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Tigermücke melden – was muss ich tun?

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Wer eine Tigermücke entdeckt, kann und soll den Fund elektronisch unter www.muecken-schweiz.ch mit einer Nahaufnahme melden. So können neu auftretende Tigermücken-Populationen früh entdeckt werden, so dass sich die exotischen Plagegeister möglichst nicht etablieren können.

Text von Dr. Barbara Wiesendanger, Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft, Baudirektion Kanton Zürich und Sylvie Flämig. Artikel aus der «Zürcher Umweltpraxis (ZUP, Ausgabe Nr. 97)»

Sommer für Sommer stören Insektenstiche den Genuss im Freien. Während einheimische Mücken in der Regel abends stechen, wird die Schweiz seit einigen Jahren auch von invasiven Stechmücken geplagt. Diese sind tag- und nachtaktiv und können sehr lästig werden.

Immer mehr Tigermücken auf der Alpennordseite

Besonders problematisch ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus). Diese sticht aggressiv, brütet vorwiegend im Siedlungsraum und ist eine potenzielle Überträgerin tropischer Krankheiten. Sie ist leicht zu verwechseln mit der im Mittelland bereits stark verbreiteten Japanischen Buschmücke (Aedes japonicus). Im Vergleich zur Tigermücke bevorzugt diese Mücke kältere Temperaturen und sticht hauptsächlich in direkter Nähe von bewaldeten Gebieten oder Baumgruppen. Als Krankheitsüberträgerin ist die Buschmücke von geringerer Bedeutung.

Schematischer Vergleich von Tigermuecke und Buschmuecke
Die Tigermücke (links) erkennt man an den deutlichen weissen Streifen auf dem Körper und den Beinen, sowie der eindeutig weissen Linie auf ihrem Rücken. Die Buschmücke hat zwar ebenfalls deutliche schwarz-weisse Streifen auf den Beinen und dem Körper. Sie ist jedoch für gewöhnlich etwas grösser als die Tigermücke und hat keine klar weisse Linie auf dem Rücken. © Schweizerisches Mückennetzwerk, www.muecken-schweiz.ch

In der Schweiz ist die Tigermücke bis jetzt nur im Tessin grossflächig etabliert. Die Tigermücke hat sich an die längere Trockenheit und die tieferen Temperaturen der gemässigten Klimazonen angepasst, was ihre Ausbreitung fördert. Ihre Vorliebe für urbane Gebiete und das zunehmende Vorkommen auch im Gebäudeinneren lässt sie in der kalten Jahreszeit zudem länger überleben, und durch den näheren Kontakt zum Menschen kann sie auch mehr Blutmahlzeiten zu sich nehmen. Zunehmend werden Tigermücken auch auf der Alpennordseite gefunden, sie werden beispielsweise mit Fahrzeugen verschleppt und können sich an einzelnen Stellen im Mittelland etablieren. Die Klimaveränderung wird die Häufung von Tigermücken auf der Alpennordseite wahrscheinlich begünstigen.

Wer hat eine Tigermücke gesehen?

Immer öfter fangen Bürgerinnen und Bürger ein verdächtiges Insekt und fragen sich, ob es sich um eine Tigermücke handelt. Behörden und Forschungsinstitutionen bekommen somit auch vermehrt Anfragen oder Mückeneinsendungen. So hat die Tigermücken-Meldestelle Nordostschweiz im vergangenen Jahr über 550 Anfragen erhalten.

Mit Meldungen aus der Bevölkerung können wertvolle Daten zur Ausbreitung und Dichte der Stechmücken generiert und neu auftretende Populationen früh entdeckt werden. Um Bestände erfolgreich eindämmen oder gar tilgen zu können, ist es entscheidend, so früh wie möglich einzugreifen. Die Mithilfe der Bevölkerung ist also wichtig!

