Dossier: Verhaltensbiologie

Vertraue nur dem, den du kennst?

Rabenvögel benutzen soziale Information, um sich vor Täuschung durch Artgenossen zu schützen: Sie reagieren ausschliesslich auf die Warnrufe von Individuen aus der eigenen Gruppe und ignorieren die Warnrufe anderer Artgenossen. Ähnliche Mechanismen könnten bei der Diversifizierung menschlicher Sprachen und insbesondere der Dialektbildung eine Rolle spielen.

Klimawandel bedroht Brutvögel

Das Überleben auf einem sich erwärmenden Planeten kann eine Frage des richtigen Timings sein. Doch das eigene Verhalten einfach zu verschieben, um sich an das Tempo des Klimawandels anzupassen, birgt für einige Tiere Gefahren. Forschungsergebnisse zeigen, dass insektenfressende Vögel den Hungertod ihrer Jungvögel riskieren, wenn sie wegen der Erderwärmung früher anfangen zu brüten.

Kranke Vampirfledermäuse praktizieren «social distancing»

Durch COVID-19 wurde «social distancing» zum Begleiter im Alltag. Abstandhalten, wenn man sich krank fühlt, praktizieren allerdings nicht nur Menschen – es kann auch bei Fledermäusen beobachtet werden. Ein internationales Forschungsteam fand heraus, dass kranke Vampirfledermäuse weniger Zeit in der Nähe von Artgenossen verbringen, was die Ausbreitung einer Krankheit verlangsamen kann.

Klimawandel: Der Frühling beginnt für Rehe zu früh

Während Pflanzen aufgrund des Klimawandels immer früher austreiben, verschiebt sich der Zeitpunkt der Rehgeburten nur langsam nach vorne. Dadurch verändert sich das Nahrungsangebot während der Jungenaufzucht. Betroffen sind vor allem Rehpopulationen in tieferen Lagen, wie eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL nachwies.

Auerhühner meiden Windkraftanlagen

Der Einfluss von Windkraftanlagen auf Wildtiere und das Landschaftsbild wird seit Jahren diskutiert. Neben dem Kollisionsrisiko für Vögel und Fledermäuse haben verschiedene Studien auch gezeigt, dass störungsanfällige Tierarten Gebiete mit Windrädern meiden, womit die Lebensräume stark entwertet werden.

Luftverschmutzung macht Blütenduft für Falter unattraktiv

Luftverschmutzung und hohe Ozonwerte wirken sich auf die chemische Kommunikation zwischen Blüten und Bestäubern aus. Forschungsergebnisse zeigen, dass Tabakschwärmer den Duft ihrer ansonsten bevorzugten Blüten nicht mehr mögen, wenn er durch Ozon verändert worden war. Die Falter können aber lernen, dass auch diese Blüten Nektar als Belohnung bieten.

Delfine erlernen neues Wissen ähnlich wie Menschenaffen

Delfine erlernen neue Techniken zum Beutefang nicht nur von ihren Müttern, sondern auch direkt von ihren Gefährten. Das zeigt eine Studie der Universität Zürich...

Turteltauben-Zug online mitverfolgen

Vier vom Naturschutzbund Deutschland besenderte Turteltauben brechen demnächst Richtung Sahelzone auf. Sie liefern wertvolle Daten über die Zugwege und Überwinterungsgebiete, die für den Schutz der Art enorm wichtig sind. Die Zugrouten können dabei in Echtzeit im Internet verfolgt werden.

Der sechste Sinn der Tiere: Ein Frühwarnsystem für Erdbeben?

Ob exakte Vorhersagen von Erdbeben möglich sind, ist unter Experten umstritten. Tiere scheinen die drohende Gefahr jedoch bereits Stunden zuvor zu spüren. Die kontinuierliche Beobachtung ihrer Aktivitätsmuster könnte die Vorhersage von Erdbeben verbessern.

Hummeln bringen Pflanzen schneller zur Blüte

Wenn Pollen Mangelware sind, beschädigen Hummeln Blätter von Blütenpflanzen so, dass diese schneller blühen. Das zeigt ein ETH-​Forschungsteam unter der Leitung von Consuelo De Moraes und Mark Mescher.
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