© Fashion Revolution
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Schliessen Sie sich der Fashion Revolution an!

  • Mélanie Guillebeau
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Bereits vier Jahre sind seit dem fatalen Einsturz des Rana Plaza, einer Textilfabrik in Bangladesch, vergangen. Um die Konsumenten an dieses Ereignis sowie die sozialen und ökologischen Missstände im Kleiderbusiness zu erinnern, findet jährlich zu dieser Zeit die Fashion Revolution Week statt. Helfen auch Sie mit auf das Problem aufmerksam zu machen!

Am 24. April 2013 ist das mehrstöckige Rana Plaza mit mehreren Textilfirmen und Geschäften eingestürzt und hat 1’138 Arbeiter unter sich begraben. Das Unglück hätte aber verhindert werden können, denn die Belegschaft hatte im Vorfeld auf Risse in den Mauern aufmerksam gemacht – den Arbeitern wurde kein Gehör geschenkt.

Auf Streiks folgen Massenentlassungen

Dieses tragische Ereignis hat den Konsumenten im Westen ins Gedächtnis gerufen, wie gewaltig die Missstände in Textilfabriken, insbesondere in Bangladesch sind. Zwar sind Mindestlöhne von 50 oder 64 Euro monatlich, je nach Ausbildungsstand, eingeführt worden. Dies ist bei Weitem noch nicht genug und einer der Auslöser der Streiks von Arbeiter und Arbeiterinnen im Jahr 2016. Die Antwort der Behörden und Firmen kam postwendend: Aufständische wurden festgenommen und Massenentlassungen durchgeführt.

„«Fast Fashion» [, das sukzessive Anpassen der Modekollektionen, womit Mode zur Massenware mit kurzer Lebenszeit wird,*] ist nicht gratis. Irgendjemand, irgendwo bezahlt dafür.“ – Lucy Siegle, Modejournalistin *Anm. d. Red.

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1 Kilogramm Chemie für 1 Kilogramm Textilien

Nebst den sozialen sind auch die ökologischen Umstände prekär. Es wird geschätzt, dass 20 Prozent der weltweiten Wasserverschmutzung auf das Färben und die Behandlung von Textilien zurückgeführt werden können. Nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass für ein Kilogramm Textilien im Durchschnitt ein Kilogramm Chemikalien und Hilfsstoffe eingesetzt werden. Bei vielen Stofffabriken, welche die Färbung der Textilien vornehmen, wird das Abwasser in eine Abwasserreinigung eingespeist – jedoch sind diese nur mit minimalen Reinigungsprozessen ausgestattet. Und grössere Stofffabriken entlassen täglich bis zu 7.5 Millionen Liter Abwasser in die Umwelt.

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Ein Zeichen setzen an der Fashion Revolution Week

Es ist also essenziell, dass auf diese miserablen Bedingungen aufmerksam gemacht wird und dies hat sich die Fashion Revolution Week zum Ziel gesetzt. Sie findet jährlich in der Woche der Geschehnisse des Rana Plaza Unglückes statt. Millionen Leute weltweit sollen animiert werden nach mehr Transparenz in der Produktionskette der Textilindustrie zu verlangen. Auch Sie können sich für dieses brennende Thema einsetzen:

  • Ask the brand… Zeigen Sie das Label Ihres Kleidungsstückes und fragen Sie die Modelabels via Twitter mit dem Hashtag #whomademyclothes, von wem es hergestellt wurde.
  • Appel an Entscheidungsträger  Senden Sie eine Postkarte an Entscheidungsträger und rufen Sie sie dazu auf, etwas auf Ebene der Politik und Gesetzgebung zu unternehmen.
  • #haulternative Entscheiden Sie sich für die Alternative zum Kleiderkauf, der haulternative. Frischen Sie Ihren Kleiderschrank ohne den Kauf neuer Kleidung und teilen Sie Ihre Idee. Einige Ideen finden Sie auf der Website der Fashion Revolution.
  • Informieren Sie sich an den kommenden Events, welche auch in Zürich stattfinden, über faire Kleidung. Am 29. April findet zum Beispiel der Fashion Revolution Day in der Photobastei mit einem Fair Fashion Markt statt.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen während der Fashion Revolution Week finden Sie auf der Website von Fashion Revolution. In der Studie „Waste water and its treatment in textile industry“ von Shyam Sundar et al. können Sie sich zudem genauer über die Auswirkungen der Textilindustrie auf die Gewässerverschmutzung informieren.

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