Der Verkehr und das Fliegen ist Hauptsünder bei den CO2-Emissionen.
Die Schweiz reduziert den Treibhausgas-Ausstoss zu langsam. Vor allem der Verkehr ist grösster Emissionssünder. © Free-Photos, via pixabay

Treibhausgase: Es geht viel zu langsam

  • Redaktion Naturschutz
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Das neue Treibhausgas-Inventar zeigt: Die Schweiz reduziert den Treibhausgas-Ausstoss nur halb so schnell wie notwendig. Bundesrat und Umweltkommission wollen dieses Tempo noch halbieren.

Der Bund hat das neue umfassende Treibhausgas-Inventar für die Schweiz veröffentlicht: 2017 ist der Ausstoss um nur rund 2 Prozent gesunken. Dies unter anderem dank einem mildem Winter und einem entsprechend tieferem Heizöl-Verbrauch. Die Treibhausgas-Emissionen müssen pro Jahr jedoch um rund 4 Prozent sinken, damit die Schweiz für die Ziele des Pariser Klimaabkommens auf Kurs bleibt, berichtet der WWF Schweiz. Statt das viel zu tiefe Tempo im Klimaschutz zu verdoppeln, wollen der Bundesrat und die Umweltkommission des Ständerats das aktuelle Tempo halbieren. Ab 2020 sollen die Emissionen in der Schweiz nur noch um 1 Prozent pro Jahr sinken. «Wir brauchen doppeltes Tempo im Klimaschutz, nicht halbe Sachen», sagt Patrick Hofstetter, Klimapolitikexperte beim WWF Schweiz. «Der Ständerat muss endlich die Handbremse lösen und das CO2-Gesetz zu einem Klimaschutz-Gesetz machen, das den Namen verdient.»

Das neue Treibhausgas-Inventar zeigt, dass vor allem im Gebäude- und Industriesektor einen Emissionsrückgang vermeldet werden kann. Das wohl grösste Sorgenkind der Schweizer Klimapolitik bleibt der Verkehr. Autos und in der Schweiz startende Flugzeuge verursachen alleine je rund einen Fünftel der Treibhausgase. Die Emissionen der Autos sinken trotz technischer Fortschritte kaum, im Flugverkehr nehmen sie sogar laufend zu. «Das sind ausgerechnet die beiden Sektoren, die nichts oder fast nichts an die von ihnen angerichteten Klimaschäden bezahlen», sagt Patrick Hofstetter. «Wenn beim Verkehr die Verursacher für Klimafolgeschäden bezahlen müssen statt wie heute die Allgemeinheit, wird der Treibhausgas-Ausstoss rasch sinken.»

Die Übrigen Emissionen stammen aus der Landwirtschaft und von synthetischen Treibhausgasen. Die Emissionen in der Landwirtschaft bleiben seit dem Jahr 2000 weitgehend unverändert, berichtet der Bund. Der Ausstoss synthetischer Treibhausgase, wie zum Beispiel Kältemittel, ist seit 1990 zwar massiv gestiegen, blieb aber gegenüber 2016 stabil.

Auf der Seite www.bafu.admin.ch finden Sie weitere Informationen zum Treibhausgasinventar.

2 Kommentare

  • Sonja Simmenring

    Da wir so oder so alles Erdöl fördern und verbrennen werden kann ich die ganze CO2 Debatte nur belächeln. Es ist eine riesige Lüge mit der uns das Geld aus der Tasche gezogen wird, kurz gesagt eine Besteuerung unserer Atemluft.

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  • Habegger Marie-Louise

    Na ja, wir wüssten ja, wie wir den Klimawandel etwas bremsen könnten:
    Weniger Fleisch essen, was bedeutet, weniger „produzieren“ = weniger CO2-Ausstoss
    Klimaabgaben auf Flugtickets, könnte bedeuten, dass Ferien nicht mehr in fernen Ländern verbracht werden, sondern in solchen, die innert machbarer Zeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus oder Zug) erreicht werden können.
    Gerade die Umweltkommission müsste doch ihrem Namen gerecht werden und zu unserer Umwelt schauen – für uns und unsere Nachkommen!

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