Wanzen haben einen schlechten Ruf..... Zum einen wissen die Leute um die Bettwanzen, welche bekanntlich stechen, zum andern nennt man Wanzen auch Stinkkäfer, man sagt ihnen nach, dass sie stinken. Treten sie dann noch in Massen auf, wie z.B. die häufige Feuerwanze, dann ist der Schrecken und die Angst gross, dass diese Tiere in die Häuser eindringen.
Naturgärtnerinnen brauchen den Blick über den Gartenzaun, um in der Natur den Horizont zu weiten und sich inspirieren zu lassen. Nach einer Beobachtungs- und Foto-Tour in den Bergen berichten die Hotspot-Autorinnen diesmal vom Naturgarten draussen.
Ein mit Blüten bereicherter Gemüsegarten ist ein Paradies für vielerlei Insekten. Besonders anziehend sind Acker-, Gewürz- und Teekräuter, aber auch etliche blühende Gemüse. Auf der Pastinake beispielsweise herrscht ein reges Stelldichein.
Schon seit bald 10 Jahren biete ich in unserem Garten der Blauen Holzbiene, der grössten einheimischen Wildbiene, alles an, damit sie hier nistet. Es hat schon ziemlich viele Totholzstämme in verschiedenen Zerfallstadien da und dort verteilt im Garten.
Das Ende des Vorfrühlings mit der prachtvollen Obstblüte kam plötzlich: Zwei frostige Nächte haben genügt, um die Aussicht auf sommerliche Obst- und Beerengenüsse zu schmälern. Frustrierend, ja. Im Naturgarten aber triumphiert schon wieder das Leben.
Kein Igel hat letzten Herbst den Weg in unsern Garten gefunden, um hier zu überwintern, obwohl wir ihm mehrere Überwinterungsplätze in verschiedenen Ecken des Gartens angeboten haben. Das mag einerseits mit der Bauerei zu tun haben, welche seit einigen Jahren im ganzen Quartier stattfindet und die Igel verwirrt auf ihren gewohnten Trippelpfaden.
Rabatten mit Wildstauden erfordern auch im Naturgarten ordnende Hände, damit sie attraktive Gartenecken bilden. Vor der Blühzeit erwischt man beim Jäten allerding schnell das Falsche. Deshalb ist es vorteilhaft, Blattrosetten zu kennen.
Die Natur ums Haus wird nie langweilig – auch nicht im Winter, wenn die meisten Tiere in ihren Schlupfwinkeln ruhen. Stängel, Blätter, Beeren und Samenstände bilden, gekrönt von Schnee oder Reif, ästhetische Formen und Gebilde.
Im Naturgarten lassen sich mit Samenständen aller Art schöne Dekorationen machen, anstatt diese zu häckseln, kompostieren oder abführen zu lassen. Manchmal aber werden diese entdeckt von scheuen, kleinen Gartenbewohnern, und die Dekoration wird zum gedeckten Tisch!
Fachleute ringen seit Jahren um ein neues Image für Naturgärten: Design statt Chaos heisst die Devise. Auch ich mag einen formschönen Garten. Aber ohne...