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Mitmachen beim Katzenspieltag!

Die Arbeitsgemeinschaft SWILD sucht Katzenhalter:innen für die Aktion «Mein Katzenspieltag». Die Aktion ist Teil einer grösseren Studie zu katzenverträglichen Massnahmen, die den Jagderfolg von Hauskatzen reduzieren und dadurch viele Wildtiere schützen sollen.

Katzen sind gewiefte Jägerinnen und erbeuten jährlich viele Tausend Wildtiere. Daher möchte die Forschungs- und Beratungsgemeinschaft SWILD ein Massnahmenpaket entwickeln mit dem Ziel, dass die Katzen weniger Wildtiere erbeuten. Mit der Aktion «Mein Katzenspieltag» möchte SWILD als eine der Massnahmen das tägliche fünf- bis zehnminütige Spielen mit der Katze testen. Gemäss einer britischen Studie aus dem Jahr 2022 kann diese Massnahme die Anzahl Beutetiere reduzieren, die die Katzen nach Hause bringen.

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass farbige Halskrausen und Glöckchen den Jagderfolg von Katzen deutlich reduzieren können. © Kathi Märki / swild.ch

Drei Massnahmen im Test

Bisher hat SWILD eine bunte Stoffhalskrause und das bekanntere Katzenglöckchen erfolgreich getestet (weitere Informationen dazu finden Sie weiter unten). Als weitere Massnahme möchte SWILD nun das Spielen mit der Katze untersuchen. Damit möchte die Organisation herausfinden, ob häufiges Spielen den Jagdtrieb der Katze und damit den Jagderfolg reduzieren kann. Es gibt zwei Möglichkeiten für Katzenhalter:innen, bei der Studie mitzumachen: Bei der Aktion «Mein Katzenspieltag» mit einer Dauer von drei Tagen und bei der Hauptstudie zur bunten Halskrause mit einer Dauer von sechs Wochen.

Machen Sie mit bei «Mein Katzenspieltag»!
Ihre Aufgabe ist, an einem Tag während 5 bis 10 Minuten mit Ihrer Katze zu spielen und einen Tag davor und einen Tag danach alle Beutetiere zu dokumentieren, die Ihre Katze nach Hause bringt. Anschliessend können Sie die Angaben über ein Online-Formular an SWILD übermitteln. Die genaue Anleitung finden Sie hier.

Katzenhalter:innen, die zum Spiel zusätzlich die bunte Halskrause aus Stoff testen möchten (Dauer von 6 Wochen), können sich gerne melden bei: cats@swild.ch

Hintergründe zur Studie

In der Schweiz lebten im Jahr 2022 rund 1.85 Millionen Hauskatzen, 25% mehr als noch vor 10 Jahren. Die Hauskatze ist der häufigste Beutegreifer in der Schweiz und erreicht insbesondere in Siedlungsgebieten sehr hohe Dichten. Diese Situation bereitet vielen Naturschützer:innen und Katzenhalter:innen Sorgen.

Erhebungen zum Einfluss der Katzen auf Wildtiere sind aufwändig

Besonders im Frühling erbeuten Katzen viele Wildtiere. Schätzungen zufolge sind es in der Schweiz zwischen 1.2 und 2.4 Millionen Säugetiere und 0.1 und 0.3 Millionen Vögel pro Frühlingsmonat. Wie gross der Einfluss von Katzen auf Wildtiere tatsächlich ist, lässt sich aber nur abschätzen, wenn man weiss, wie gross die Bestände der betroffenen Wildtiere sind und wie hoch der Anteil ist, den die Katzen erbeuten. Zudem müsste man Faktoren wie die Bautätigkeit, die Verarmung der Landschaft oder die Umweltverschmutzung berücksichtigen. Solche Studien sind aufwändig und zeitintensiv und werden deshalb selten durchgeführt.

Doch auch wenn noch nicht alle Fragen beantwortet sind, kann man im Sinne des Vorsorgeprinzips nach praktikablen, katzenverträglichen Massnahmen suchen, die Wildtiere schützen und Tierleid verhindern.

Halskrause und Katzenglöckchen im Test

SWILD hat in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte in den Jahren 2019 und 2020 eine Studie durchgeführt, in der Massnahmen zur Reduktion des Jagderfolges getestet wurden. Bisher sind mit einer bunten Halskrause aus weichem Stoff (Birdsbesafe) und dem Katzenglöckchen zwei sehr vielversprechende Massnahmen untersucht worden. Gleichzeitig hat SWILD erhoben, ob diese Massnahmen für die Katzen verträglich sind und ob die Katzenhalter:innen sie einfach anwenden können und damit weiter einsetzen würden. An der Studie haben Freiwillige aus der ganzen Schweiz teilgenommen.

Die Resultate waren erfreulich: Katzen, die ein Glöckchen am Halsband trugen, erbeuteten beispielsweise deutlich weniger Vögel und Kleinsäuger. Mit Halskrause brachten sie 37% weniger Vögel nach Hause als ohne Krause. Trugen sie Halskrause und Glöckchen brachten sie rund 60% weniger Säugetiere nach Hause. Egal ob einzeln oder in Kombination: Halskrause und Glöckchen sind für Katzenhalter:innen einfach anwendbare Massnahmen, die jährlich hunderttausenden Wildtieren das Leben retten und viel Tierleid verhindern könnten. SWILD empfiehlt, diese Massnahmen insbesondere in den Frühlingsmonaten anzuwenden, wenn es viele Jungvögel hat.

Weitere Informationen zum Community Science Projekt Katzenspur finden Sie hier.

1 Kommentar

  1. Mir tun die Katzen leid. Ist es «artgerecht», wenn sie mit Stoffverkleidung und Glocke durchs Leben gehen müssen? (Auch die modischen Handtaschenhunde sind arm dran, mit und ohne «Kleider»). Wie ist eigentlich der Vergleich der Anzahl Wildtiere, die verdehentlich von Menschen getötet werden, zB. beim Autofahren?

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