativ hochstehenden Tourismus.

Feuer in den Alpen

Jeweils am zweiten August-Wochenende brennen die «Feuer in den Alpen». Seit 32 Jahren treffen sich Aktive bei den traditionellen Höhenfeuern im gesamten Alpenraum von Slowenien bis in die Schweiz. Mit den solidarischen Feuern wird alljährlich ein eindrückliches Zeichen gesetzt für die Erhaltung des natürlichen und kulturellen Erbes des Alpenraums. Dieses Jahr mahnen sie an den Schutz von Räumen hoher Natur- und Landschaftsqualität vor zerstörerischen Grossprojekten und an die Bedeutung der Naherholung. Weitere Informationen finden Sie hier.

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