Sogenannte Ewigkeitschemikalien gefährden unsere Gesundheit und Umwelt – und die Schweiz steht vor einer politischen Bewährungsprobe: Bringt der Nationalrat heute den Mut auf, die Bevölkerung konsequent zu schützen – oder knickt er vor Lobbyinteressen ein?
PFAS stellen eine der drängendsten Herausforderungen für die Natur und unsere Gesundheit dar. Sie bauen sich in der Umwelt kaum ab und reichern sich im menschlichen Körper an. Die gesundheitlichen Risiken sind gravierend: PFAS gelten als krebserregend (Leber, Nieren, Schilddrüse, Hoden), hormonell wirksam, beeinträchtigen Fruchtbarkeit und Entwicklung, schädigen das Immunsystem und erhöhen Cholesterinwerte. Besonders alarmierend: Nur etwa 1 Prozent der PFAS wurde bisher ausreichend auf gesundheitliche Auswirkungen untersucht. Dies unterstreicht auch Eva Goldmann, WWF-Agrarexpertin: «PFAS sind eine tickende Zeitbombe für unsere Gesundheit und Umwelt. Es ist höchste Zeit, dass die Politik handelt.»
Fortschritt: Absenkpfade und Transparenz
Der WWF begrüsst es, dass PFAS mit der heutigen ausserordentlichen Session des Nationalrats endlich auf die politische Agenda kommen. Die Motionen, die eine Einschränkung der Zulassung auf essenzielle Verwendungszwecke, sektorielle Absenkpfade, Fördermassnahmen sowie eine Deklarationspflicht und Abgabe an der Quelle fordern, sind ein wichtiger Schritt in Richtung Vorsorgeprinzip und Schutz der Bevölkerung.
Rückschritt: Verwässerung der Grenzwerte
Gleichzeitig kritisieren wir die Bestrebungen, von den wissenschaftlich fundierten Grenzwerten der EU abzuweichen. Eine solche Abweichung würde dem Bundesrat faktisch einen Freipass erteilen, in der Schweiz schwächere Grenzwerte für Trinkwasser und andere Lebensmittel festzulegen – etwa um landwirtschaftlichen Betrieben, deren Böden stark mit PFAS belastet sind, weiterhin den Verkauf ihres Fleisches zu ermöglichen. Diese Betriebe verdienen Unterstützung – jedoch nicht auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung.
Wissen bleibt auf der Strecke
Besonders besorgniserregend ist, dass der Bund bei der Forschung zu PFAS spart – So kippt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) eine wichtige Langzeitstudie. Diese hätte untersucht, wie sich Pestizide und PFAS-Chemikalien auf unsere Gesundheit auswirken würden. Solche wissenschaftlichen Studien sind dringend notwendig, um die Belastung zu erfassen und wirksame Massnahmen zu entwickeln.
So sieht eine mutige Politik aus, welche Ewigkeitschemikalien stoppt:
Sie setzt wissenschaftlich solide Grenzwerte für Trinkwasser und andere Lebensmittel fest und entwickelt eine wirksame, zugleich wirtschaftlich tragbare Strategie zur Reduktion von PFAS. Zentral ist dabei die konsequente Anwendung des Vorsorgeprinzips, das auf die Vermeidung an der Quelle abzielt. Ergänzt wird dies durch Transparenz mittels Deklarationspflicht und systematischem Monitoring. Eine verantwortungsvolle Politik übernimmt klar die Verantwortung für den Schutz von Mensch und Umwelt. Genau hier hat die Schweiz jetzt die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen – für eine Chemikalienpolitik, die Umwelt und Gesundheit schützt, ohne Innovation zu gefährden.
Was sind PFAS?
Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) gehören zu einer Gruppe von Chemikalien, die kaum abgebaut werden und deshalb über lange Zeit in der Umwelt verbleiben. Seit Jahrzehnten werden sie industriell produziert. Charakteristisch sind ihre hohe Beständigkeit gegenüber biologischen, chemischen und thermischen Einflüssen sowie ihre wasser- und fettabweisenden Eigenschaften. Aufgrund dieser Merkmale kommen PFAS in zahlreichen industriellen Verfahren und Alltagsprodukten zum Einsatz – etwa in Feuerlöschschäumen, Textilien, elektronischen Geräten, beschichtetem Papier, Farben oder Skiwachsen.





Ich habe kürzlich im Michelsamt, Gemeinde Beromünster, dass die kantonalen Instanzen Wasserproben aus der Winon nimmt.
Als Vorstandsmitlied von NaturMichelsamt habe ich die Mitarbeiterin nach dem Zweck nachgefragt. Ihre Antwort war, dass alle geltenden Grenzwerte überprüft werden. Auf meine Frage wo dies veröffentlicht wird. Sie antwortete sehr freundlich, dass alle involvierten der Gemeinde und die Landwirte in der Region informiert werden, private oder wie unser Verein nicht. Keine weiteren Antworten.
Die Landwirtschaft in unserer Region ist in den letzten Jahren in diesem Gebiet sichtbar stark intensiviert worden. Wir stellen auch fest, dass Trinkwasserproben zu hohe N.-Werte haben und entweder geschlossen werden oder mit Auquaregio Sursee – Wasser verdünnt wird.
Die Behöre ist sehr zurückhaltend auf Biodiversität- Projekte. Ich nehme dies war als Vereinsmitglied.
Meine Wahrnehumung habe ich einer Investigitativ – Journalisten der NZZ gemeldet. Warum wollen die Behörden die Bevölkerung nicht ausreichend informieren.
Liebe Grüsse
W. Roth – Kägi
rothw@bluewin.ch