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Wer bezahlt für den Giftmüll von La Pila?

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Bei Freiburg sickerten jahrzehntelang hochgiftige Stoffe in die Saane. Insbesondere die PCB belasten die Umwelt und sind für Menschen und lebende Organismen hochgiftig. Obwohl die Verursacher bekannt sein könnten, könnten sie ungeschoren davonkommen. Jetzt wächst der Widerstand.

Seit mehreren Jahrzehnten gelangen aus dem kontaminierten Gelände der Pila PCB in die Umwelt und belasten insbesondere die Saane. La Pila liegt westlich von Freiburg mitten in einem Auenschutzgebiet von nationaler Bedeutung und gehört zu den grössten Altlastendeponien der Schweiz. Bis zur Schliessung von La Pila im Jahr 1975 wurde hier alles Mögliche entsorgt; Hausmüll, Porzellanscherben, Bauschutt – und giftige Abfälle von lokalen Industrien. Danach wurde das Gelände mit Erde überschüttet, und es ist für einige Jahrzehnte lang wortwörtlich Gras über die Sache gewachsen.

Als die Aufarbeitung der Pila Anfang der 2000er Jahre startete, stellte der Kanton eine alamierende PCB Kontamination von Fischen in der Saane fest. PCB sind sehr persistente Schadstoffe, die von der Industrie genutzt wurden – beispielsweise bei der Herstellung von Kondensatoren, Lacken und Kunststoffen. Sie sind für Menschen und lebende Organismen hochgiftig, denn sie reichern sich in der Nahrungskette an. Sie schädigen das Immunsystem, das zentrale Nervensystem, die Haut, die Leber, die Atemwege und die Nieren – und sie sind krebserregend. Seit 1986 sind PCBs in der Schweiz verboten. Um die Schäden der PCB Kontamination zu vermindern, waren also Sofortmassnahmen sowie eine Sanierung von La Pila dringend nötig.

Gemäss Tagesanzeiger waren zwei Dinge schnell klar: Einerseits, dass das PCB von den Kondensatoren stammt, die in der Pila ausgegraben wurden. Und andererseits, dass die Sanierung bis zu 250 Millionen Franken kosten würde. Wer bezahlt also für den Giftmüll von La Pila? Gemäss Zeitungsberichten ist eine Frage zentral: Wäre es nicht an den Verursachern der Verschmutzung, für die Sanierungskosten aufzukommen?

Der Druck von Seiten der Bevölkerung wächst, so berichtet der Tagesanzeiger. Doch die Verantwortlichen von La Pila zu erheben ist hochkomplex, es ist viel Zeit vergangen seit der Verursachung der Verschmutzung. In dieser Zeit konnten die Unternehmen sich ihrer Verantwortung entziehen, beispielsweise durch eine Reorganisation oder einen Umzug. Condensateurs Fribourg, ein Unternehmen, welches Hochleistungskondensatoren in Freiburg hergestellt hat, hat gemäss Tagesanzeiger inzwischen mehrfach den Besitzer und auch den Unternehmenssitz gewechselt. Es ist unklar, ob dem Unternehmen noch eine Verantwortlichkeit zugewiesen werden kann. Könnte es also sein, dass schlussendlich die Steuerbezahler für den Giftmüll von La Pila bezahlen müssen?

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