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Wieselflink dank Ökologischer Infrastruktur

Von Hecke zu Steinhaufen, zu dichtem Altgrasstreifen, hin und zurück – und das alles blitzschnell! Wiesel sind faszinierende Tiere, die unseren Blick auf den Wert der Ökologischen Infrastruktur lenken.

Text von Maria Jakober, Artikel aus «BirdLife Luzern Info (Nr. 2/20, Juni 2020)»

Wiesel, damit sind sowohl Hermelin als auch Mauswiesel gemeint, gehören zu den kleinsten Raubtieren der Welt. Sie ernähren sich fast ausschliesslich von Wühlmäusen, die sie in deren Gängen jagen. Ihr Energiebedarf ist hoch, denn die Körperoberfläche ist im Vergleich zum Volumen gross. Sie verlieren also sehr viel Energie über die Haut. Gemäss Untersuchungen kann ein Wieselweibchen mit Jungtieren in der Woche 50 bis 100 Wühlmäuse fressen. Für die Landwirtschaft sind sie daher willkommene Wiesenbewohner.

Hermelin profitiert von Oekologischer Infrastruktur
Im Gegensatz zum Mauswiesel wechselt das Hermelin im Winter in ein weisses Kleid. © TessLuna, via pixabay

Wiesel brauchen in ihrem Lebensraum Unterschlüpfe, Verstecke, Jagdgebiete und Deckung in den Bereichen dazwischen. Sie sind mit ihren Ansprüchen gute Indikatoren für die kleinräumige Ökologische Infrastruktur. In Unterschlüpfen finden Wiesel Schutz und bringen die Jungen zur Welt: im dichten Unterholz von Hecken, in grossen Ast- oder Steinhaufen, in Trockenmauern sowie unter unbewohnten Gebäuden auf Wiesen. Als kleines Säugetier sind sie für Greifvögel, Reiher oder Füchse ein gefundenes Fressen. Droht Gefahr, müssen sie einen sicheren Ort rasch erreichen können. Das A und O im Wiesellebensraum sind mäusereiche Wiesen und Weiden, die maximal 20 Meter von Unterschlüpfen oder Verstecken entfernt liegen.

Wenn Sie sich jetzt die Lebensraumansprüche vorstellen, wird sich ein Bild einer vielfältig strukturierten Landschaft ergeben: Äcker mit Altgrasstreifen und Lesesteinhaufen, Hecken, Wiesen und Weiden mit Altgrasfilz, Brachen und Asthaufen in Heckengruppen. Wo kennen Sie solche Landschaften in Ihrer Umgebung? Es gibt sie noch, jedoch sind sie wie ein loser Fleckenteppich über den Kanton Luzern verteilt. 

Mit der Anlage von grossen Ast- und Steinhaufen, dem Anpflanzen von Hecken, dem Bau von Natursteinmauern und dem Stehenlassen von Altgras kann das Wiesel wirkungsvoll gefördert werden. Wichtig ist, dass gerade Ast- und Steinhaufen massiv und gross sowie mit Schlupflöchern angelegt werden, die fürs Wiesel passen, aber nicht für seine Feinde. 

Das Wiesel ist auch ein flinker Jäger: In Gebieten, in denen Bodenbrüter gefördert werden, wird empfohlen, auf spezifische Massnahmen fürs Wiesel zu verzichten, denn gelegentlich werden auch Eier oder Jungvögel erbeutet. 

Weitere Informationen finden Sie unter wieselnetz.ch. Dort steht auch eine reich bebilderte und umfassende Broschüre zur Wieselförderung zum Download bereit.

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