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Das Glühwürmchen ist das Tier des Jahres 2019

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Das geheimnisvolle Tier ist bei uns zwar noch weit verbreitet. Doch schrumpfender Lebensraum und steigende Lichtverschmutzung setzen dem Glühwürmchen zu – wie unzähligen anderen Insekten auch. Die Wahl des Glühwürmchens zum Tier des Jahres 2019 wirft ein Schlaglicht auf den Zerfall der Wunderwelt der Insekten.

Mit den ersten warmen Frühlingstagen werden die Larven des Glühwürmchens (Lampyris noctiluca) aus der Winterruhe erwachen. Das Glühwürmchen ist aber eigentlich gar kein Wurm, sondern ein Käfer. Es glüht auch nicht, sondern verbreitet ein kaltes Leuchten. Deshalb heisst das von Pro Natura zum Tier des Jahres 2019 gewählte Tier korrekt «Grosser Leuchtkäfer». Er ist in der Schweiz die häufigste von vier vorkommenden Leuchtkäfer-Arten, berichtet Pro Natura.

Der Schrecken der Schnecken

Erst ganz am Ende seines Lebens verzaubert das Glühwürmchen in lauen Sommernächten die Landschaft mit seinen Lichtpunkten. Zuvor hat es rund zwei Lebensjahre als Larve verbracht. Seine Hauptbeute in dieser Zeit sind Schnecken. Die rüden Jagdmethoden der Larven passen nicht ins romantische Bild vom Glühwürmchen als feenhaftes Lichtwesen. Wie schwarzbraune Mini-Krokodile pirschen sich die Larven an ihre oft viel grösseren Beutetiere heran. Sie töten die erbeutete Schnecke mit Giftbissen und fressen sie innert eines Tages ganz auf.

Gluehwuermchen frisst Schnecke
Auf der Jagd: Glühwürmchen-Larve greift Schnecke an. © Txanbelin, via Shutterstock.

Leuchtendes Finale

Im Sommer des dritten Lebensjahres verpuppen sich die Larven. Die erwachsenen Glühwürmchen schlüpfen. Sofort entzünden die Weibchen an einem günstigen Leuchtplatz das Landefeuer für liebeshungrige Männchen.

Paarung Gluehwuermchen
Glühwürmchen bei der Paarung. © Hans Niederhauser, via Pro Natura.

Das Licht in ihren Leuchtorganen entsteht durch eine chemische Reaktion. Die Glühwürmchen-Männchen leuchten nicht. Sie überfliegen ihren Lebensraum und spähen mit grossen Augen nach dem ersehnten Liebessignal. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Die erwachsenen Tiere fressen nämlich nichts mehr. Wer sich jetzt nicht paaren kann, stirbt nach rund zwei Wochen ohne Nachkommen. Wenn sich ein Paar gefunden hat, dann erlischt das Leuchten des Weibchens sofort und die Paarung findet statt. Anschliessend legt das Weibchen die Eier, bevor es dann stirbt. Im Video ist die Paarung zu sehen.

Eine von 30‘000 Arten

Unsere Tierwelt ist eine Welt der Insekten. Von rund 36‘000 in der Schweiz bekannten Tierarten gehören 30‘000 zu den Insekten. Wo es den Insekten gut geht, ist die Natur in Ordnung. Doch die Wunderwelt der Insekten zerfällt in beängstigender Geschwindigkeit. Lebensraumzerstörung, Pestizide, Lichtverschmutzung und andere Faktoren setzen ihr zu. Die Folgen für Natur und Mensch sind schwerwiegend. Auf diese Probleme, aber auch auf praktische Lösungen wirft das Glühwürmchen 2019 sein magisches Licht.

Wer sich einmal auf die Pirsch begeben will, um die Glühwürmchen zu beobachten, kann sich hier einige Tipps holen. Auch auf der Pro Natura Seite finden Sie weitere Informationen zum Glühwürmchen.

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