Start News Aktion Botanische Spurensuche in den beiden Basel

Botanische Spurensuche in den beiden Basel

Dass in dieser Region die Pflanzenwelt genau untersucht wird, ist eine uralte Tradition. Bereits 1622 wurde in Basel die ersten Lokalfloren erstellt. Seither hat sich vieles verändert. So sind seit Jahrzehnten weite Teile der beiden Basel nicht mehr umfassend botanisch untersucht worden. Jetzt wird diese Pflanzenwelt genauer unter die Lupe genommen: Das Projekt «Flora beider Basel» startet mit einer Informationsveranstaltung am 11. Juni.

Die gewonnen Erkenntnisse helfen der Erhaltung der lokalen Biodiversität und liefern wichtige Grundlagen für Bildung und Wissenschaft. Es werden motivierte Helferinnen und Helfer mit einem Herz für Pflanzen gesucht.
Weltweit wurde eine der ersten Lokalfloren durch den berühmten Basler Botaniker Caspar Bauhin um 1622 erstellt. Seither haben über Jahrhunderte viele (Fach-)Personen Reichtum und Wandel der hiesigen Pflanzenwelt festgehalten und dokumentiert. Diese Dokumentation der Basler Artenvielfalt hat in den letzten Jahrzehnten abgenommen. Es besteht für weite Teile der beiden Basel (ausser für das Oberbaselbiet) keine aktuelle detaillierte Übersicht über unsere Flora. Mit einem breit abgestützten Citizen-Science-Projekt soll diese Lücke nun geschlossen werden. Gemeinsam setzen sich der Basellandschaftliche Natur- und Vogelschutzverband, Info Flora, Pro Natura Basel, Pro Natura Baselland und die Universität Basel für unsere lokale Pflanzenvielfalt ein. Das Projekt «Flora beider Basel» des gleichnamigen Vereins in Zusammenarbeit mit den Herbarien Basel der Universität verfolgt das Ziel, eine aktuelle Übersicht über die botanische Vielfalt in den beiden Basel zu schaffen.

Nutzen der Erfassung

Ein sogenanntes Floreninventar, in dem die Pflanzenwelt eines Gebietes untersucht und festgehalten ist, liefert Kenntnisse über das Vorkommen von gefährdeten, seltenen, aber auch problematischen Arten. «Erfahrungen im In- und Ausland zeigen, dass Floreninventare für die wissenschaftliche Datenerhebung von unschätzbarem Wert sind.», so Jurriaan de Vos, Leiter der Herbarien Basel der Universität aus Laufen.
Bei Naturschutzbemühungen helfen diese Kenntnisse, die Mittel dort einzusetzen, wo sie der Natur am besten dienen. Dieses Wissen hilft somit der Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt. Bereits in der Vergangenheit konnten mithilfe von Freiwilligen negative Entwicklungen frühzeitig erkannt und entsprechende Massnahmen ergriffen werden. Andres Klein, Naturwissenschaftler aus Gelterkinden und Präsident des Vereins Flora beider Basel: «Zum Beispiel haben langjährige Beobachtungen des Primarlehrers Karl Senn in Rothenfluh oder des Heimleiters Jakob Thommen in der Sommerau dazu geführt, dass artenreiche Blumenwiesen unter Schutz gestellt und Orchideen-Föhrenwälder aufgelichtet wurden.» Vergleichsprojekte in anderen Kantonen wie Bern und Zürich zeigen, dass Floreninventare eine oftmals unerwartete Vielfalt aufzeigen und dadurch Pflege- und Erhaltungsmassnahmen in die Wege geleitet werden.

Ophrys arenola
Eine bekannte Spezialität des Chilpen – die Kleine Spinnen-Ragwurz (Ophrys araneola). Doch kommt sie auch noch an lange nicht mehr bestätigten Orten vor? © Ramon Müller

Helfer und Helferinnen gesucht

Zum Projektstart im Juni sucht der Verein Flora beider Basel botanisch interessierte Helferinnen und Helfer, die ehrenamtlich beim Erfassen mitwirken. Je nach Präferenzen, botanischen Kenntnissen und Wohnort sind verschiedene Möglichkeiten angedacht. Es besteht die Möglichkeit alleine, im Tandem oder in Gruppen unterwegs zu sein. Veranstaltungen bieten Ihnen zudem Unterstützung bei der Kartierung und Bestimmung von Pflanzen und ermöglichen einen regen Austausch mit Gleichgesinnten. «Mit Feldbotanik-Kursen fördern wir seit Jahren botanische Interessen in der Region. Dieses Projekt erlaubt Freiwilligen nun, dass ihre botanischen Funde auch für Naturschutz und Wissenschaft wertvoll werden.» sagt Susanne Kaufmann, Gründungsmitglied des Vereins aus Liestal.

Interessiert mitzuhelfen und die regionale Artenvielfalt zu schützen? Info Flora freut sich auf Ihre Anmeldung zur Informationsveranstaltung oder Ihre Kontaktaufnahme (ramon.mueller@unibas.ch).

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt und zur Informationsveranstaltung am 11. Juni.

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