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Der Öko-Veggie-Bag im Test             

  • Amanda Buol
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Anstelle der Plastiktüten, die für Gemüse, Obst und Brötchen verwendet werden, sollen wiederverwendbare Stoffbeutel benutzt werden. Wir haben den Öko-Veggie-Bag getestet.

240 Millionen Wegwerfplastiksäcke werden in der Schweiz jährlich abgegeben. Um den Verbrauch zu reduzieren, lancierte die Organisation OceanCare und Migros ein Pilotprojekt. naturschutz.ch wagt den Test dieser ökologischen Veggie-Bags.

Und schon beim ersten Einkauf passierte mir ein Malheur: Ein angenähtes Fähnchen am Veggie-Bag soll Platz für die entsprechende Preis-Etikette bieten – so weit so gut – als ich jedoch an der Kasse stand, liess sich die Etikette nicht mehr auffinden. Wo ist sie geblieben? Die Kassiererin hechtete in die Obstabteilung um die Früchte nochmals zu wägen und hinter mir bildete sich eine Schlange wartender Kunden. Die verloren geglaubte Etikette fand ich dann später an einer anderen Packung wieder.

Fazit: Etiketten kleben eher schlecht auf den Fähnchen.

Der zweite Einkauf klappte dann schon besser. Die Beutel haben eine gute Grösse. So konnte ich beispielsweise vier Auberginen in einem Beutel verstauen. Auch den Einkauf unterschiedlicher Gemüsesorten konnte so problemlos durchgeführt werden. Ich konnte vieles in den gleichen Beutel packen und das Fähnchen ist genügend gross für mehrere Etiketten.

Fazit: Beutel bietet viel Platz für den Grosseinkauf

Ich weiss nicht, wie es bei Ihnen ist, aber ich gehe auch oft spontan einkaufen, weil es wieder Mal eine Planänderung beim Abendessen gibt oder ich Appetit auf bestimmte Früchte verspüre. Da kommt es schon mal vor, dass der Veggie-Bag zu Hause liegen bleibt. Zwar denke ich mittlerweile immer daran, eine Einkaufstasche dabei zu haben, mit dem Veggie-Bag klappt es jedoch noch nicht ganz.

Fazit: Immer gleich wieder einpacken. Zu Hause nützt der Beutel nichts. Sie sind dafür leicht und finden in jeder Tasche Platz.

Die Veggie-Beutel bestehen aus feinmaschigem, schadstofffreiem, recycelbarem Polyester. Über die Materialwahl kann man – je nachdem – diskutieren (ist Bio-Baumwolle besser?). Was ich mich jedoch während des Einkaufs fragte: Wie gut halten die Maschen den Saft einer zerquetschten Tomate auf? Ich gebe mir alle Mühe, den Einkauf so zu einzupacken, dass es nicht dazu kommt. Bisher habe ich keine solche Erfahrung mit dem Veggie-Bag gemacht, zum Glück. Was ich aber bereits bei einer meiner Bags entdeckt habe: Eine kleine Laufmasche! Ist aber auch halb so wild.

Fazit: Gibts erst, nachdem ich Tomatensaft im Bag produziert habe…

Gibt es trotzdem Mal Tomatensaft, kann man die Veggie-Bags bei 30 Grad in der Maschine waschen. Na ja, sicher gut um die Tomatensuppe aus den Maschen zu bekommen. Gelernt habe ich jedoch, dass sich Bakterien bei diesen Temperaturen pudelwohl fühlen und auch Pilzsporen zeigen sich von solchen Temperaturen eher unbeeindruckt.

Fazit: Wie hygienisch ist der Veggie-Bag? Wäre da ein Material, dass man bei wärmeren Temperaturen waschen kann, vielleicht besser?

Nun kommt der absoluten Härtetest: Ich testete den Beutel auch im Coop! Die Kassiererin scannte die Waren im Beutel ohne mit der Wimper zu zucken. Test bestanden.

Fazit: Auch im Coop kann ohne Probleme mit dem Veggie-Bag eingekauft werden.

Ich finde den Beutel eine gute Sache. Nun bin ich gespannt, wie sich diese Pilotprojekt weiterentwickeln wird. Wer weiss, vielleicht kaufen wir bald nur noch mit Veggie-Bags ein.

Veggie-Bags kann man in ausgewählten Filialen der Migros und Alnatura Bio-Supermärkte für 9.90 Franken kaufen, oder hier direkt nach Hause bestellen »

2 Kommentare

  • Lia

    Ich verwende mehrere solcher Beutel, die ich aus dünnem Vorhangstoff genäht habe (günstiger Meterpreis). Bei 60 Grad waschen ist kein Problem. Die werden in allen Supermärkten akzeptiert. Verwende sie auch für Brot, Kuchen, Sandwich oder andere Zwecke. Solange nichts gequetscht wird ist das kein Problem. Da sie sehr klein sind, sind die immer irgendwo dabei.
    Etiketten können auch auf andere Artikel geklebt werden, dann muss bei der Kasse darauf hingewiesen werden. Ich klebe sie oft gefaltet um die Schnur meiner Beutel. Beides wird akzeptiert.

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  • Ursula Leuthold

    Zwecks Unterscheidung und zur Vermeidung von Aufklebern ist das Biogemüse in Plastik abgepackt. Ein Biosack nutzt also nichts.

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