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Bund stoppt Informationsprojekt zur Biodiversität

Geplant war eine grosse, mehrjährige Kampagne über den Wert der Biodiversität. Obwohl das BAFU die Arbeiten bereits vor einem Jahr ausgeschrieben hatte, wurde das Projekt jetzt abgebrochen – aus politischen Gründen. In die Quere kam die eingereichte Biodiversitätsinitiative.

Alles war geplant und aufgegleist: Vor knapp einem Jahr suchte der Bund in zwei öffentlichen Ausschreibungen je eine Kommunikations- und eine Medienagentur für einen Grossauftrag. Es ging um die «Kommunikation Biodiversität». Mit der gross angelegten Kampagne wollte das BAFU die Schweizer Bevölkerung über den Wert der Biodiversität und ihren Zustand informieren. Das Projekt war der erste Versuch, im Bereich Biodiversität die breite Bevölkerung zu erreichen. Bei anderen Themen macht das der Bund schon länger, wie Kampagnen zum Thema Schweizer Holz, Wald oder im Energie-Bereich zeigen. Rund ein Jahr später ist jetzt aber klar, dass aus dem Projekt nichts wird.

Letzte Woche veröffentlichte der Bund den Abbruch der Beschaffung, weil das Projekt nicht verwirklicht wird. Die offizielle Begründung ist, dass das Projekt aus politischen Gründen nicht umgesetzt werden kann. Offensichtlich hatte man Angst, dass damit die von NGOs eingereichte Biodiversitätsinitiative angefeuert wird – welche der Bundesrat ablehnt. Im Abbruchentscheid heisst es: «Staatspolitisch wäre es problematisch, wenn der Bund eine Kampagne zu einem Thema durchführen würde, welches Gegenstand einer hängigen Volksinitiative ist.»

Das Projekt war eigentlich gut verankert und bereits im Aktionsplan Biodiversität des Bundes aus dem Jahr 2017 verankert. Als Pilotprojekt hätte es unter dem «Sensibilisierung für die Bevölkerung» durchgeführt werden sollen. Gekostet hätte es, wie der Tages-Anzeiger (Bezahl-Artikel) schreibt, über 8 Millionen Franken. Die Ziele waren auch entsprechend hoch gesteckt, wie es im Aktionsplan heisst: «Mit dem Pilotprojekt soll eine Grundlage für biodiversitätsbewusstes Handeln geschaffen, Wissen über die Biodiversität und ihre Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft vermittelt und die Bevölkerung für die Bedeutung des fortschreitenden Biodiversitätsverlusts sensibilisiert werden.»

Daraus wird jetzt nichts und die wichtige Aufklärungsarbeit wird den NGOs und der Biodiversitätsinitiative überlassen. Gut möglich, dass der Entscheid der Biodiversitätsinitiative nochmals kräftig Auftrieb geben wird.

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