Ausbau der Solarenergie hat in der Schweiz vorraussichtlich stagniert. © Martin Abegglen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
Ausbau der Solarenergie hat in der Schweiz vorraussichtlich stagniert. © Martin Abegglen, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr

Solarenergie: Weltweiter Boom, Stagnation in der Schweiz

  • Julia Hatzl
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Photovoltaik ist weltweit weiterhin auf Wachstumskurs. Laut Prognosen hat sie jedoch in der Schweiz aufgrund der unsicheren Rahmenbedingungen letztes Jahr stagniert.

In der Schweiz geht der Sonnenenergie-Fachverband Swissolar für 2017 laut ersten Hochrechnungen von einem stagnierten Photovoltaikmarkt aus. Die neu installierte Leistung dürfte bei 250-270 Megawatt liegen (etwa 1,6 bis 1,8 Millionen Quadratmeter = 225-250 Fussballfelder), wie Swissolar in einer Mitteilung berichtet. Damit steigt der Anteil des Solarstroms am Schweizer Stromverbrauch um ein halbes Prozent auf rund 3 Prozent und ist nun nach der Wasserkraft mit Abstand die zweitwichtigste erneuerbare Stromquelle. Für 2018 wird erwartet, dass der Schweizer Markt wieder auf über 300 MW wachsen wird. Grund dafür sind die im Rahmen der Energiestrategie 2050 angepassten Gesetze und Verordnungen. Nun existieren wieder günstige Rahmenbedingungen für den Bau grosser Photovoltaikanlagen. Allerdings nur dann, wenn ein wesentlicher Teil des Stroms zeitgleich an Ort und Stelle verbraucht werden kann (Eigenverbrauch) und wenn Investoren mit den langen Wartefristen für die Auszahlung der Einmalvergütung umgehen können.

Eine ganz andere Entwicklung zeichnet sich bei der Nutzung der Solarwärme (Solarthermie) ab. Hier rechnet Swissolar für 2017 mit einem weiteren Marktrückgang auf rund 50‘000 m2 zusätzlicher Kollektorfläche. Dies entspricht einem Rückgang von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Für 2018 ist noch von keiner Belebung des Marktes auszugehen. Für den weiteren Ausbau der Solarwärme ist nun die rasche Umsetzung der neuen koordinierten Energiegesetze in den Kantonen sehr wichtig. Swissolar appelliert deshalb an die Kantone, ihre Energiegesetze im Rahmen der anstehenden Revisionen zu koordinieren und auf eine erneuerbare Energieversorgung hin auszurichten. Dieses Regelwerk schafft unter anderem Anreize, bei Heizungssanierungen Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung einzusetzen. Solarwärme kann wesentlich dazu beitragen, den hohen Anteil des Schweizer Gebäudeparks an den Treibhausgasemissionen (40 %) zu reduzieren.

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