Herdenschutzhunde bewachen Schafe auf der Alp. Mit den Tipps in diesem Artikel vermeiden Sie Konflikte mit den Herdenschutzhunden. © François Meyer / AGRIDEA
Herdenschutzhunde bewachen Schafe auf der Alp. Mit den Tipps in diesem Artikel vermeiden Sie Konflikte mit den Herdenschutzhunden. © François Meyer / AGRIDEA

Sichere Begegnungen mit Herdenschutzhunden

  • Kathrin Ruprecht
  • -

Die Wandersaison ist bei diesem tollen Wetter bereits in vollem Gang. Nebst lieblich flatternden Tagfaltern erwartet die herannahenden «Wandervögel» hie und da vielleicht auch ein Herdenschutzhund. Kein Grund zur Panik. Stehenbleiben und Abstandnehmen genügen oft schon, damit die vierbeinigen Bewacher ihre Herde in Sicherheit wähnen und sich beruhigen.

Seit einigen Jahren gibt es in den Schweizer Bergen Herdenschutzhunde. Für die meisten Erholungssuchenden sind sie noch ein ungewohnter Anblick. Was für die einen eine neue, interessante Facette der Alpenkultur ist, wirkt auf andere unangenehm oder bedrohlich. Die imposanten Arbeitshunde bewachen nämlich ihre Schafherden vor Unbekanntem, schreibt Pro Natura. Fehlende Erfahrung und mangelndes Wissen über das korrekte Verhalten bei Begegnungen mit diesen beeindruckenden Tieren können zu unangenehmen Situationen führen.

Einige Empfehlungen können helfen, sich bei Begegnungen mit Schutzhunden richtig zu verhalten und sie bei ihrer wichtigen Aufgabe so wenig wie möglich zu stören. Auf der Website von CH-Wolf findet Ihr dazu wichtige Tipps und Verhaltensregeln.

Tipps für das Verhalten bei Anwesenheit von Herdenschutzhunden

  • Hinweistafeln beachten!
  • Ruhig bleiben, wenn die Schutzhunde bellen und entgegenkommen
  • Nicht direkt weiter auf den Hund zugehen, sich vom Hund abwenden und ihn und die Herde weiträumig umgehen um möglichst wenig zu stören.
  • Die Hunde nicht mit Stöcken und schnellen Bewegungen provozieren
  • Biker und Jogger: Anhalten, Biker absteigen und langsam an der Herde vorbeigehen
  • Die Schutzhunde weder streicheln, füttern noch mit ihnen spielen. Ignorieren, falls sie einem beim Weitergehen folgen.
  • Vom Mitführen von eigenen Hunden wird grundsätzlich abgeraten.
  • Kommt es trotzdem zu einer unverhofften Begegnung mit Herdenschutzhunden, wird das Anleinen des eigenen Hundes empfohlen. Denn rennt der Hund des Wanderers in die Schafherde hinein, wird der Herdenschutzhund seine Herde mit Sicherheit verteidigen und angreifen. Schafhirten haben aber festgestellt, dass Hunde an der Leine eher vom Herdenschutzhund angegriffen werden als sich frei bewegende Hunde. Je nach Verhaltensweise des eigenen Hundes sollte er somit angeleint oder frei „bei Fuss“ gehen. Wird der angeleinte Hund bedrängt oder angegriffen, Hund ableinen oder Leine gehen lassen, so dass sich der Hund natürlich verhalten kann.

Hautnahes Alperlebnis Herdenschutz

Für alle die gerne das vielseitige Hirtenhandwerk und den Umgang mit Herdenschutzhunden und Schafen etwas näher kennenlernen möchten, gibt es auch in diesem Sommer auf der Schafalp Seewis im Prättigau GR die Möglichkeit, Hirtenarbeit und Herdenschutz selbst zu erleben. Bei dem speziellen ein- oder zweitägigen Alperlebnis auf der Schafalp können Sie praxisnah miterleben, wie die Hirten und ihre Tiere zusammenarbeiten. Sie erfahren auch, wie eine Herde wirkungsvoll gegen Wolfsangriffe geschützt werden kann und lernen, sich gegenüber den Herdenschutzhunden richtig zu verhalten.

Auf der Schafalp Seewis lernen Sie, was der Alphirte den ganzen Tag auf der Alp macht und lernen auch die Herdenschutzhunde kennen. © Joachim Steiner
Auf der Schafalp Seewis lernen Sie, was der Alphirte den ganzen Tag auf der Alp macht und lernen auch die Herdenschutzhunde kennen. © Joachim Steiner

 

Das Angebot besteht während der gesamten Alpsaison 2018, von Mitte Juni bis ca. Mitte September.

Mehr Infos dazu finden Sie auf dem Flyer.

Teile dieses Artikels erschienen bereits im Juli 2015

Beitrag kommentieren