© Chiot's Run [CC-BY-SA-3.0], via flickr
© Chiot's Run [CC-BY-SA-3.0], via flickr

Saatgut selber gewinnen – Gartenfreude für das nächste Jahr

  • Kathrin Ruprecht

Haben Sie auf Ihrem Balkon/Garten Blumen oder Gemüse, das Ihnen besonders viel Freude bereitet? Werden Sie zum Wiederholungstäter und sammeln sie die Samen für eine erneute Freude im nächsten Jahr! Mit einigen Kniffs können Sie Ihr Saatgut selber herstellen, anstatt neues kaufen zu müssen.

Auf meinem Balkon wachsen die Tomaten wunderbar und einige der noch grünen Tomätchen werden schon langsam etwas orange. Bald ist es soweit und die ersten reifen Tomaten sind da. Bei diesem Wetter sollte das nicht mehr allzu lange dauern!

Aus der besten Sorte kann ich dann die Samen gewinnen. Bei Tomaten und anderem Gemüse ist das aber nicht ganz einfach, denn die Samen sind ja im Fruchtfleisch eingeschlossen. Um diese daraus zu befreien, löst man die Samen, zum Beispiel mit einem Löffel, aus der Frucht und gibt sie zusammen mit möglichst wenig Fruchtfleisch in ein Glas. Etwas verschlossen, aber nicht luftdicht, wird das Glas nun circa zwei Tage stehen gelassen. Ziel ist es, dass die Samen trocknen und dabei die gallertartige Hülle, die Sie umschliesst, verlieren. Wenn sich die Samen nicht mehr glitschig sondern rau anfühlen, ist dies erreicht. Nun ist das wenige Fruchtfleisch, welches die Samen umgibt, immer noch vorhanden. Um es los zu werden, füllt man das Glas mit Wasser und rührt um. Wenn sich die Samen auf dem Glasboden gesammelt haben, kann das Wasser und das Fruchtfleisch abgeschöpft werden. Falls immer noch etwas Fruchtfleisch an den Samen klebt, kann man dieses vorsichtig abreiben. Die nun nassen Samen müssen dann möglichst schnell getrocknet werden. Am besten geht das, indem sie in einen Tee- oder Kaffeefilter gefüllt und anschliessend an einem luftigen, schattigen Ort aufgehängt werden. Sobald sie trocken sind, können sie, beschriftet mit Name und Datum, in eine Papiertüte gepackt werden. Am besten werden die Samen an einem kühlen, trockenen Ort gelagert. Zum Beispiel im Keller, wobei die Papiertüte am besten noch in ein Glas gepackt wird, damit sie trocken bleibt.

Einfacher können natürlich die Samen von Pflanzen gewonnen werden, die ihre Samen nicht in Früchte verpacken, wie beispielsweise Blumensamen.  Dazu sollten die Blüten schon verwelkt sein, damit die Samen auch wirklich reif zur Ernte sind. Einige Sorten verteilen ihre Samen natürlich auch von selbst gleich an Ort und Stelle. Wenn man aber bestimmte Wünsche für einen neuen Standort hat, müssen die Samen selbst gesammelt und ausgebracht werden. Dazu werden die Samen am besten an einem sonnigen Tag gesammelt. Somit stellt man sicher, dass die sie auch trocken sind. Sonst lohnt es sich, die Samen, wie oben beschrieben, in einem Kaffefilterbeutel trocknen zu lassen.

Einschränkungen

Nun gibt es leider auch Einschränkung bei der Gewinnung von Saatgut. Vor dem Sammeln der Samen sollte ein Blick auf das Etikett geworfen werden. Steht hier der Vermerk „F1-Hybrid“ oder „veredelt“, können daraus keine qualitativ hochwertigen Samen gewonnen werden. Denn diese Sorten sind so gezüchtet, dass sie eine perfekte Mischung aus ihren Elternsorten darstellen. Dieses Mischverhältnis können sie aber nicht an ihre Nachkommen weitergeben. Deshalb werden die Pflanzen, die aus ihren Samen gezogen werden nur noch minderwertige Früchte oder Blüten tragen.

Damit ich dieses Problem nicht antreffe, habe ich mich für die Tomatensorten von ProSpecieRara entschieden. Dies sind Sorten, die immer wieder ausgesät werden können, ohne dass sich ihre Eigenschaften verändern.