© Gruppe Wolf Schweiz
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Vor 10 Jahren kehrte der Bär zurück in die Schweiz

  • Kathrin Ruprecht
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Letzten Samstag war es genau zehn Jahre her, seit der Braunbär 101 Jahre nach seiner Ausrottung in die Schweiz zurückgekehrt ist. Am 25. Juli 2005 wurde er in der Nähe des Ofenpasses an der Grenze zum Schweizerischen Nationalpark gesichtet. Diesem Pionierbären sind seither rund acht bis neun weitere gefolgt.

Seit 2005 wurden in der Schweiz sechs verschiedene Bären genetisch nachgewiesen. Drei bis vier weitere wurden beobachtet oder durch Spuren festgestellt, ohne jedoch genetisch erfasst zu werden, berichtet die Gruppe Wolf Schweiz. Bisher beschränken sich alle diese Bärenvorkommen auf den Kanton Graubünden. Zwei der Tiere, die beiden Männchen JJ3 und M13, mussten durch die Wildhut getötet werden, weil ob ihres dreisten Verhaltens eine Gefährdung von Menschen nicht ausgeschlossen werden konnte. Da sie in der Nähe von Menschen, etwa in Abfallkübeln oder in Komposten, Futter fanden, suchten sie gezielt und regelmässig diese Orte auf und wurden dabei immer frecher. Die sieben bis acht anderen Bären zeigten gegenüber Menschen jedoch ein sehr scheues Verhalten und hielten sich Siedlungen fern. Mit solchen Bären ist ein Zusammenleben auch in der Schweiz möglich.

Ob sich aktuell in der Schweiz Bären aufhalten, ist nicht bekannt. Scheue Individuen können sich durchaus längere Zeit hier aufhalten, ohne bemerkt zu werden. Da im Trentino auch in den vergangenen Jahren Jungbären geboren wurden, ist für weitere Abwanderer gesorgt und die Einwanderung weiterer Braunbären in die Schweiz wird eine Tatsache sein.

Der Braunbär kehrt zurück
Die Rückkehr des Braunbären in die Schweiz im Jahre 2005 kam nicht überraschend. Die letzten Reste des Bestandes der ursprünglichen Alpenbären im benachbarten italienischen Trentino wurden von 1999 bis 2002 mit zehn Bären verstärkt, die in Slowenien eingefangen und umgesiedelt wurden. Diese Bären vermehrten sich rasch und die Nachkommen streiften grossräumig umher. Der erste Schweizer Bär seit der Ausrottung der Art im Jahr 1904, das junge Männchen JJ2, war denn auch ein direkter Nachkomme von ausgesetzten slowenischen Bären. Seither wanderten acht bis neun weitere Bären in die Schweiz ein.

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