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Schweizer Landwirtschaft soll klimafreundlicher werden

Wichtige Akteure wollen die landwirtschaftliche Produktion in Zukunft klimafreundlicher gestalten. Die IG Detailhandel, der Schweizer Bauernverband und der WWF haben eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.

Die Mitglieder der IG Detailhandel Schweiz (Coop, Denner und Migros) haben den Runden Tisch «Klimamassnahmen in der Landwirtschaft» initiiert. Daraus ist eine Absichtserklärung entstanden, die am 14. Juli 2025 verabschiedet wurde, wie die Organisation in einer Mitteilung schreibt. Sie markiert einen wichtigen Schritt, um die Klimaziele zu erreichen. So sollen Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette in der Schweiz reduziert werden. Aktuell werden rund 16% der klimaschädlichen Emissionen in der Schweiz durch die Landwirtschaft verursacht.

Die Absichtserklärung intensiviert die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren und bildet eine Grundlage zur Entwicklung eines nachhaltigen Systems auf der Basis des Pariser Klimaschutzabkommens. Für wirkungsvolle Massnahmen in der Landwirtschaft braucht es ein enges Miteinander der gesamten Wertschöpfungskette. Die Unterzeichnung ist ein erstes starkes Signal für die gemeinsame Verantwortung und das Engagement für den Klimaschutz. Die Absichtserklärung besteht aus fünf zentralen Punkten:

  1. Unser Ziel ist die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen Richtung Netto-Null durch Umsetzung von wirkungsvollen Massnahmen, die eine gesamtheitlich nachhaltige Anbaupraxis anstreben, ohne die inländische Produktion zu verringern.
  2. Wir einigen uns auf einheitlich berechnete SBTi (Science Based Targets Initiative) konforme Emissionsfaktoren für alle relevanten Rohstoffe, inkl. periodischer Aktualisierung.
  3. Wir einigen uns auf einen standardisierten Datenaustausch entlang der Wertschöpfungskette.
  4. Wir erarbeiten ein Finanzierungsmodell, welches die Herkunft und Verwendung der Mittel sicherstellt und Marktverzerrungen verhindert.
  5. Die von den Produzenten erbrachten Leistungen (inkl. der vorgängigen Datenerhebungen) werden durch höhere Zuschläge(beispielsweise Richtpreiszuschlag im Milchbereich) am Markt durch die jeweiligen Abnehmer (u.a. Verarbeitung, Handel und Industrie) abgegolten. Diese Abgeltungen werden separat ausgewiesen.


Zu den Unterzeichnern gehört auch der WWF Schweiz – mit gutem Grund, wie Thomas Vellacott, CEO der Organisation, erklärt: «Wir unterstützen diese Initiative, weil sie das Potenzial hat, konkrete Fortschritte für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zu ermöglichen. Entscheidend ist, dass daraus ein gemeinsamer, transparenter und inklusiver Prozess entsteht – mit Wirkung für Klima und Biodiversität.» Gleichzeitig bedauert die Umweltschutzorganisation aber, dass wichtige Akteure, etwa die grossen Detailhändler Lidl und Aldi, fehlen.

Der WWF sieht auch noch weiteren Handlungsbedarf und zählt drei Punkte auf: Erstens sollte die Initiative nicht nur auf Klimamassnahmen fokussieren, sondern auch Natur und Biodiversität explizit integrieren. Die Biodiversität sei in der Schweiz besonders auch wegen der intensiven Landwirtschaft bedroht. Wenn effektiv messbare Klimaschutz-Massnahmen in der Landwirtschaft ergriffen werden, ist das eine ideale Grundlage, um auch Biodiversitätsmassnahmen zu stärken.

Zweitens sollten bestehende Plattformen, die bereits ähnliche Massnahmen im Landwirtschaftssektor zum Ziel haben, gestärkt statt dupliziert werden. Dafür braucht es gemeinsame Standards, offene Schnittstellen und klare Rahmenbedingungen, damit Klimamassnahmen fair, vergleichbar und effektiv umgesetzt werden können. Als positives Beispiel eines solchen bestehenden Ansatzes hebt der WWF AgroImpact hervor. In diesem Projekt engagiert sich der WWF für eine zukunftsfähige Landwirtschaft gemeinsam mit Landwirten, Verbänden und Industrieunternehmen wie Nestlé und Lidl. Klare Governance und Wirkungsmessung prägen dieses Projekt. Als letzter Punkt fordert der WWF Transparenz, Monitoring und eine solide wissenschaftliche Begleitung.

1 Kommentar

  1. Man liest immer wieder: Es gibt Möglichkeiten auf natürliche Weise die Pestizide zu ersetzen.
    Früher wurde ein Jahr dies – das andere Jahr das angepflanzt. Das ist doch auch eine Möglichkeit die Böden am Leben zu erhalten,
    anstatt sie mit Monokulturen auszulaugen, was sie auch anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.

    Deshalb: Machen wir jetzt den «Change»….auf in eine bessere Zukunft in der Landwirtschaft, was weitreichende Auswirkungen hat auf die sonstige Biodiversität! Wir hatten in der Schweiz mehrere gute Möglichkeiten das Ruder in eine andere Richtung herumzureissen – (Trinkwasser, Biodiversität usw.) Dass der Souverän dann nicht merkt, dass es fünf vor zwölf ist, und dazu «Ja» sagt kann man nicht begreifen.

    Denn die Igel/ Vögel finden z.T. kaum noch Insekten – Insektensterben ist aber auch wegen der Lichtverschmutzung. Da muss man auch sofort handeln! Aber nichts geschieht diesbezüglich.

    Und ja: Sofort wo wieder vielfältige Magerwiesen/ Blumeninseln usw. geschaffen werden – kehren sofort die Insekten zurück! die Natur ist dankbar….es ist alles andere als hoffnungslos!

    War halt jetzt etwas viele Themen angeschnitten

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