Start News Gesellschaft Nach der Jagdgesetz-Abstimmung: Jetzt muss die Biodiversität Vorrang haben

Nach der Jagdgesetz-Abstimmung: Jetzt muss die Biodiversität Vorrang haben

Das Schweizer Stimmvolk schickt das Jagdgesetz an den Absender zurück. Es ist das Zeichen für ein Umdenken und eine klare Forderung: Jetzt muss es mit dem Schutz der Natur und der Biodiversitätsförderung endlich vorwärts gehen.

Die Ablehnung des Jagdgesetz ist ein klares Zeichen: Der Bevölkerung sind der Schutz der Biodiversität wichtig. Immer mehr Menschen in diesem Land machen sich aber genau darüber Sorgen. Von 2015 bis 2019 stieg der Anteil an Personen, welche den «Verlust der Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten» als «sehr gefährlich» einstufen, von 36% auf 54%, wie Zahlen des Bundes aufzeigen. Dieses zunehmende Bewusstsein für die Gefährdung der natürlichen Vielfalt hat sich jetzt auch in der Ablehnung beim Jagdgesetz geäussert.

„Das Abstimmungsergebnis zum Jagdgesetz zeigt, wie wichtig Natur- und Artenschutz für die Bevölkerung sind“, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga. Diese Anliegen müssen jetzt rasch aufgenommen und in eine neue, verbesserte Vorlage eingearbeitet werden. Das Nein-Komitee ist bereit, diesen Weg mitzugestalten, wie es in einer Mitteilung schreibt. Bereits in der kommenden Wintersession wollen Vertreter des Nein-Komitees eine Parlamentarische Initiative für ein «Jagdgesetz mit Augenmass» einreichen. Es muss einen verbesserten Schutz bedrohter Tierarten, etwa dem Feldhasen oder der Waldschnepfe enthalten. Ebenso sollen Luchs, Wolf & Co. erst nach tatsächlich erfolgten Schäden und mit Zustimmung des Bundes reguliert werden dürfen.

Das Nein-Komitee möchte diese Verbesserungen im Dialog mit den Naturschutzorganisationen und möglichst auch zusammen mit Jagdverbänden und Vertretern der Nutzerseite erreichen. Wie gross die Bereitschaft dazu ist, wird sich zeigen: Im Tages-Anzeiger stellt sich der Bauernverbandspräsident gegen eine rasche Neuauflage der Revision. Es ist auch zu befürchten, dass nun die eigentlich unumstrittenen vorgesehenen Verbesserungen bei den Zugvogelreservaten oder Wildtierkorridoren nun unter Druck geraten.

Die Nachwahlbefragungen werden die Motive des Stimmvolks zu Tage bringen. Die Menschen in diesem Land haben den Wert der Biodiversität erkannt. Deshalb braucht es keine hellseherische Leistung, um zu erahnen, dass das «Abschussgesetz» abgelehnt wurde, weil es diese Anliegen zu wenig aufnahm. Es ist jetzt an der Politik, ein neues Gesetz mit deutlichen Verbesserungen auszuarbeiten – einerseits für den Wolf, aber anderseits auf für die Biodiversität ganz allgemein.

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