Start News Aktion Welches ist der unsinnigste Transport?

Welches ist der unsinnigste Transport?

Kefen aus Kenia, Heliskiing in der Schweiz oder Rührstäbchen aus estnischem Holz, die in China verarbeitet wurden? Die Alpen-Initiative hat die Kandidaten für den Teufelsstein, den Preis für den umweltschädlichsten Transport, erkoren. Das Publikum kann online den Sieger bestimmen.

Für das umweltfreundlichste Produkt haben wir Konsumierende täglich die Wahl. Trotzdem sind es vor allem die Anbieter und Anbieterinnen, die Produkte mit möglichst geringem CO2-Fussabdruck anbieten sollten. Mit dem Teufelsstein für den unsinnigsten Transport und dem Bergkristall für das überzeugendste regionale und transportarme Produkt sensibilisiert die Alpen-Initiative seit vielen Jahren die Öffentlichkeit.

Drei besonders absurde Beispiele gibt die Alpen-Initiative jetzt in die Publikumswahl. Sind Kefen, die 6’306 Kilometer weit geflogen sind unsinniger als Helikopterflüge zu den Zermatter Skipisten? Oder macht es noch weniger Sinn, estnisches Holz nach China zu transportieren, damit dort Rührstäbchen hergestellt und wieder nach Europa transportiert werden können? Bis am 4. Oktober können Sie online abstimmen und den Sieger erküren. Die Teufelsstein-Kandidaten und Kandidatinnen 2022 sind:

Coop – Kefen aus Kenia per Luftfracht
Kefen gedeihen wunderbar im Schweizer Freiland. Trotzdem werden sie von vielen Anbietenden vom anderen Ende der Welt importiert. Als einer der grössten Schweizer Detailhändler steht Coop exemplarisch für weit gereiste Kefen. Coop bezieht sie beispielsweise aus Kenia. In der Naivasha-Hochebene geerntet, werden die Kefen von Nairobi nach Zürich geflogen und anschliessend per Bahn und Lastwagen in die Filialen verteilt. Daraus resultiert ein Transportweg von 6’306 km und ein 238 Mal höherer CO2-Ausstoss als beim Transport von Schweizer Kefen.

Swiss Helicopter – Heliskiing
Dieser Alpen-Transport befördert keine Güter, sondern Menschen per Helikopter in Schweizer Skigebiete. Die Folgen bekommen die Alpen in Form von CO2-Emissionen, Lärm oder aufgescheuchten Tieren zu spüren. Das führende Helikopterunternehmen der Schweiz, Swiss Helicopter, bietet Heliskiing-Flüge zu verschiedensten Orten in den Alpen an. Fliegt beispielsweise eine 4er-Gruppe von Belp ins Skigebiet Zermatt und wieder zurück, stösst das pro Person rund 32 kg CO2 aus, 13-mal mehr als die Fahrt einer Person mit dem Zug von Bern nach Zermatt und wieder zurück.

Migros – Rührstäbchen aus estnischem Holz «made in China»
Einige Sekunden gebrauchen, dann wegwerfen: Das ist die traurige Realität von Einwegbesteck. So bietet zum Beispiel die Migros Rührstäbchen aus estnischem Holz an, das zur Verarbeitung nach China verschifft wird. Anschliessend werden die Rührstäbchen mit dem Schiff zurück nach Europa an den Rotterdamer Hafen gebracht, von wo sie per Bahn oder Schiff in die Schweiz gelangen. Dem kurzen Gebrauch gehen 44’442 km Transport und 27 g CO2-Emissionen pro Päckchen voraus. Wenn es schon Einwegbesteck sein muss, dann bitte regionaler oder ganz darauf verzichten.

Vorbildliche Produkte ohne umweltschädliche Transporte

Doch die Alpen-Initiative belohnt auch, wer Transporte vermeidet und die lokale Produktion stärkt. Dafür verleiht sie den Bergkristall. Auch hier entscheidet das Publikum über den Sieger oder die Siegerin. Diese Produkte sind nominiert:

Segelschiff

Atinkana – Kaffee per Segelschiff transportieren
Atinkana zeigt exemplarisch auf, wie der ressourcenintensive Kaffeeanbau und -transport umweltfreundlicher gestaltet werden kann: Das Zürcher Unternehmen transportiert seinen Kaffee einmal im Jahr von Santa Maria, Kolumbien, mit dem Segelschiff über den Atlantik nach Amsterdam. Damit macht es auch auf die grossen Umweltschäden durch die konventionelle Hochseeschifffahrt aufmerksam. Wer Atinkana-Kaffee trinkt, leistet zudem einen Beitrag zur Wiederaufforstung. Mit jedem verkauften Kilo pflanzt Atinkana im Regenwald zwei neue Bäume. Damit wird der intakte Nebelwald wieder hergestellt und die natürliche Bewässerung kann für den Permakultur-Anbau genutzt werden.

Auprès de mon arbre – Nachhaltiges Bauen mit Walliser Holz
Eine Wohnung ohne Leim, ohne Nägel, ohne Chemikalien – dafür einzigartig und aus heimischem Holz, das nach dem Nachhaltigkeitsprinzip aus den Walliser Wälder geschlagen wurde. Das ist die Herausforderung, die sich ein junges Unternehmen aus Vollèges im Val de Bagnes VS gestellt hat. Auprès de mon arbre lagert mit seinen Häusern nicht nur CO2 ein, sondern schafft auch lokale Wertschöpfung, erhält Arbeitsplätze und entwickelt Know-how in einer Region, in der nur 20% des jährlichen Zuwachses der Walliser Wälder genutzt werden.

Round Rivers – Von der Plastikflasche zur Upcycling-Mode
Das junge Stadtzürcher Unternehmen Round Rivers fischt weggeworfene PET-Flaschen aus der Limmat und kreiert daraus nachhaltige Bademode und Winterjacken. Die Kleidungsstücke aus upgecyceltem Polyester werden innerhalb eines Produktionsradius von 140 Kilometern in der Schweiz und Norditalien transparent, fair und überwiegend in Familienbetrieben produziert. Dies hat nicht nur Vorbildcharakter für andere Kleiderproduzenten, es fördert auch den Umweltschutz und hält die Lieferketten kurz und regional.

Das Voting auf www.alpeninitiative.ch/mitmachen/vote  ist eröffnet. Die Preisvergabe erfolgt am 4. Oktober.

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