8063-12:Pelzbiene Kopie

Erstes Frühlingserwachen!

  • Christine Dobler Gross
  • 10

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen nach dem langen und kalten Winter – jetzt wachen sie auf, ergattern sich einen warmen Platz, kreuz und quer liegen sie an der Sonne. Die Feuerwanze und die kleine Wolfsspinne haben den Winter unter der schützenden Laubdecke verbracht – sie hatten Glück, kein Laubbläser, der ihnen den Unterschlupf wegputzte….

7969-12:Spinne, Wanze-2

Kaum ist die gefrorene Erde aufgetaut, kriechen auch die Glühwürmchen-Käferlarven aus den Erdkrümeln hervor, sie finden wohl bereits kleine Schnecklein? Ohne Schnecken keine Glühwürmchen, denn davon ernähren sie sich.

Krokusse werden von den noch tapsig herumbrummenden Hummelköniginnen besucht – hungrig verschwinden sie in den Blütenkelchen und „baden“ förmlich in Nektrar und Pollen! Jede Hummel, die im zeitigen Frühling auftaucht, ist eine Königin, denn nur diese überwintern. In naturnahen Gärten finden Hummeln in Erdlöchern Möglichkeiten, um ein neues Hummelvolk zu gründen.

Eine der ersten Wildbienen, die im Garten auftaucht, ist die Pelzbiene Anthophora plumipes. Auch sie hat im Boden überwintert, in ihrem Erdnest, und nun stemmt sie ihre haarigen Beinchen in alle Frühlingsblumen, die sie finden kann. Wenn Du eine Wildbienennisthilfe im Garten hast, wirst du sie evtl. darin sehen, sie übernachtet gerne darin. Aber das Nest wird sie dann im Boden bauen. Ich habe noch nie eines gefunden, das bleibt deren Geheimnis……

Dieser Siebenpunktmarienkäfer hat wahrscheinlich zusammen mit weiteren Artgenossen unter Steinen, Rinde, Laub oder Moos überwintert. Die Menschen mögen diesen Käfer und Glücksbringer, räumen aber mögliche Plätze im Garten weg, wo sie überwintern könnten. Manchmal versammeln sich die Käfer auch zwischen den Doppelfenstern für den Winterschlaf. Dieser hier hat sich für sein erstes Sonnenbad die verblühte Golddistel in meinem Kiesbeet ausgesucht. Diese im Sommer blühenden Golddisteln sind den ganzen Winter hindurch schön, wie viele andern Stauden auch, die ich deshalb bis in den Frühling hinein stehen lasse.

10 Kommentare

  • Liz

    Hallo christine
    Danke für deine liebevollen, phantasievollen Erklärungen zu den Gartenphänomenen. Habe vor einigen Tagen in meinem Garten auch eine Hummelkönigin angetroffen; war leider auf so hohen Besuch nicht vorbereitet…
    Freue mich wieder von dir zu hören.

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  • Christine Dobler Gross

    Liebe Frau Brigitte
    Ihre 18-Punkter sind die importierten Asiatischen Marienkäfer, sie wurden als effiziente Blattlausvertilger in Treibhäusern ausgesetzt und sind natürlich ausgebüxt, was zu erwarten war. Jetzt“arbeiten“ sie so gut, dass sie neben vielen Blattläusen auch Larven und Eier der einheimischen Marienkäfer vertilgen.
    Tja, und nun will man sie wieder loshaben, doch so einfach geht das leider nicht. Umbringen ist sinnlos. Wir müssen uns wohl mit ihnen arrangieren?!

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  • Henk

    Liebe Christine
    Soooooo coooool!

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  • Marcel

    Great to see people enjoying the simple(?) beauties of Mother Nature.

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  • Brigitte

    Liebe Frau Dobler Gross
    Ihr neuer Blog finde ich grossartig. Was Sie alles unternehmen für die Natur, einfach bewundernswert. Leider haben bei uns in den Rollädenkästen nur Marienkäfer mit 18 Punkten überwintert. Was soll ich bloss mit diesen machen ? Verdrängen diese die Marienkäfer mit den 7 Punkten ? Gruss von einer Nachbarin Ihrer Tante in Arlesheim.

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  • Thomas

    Liebe Christine,
    Kompliment für diesen Bericht! Das Foto mit dem Hummelköniginnenfüdli ist ein Hammer.
    Wie bekommt man die Glühwürmchen in den Garten? Viele Schnecken in verschiedenen Grössen wären vorhanden.

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  • Peter

    liebe Christine
    deine Wachheit für Lebendiges steht dem Frühlingserwachen nicht hintennach. Ich geniesse deine Einblicke in die Kleinwelt.

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  • marianne

    Poetisch verzaubernd…. so lasse ich mich gerne inspirieren. Auch in meinem Oberland-Garten (630m ü. M.) ist der Frühling eingezogen und 4-6-8 und 2-Beiner geniessen die Sonne.

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  • Andreas

    Schönes Erwachen! Schöner Bericht!
    Hatte mich heute nach Feuerwanzenart unter die Sonne gelegt – und dabei gemerkt, was uns unterscheidet: Der Feuerwanze Genuss ist reiner, denn sie muss nicht an die Steuererklärung denken.
    Und zu Glühwürmchens Schneckendiät fällt mir ein: Wenn Franzosen Schnecken zubereiten, wird UNESCO-Weltkulturerbe daraus, wenn Lampyriden dasselbe tun, bleibt es unregistriertes Weltnaturerbe.
    Zum Badetuch des 2-Punkte-Marienkäfers (das sieht doch jedes Kind:) möchte ich anmerken: Solche Arrangements, Golddistel mit Pünktchen auf dem i sind doch offensichtlich attraktiver auf den Gräbern, als diese abgelutschten Erika und Calluna-Besen.
    http://www.hofgesang.ch/links/kultur-und-natur/2011-05-02-NZZ-Naturnahe-Graeber.pdf

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  • Rainer

    Sehr schön, liebe Christine, ich bin begeistert!

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