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Der Goldfisch kann mehr als man denkt

Zum ersten Mal kürt die Fachstelle Fischwissen, die sich für den Tierschutz bei Fischen einsetzt, den «Fischwissen-Fisch des Jahres». Damit möchte sie verstärkt auf diese unterschätzten Tiere aufmerksam machen. 2024 fällt die Wahl auf den Goldfisch, einen beliebten und schmucken Bewohner von Aquarien und Teichen. Doch ist die Art weit mehr als nur Zierde: Sie ist schlau, lernfähig, empfindsam.

Fische werden häufig als Tiere zweiter Klasse angesehen. Daher steckt der Tierschutz bei dieser Tiergruppe nach wie vor in den Kinderschuhen. Mit dem «Fischwissen-Fisch des Jahres» möchte die Fachstelle darauf aufmerksam machen, dass Fische hochentwickelte Tiere sind und anderen Wirbeltieren bezüglich Intelligenz in nichts nachstehen. Auch Goldfische sind, wie verschiedenen Studien gezeigt haben, sehr lernfähig, haben ein gutes Gedächtnis und können komplexe Aufgaben lösen.

Noch vor Hund und Katz

Der Goldfisch ist nur eine von unzähligen Arten, die zu Millionen als Aquarienfische gezüchtet werden. In der Schweiz leben Schätzungen zufolge mehrere Millionen Individuen in zehntausenden von Aquarien und sind somit noch vor Katzen und Hunden anzahlmässig die häufigsten Heimtiere. 

Viel Leid durch Qualzüchtung

Die lange Zuchtgeschichte der Goldfische beginnt vor ca. 2000 Jahren in China. Mittlerweile ist aus der natürlicherweise silber-grau bis olivgrün gefärbten Art durch die Zucht eine grosse Vielfalt an Farbformen hervorgegangen. Allerdings ist dabei zusätzlich der Körperbau teilweise derart verändert worden, dass das Verhalten und die Lebensqualität der Fische stark eingeschränkt sind. «Hier muss man von Qualzucht sprechen, die viel Leid verursacht», hält Claudia Kistler, Geschäftsleiterin der Fachstelle, fest.

Gesellig und anpassungsfähig

Goldfische sind Süsswasserfische und stammen ursprünglich aus China. Von hier aus haben sie nicht nur sehr erfolgreich die Heimaquarien erobert, sondern auch – da sie äusserst anpassungsfähig sind – weltweit viele Gewässer besiedelt. Als gesellige Fische gehen sie gemeinsam auf Futtersuche und wühlen dabei im Boden nach kleinen Krebsen, Insektenlarven und pflanzlichen Überresten. Sie können bis zu 50 Zentimeter gross und über ein Kilo schwer werden. In Aquarien können sie ein Alter von 30 Jahren erreichen. 

Aufklärung für das Wohl der Fische

Die vielen Fischarten unterscheiden sich teilweise stark in ihrer Lebensweise. Allerdings mangelt es den Halter:innen vielfach an Wissen über die Biologie und die artgerechte Haltung. Zudem ist das Bewusstsein, dass Fische leidensfähig und schmerzempfindlich sind, noch viel zu wenig verbreitet und daher der Umgang sehr oft nicht fischgerecht. Claudia Kistler ist überzeugt: «Je besser die Leute informiert sind, desto mehr Fischleid können wir verhindern».

Lernfähige Tiere: Die fahrenden Goldfische

In einer Verhaltensstudie der Ben-Gurion Universität lernten sechs Goldfische, selbständig ein Fahrzeug-Aquarium zu steuern. Sie lenkten das Aquarium, das auf einer mobilen Unterlage mit Sensoren platziert war, zielgerichtet auf Objekte hin, die eine Belohnung versprachen. 

1 Kommentar

  1. Mir gefällt “Bewohner von Aquarien und Teichen” nicht. Gartenteich geht ja noch, aber Goldfische dürfen nicht in Weiher in der Natur ausgesetzt werden, denn dort richten sie grossen Schaden an der Biodiversität an.

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