Schweizweites Meldesystem

So entstand 2017 die Idee, solche Verdachtsmeldungen systematisch zu erfassen und die Daten zentral auszuwerten. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) entschied, ein einheitliches und koordiniertes nationales Überwachungsprogramm zur Eindämmung exotischer Mücken in der Schweiz einzurichten. In einigen Nachbarländern gibt es bereits ganz ähnliche Projekte.

Seit 2018 sind vier regionale Meldestellen für Tigermücken in der Schweiz aktiv (Karte unten). Funde im Kanton Zürich werden durch die Meldestelle Nordostschweiz bearbeitet, welche beim Umwelt- und Gesundheitsschutz, Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich angesiedelt ist.

Karte der regionalen Meldestellen
Die vier regionalen Meldestellen für Tigermücken in der Schweiz. © Schweizerisches Mückennetzwerk, www.muecken-schweiz.ch

Was die Meldestelle macht

Wer eine verdächtige Mücke beobachtet, kann den Fund über die Website www.muecken-schweiz.ch melden. Dazu genügt es, den Anweisungen auf der Website zu folgen und ein Foto der Mücke hochzuladen (detaillierte Anleitung im grünen Kasten). Die Website ist in vier Sprachen verfügbar und bietet zusätzliche Informationsmaterialien zum Thema. Im System bekommt jede Meldung eine Identifikationsnummer und wird von der regionalen Meldestelle überprüft. Der oder die Einsenderin wird über das Ergebnis informiert.

Alle Meldungen werden von den regionalen Meldestellen an die Koordinationsstelle der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) weitergeleitet. Dort werden die Daten überprüft und anschliessend in einer nationalen Datenbank des Schweizerischen Zentrums für die Kartografie der Fauna (SZKF) registriert. Weiter wird die zuständige kantonale Fachstelle informiert, welche die notwendigen Massnahmen einleitet.

Das Meldesystem funktioniert

Dass eine solche passive Überwachung mithilfe der Bevölkerung und den Meldestellen funktioniert, zeigt der Fall Zürich-Wollishofen. Dort schickte 2018 ein Anwohner mehrere Tigermücken an die Meldestelle. Die Mücken seien dort im Garten als sehr lästig aufgefallen. Nachdem die Funde bestätigt waren, begannen Stadt und Kanton sofort mit Massnahmen zur Eindämmung des Befalls. Brutstätten wurden eliminiert oder biologisch behandelt. Das Gebiet wird seitdem aktiv mit Mückenfallen überwacht.

Hier finden Sie wertvolle Tipps, was Sie gegen Mücken unternehmen können, die in Gefässen brüten.

Melden Sie verdächtige Stechmücken!

Fangen und einfrieren
1. Insekt mit kleinem Glas oder Becher fangen und Gefäss verschliessen
2. Gefäss mindestens 2 Stunden in den Tiefkühler legen
3. Totes Insekt aus dem Tiefkühler nehmen

Genau hinschauen
1. Ist es eine Mücke mit 2 Flügeln, einem Stechrüssel und ist sie etwa 1 cm gross?
2. Sind die Beine deutlich schwarz-weiss gefärbt?
3. Ist der Rücken schwarz mit einer klaren weissen Linie in der Mitte?

Foto machen
1. Falls alle Fragen oben mit ja beantwortet sind, totes Insekt auf schwarze oder möglichst dunkle Oberfläche legen
2. So anordnen, dass Kopf, Rücken und vollständige Beine zu sehen sind
3. Foto machen: Hinterbeine sollen scharf abgebildet sein
4. Mücke in verschlossenem Gefäss für allfällige Nachfragen aufbewahren

Melden
1. www.muecken-schweiz.ch aufsuchen
2. «Meldung einer invasiven Mücke» wählen und Anweisungen folgen. Für den Kanton Zürich: Meldestelle Nordostschweiz wählen
3. Auf die Rückmeldung warten. Falls Meldestelle dies wünscht: die aufbewahrte Mücke zuschicken (z. B. in mit Folie abgedecktem PET- Deckel mit etwas Füllmaterial)

Quelle: www.muecken-schweiz.ch

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