Start News Gesellschaft Widersprüchliche Wünsche für zukünftigen Wohnraum

Widersprüchliche Wünsche für zukünftigen Wohnraum

Als Folge der Pandemie könnte eine neuerliche Zersiedlung drohen, denn der Wunsch nach Einfamilienhäusern und grossflächigem Wohnraum ist weiter gestiegen, so zeigt eine neue Umfrage. Damit drohen aber die Errungenschaften der neuen Raumplanung zur Begrenzung der Bauzonen ausser Kraft gesetzt zu werden.

Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) kommt als Ergebnis einer Umfrage unter dem Titel «Baue Deine Schweiz der Zukunft» zum Schluss: Der begehrteste Wohnraum ist das grosszügige Einfamilienhaus. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich, bis 2040 in einem Einfamilienhaus zu wohnen. Dennoch wünscht sich ein Grossteil der Bevölkerung, dass der städtische Raum verdichtet wird, sodass der Bevölkerungszuwachs nicht in den Bergregionen und auf dem Land stattfindet. Die Pandemie hat ausserdem dazu geführt, dass sich nun vermehrt Schweizerinnen und Schweizer wünschen, ihre Freizeit mehrmeitlich Zuhause zu verbringen, sei dies auf dem eigenen Balkon, im Garten oder in der unmittelbaren Umgebung. Die Anforderungen an die Wohnfläche nehmen weiterhin zu. Diese teilweise widersprüchlichen Bedürfnisse stellen eine grosse Herausforderung dar, denn es geht darum zugleich den Wohnraum zu verdichten und grösseren Lebensraum anzubieten.

Aus der Sicht der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) geht dieser Spagat nicht auf, so berichtet sie in einer Medienmitteilung. Eine Siedlungsverdichtung bedeutet nicht bloss eine bauliche Verdichtung, sondern auch eine Nutzungsverdichtung. Das heisst, wir können nur dann den Bodenverlust stoppen, wenn der Wohnflächenverbrauch pro Bewohner/in (aktuell 46 m2) nicht wieder ansteigt. Die Umfrage des SBVs zeigt jedoch, dass Schweizerinnen und Schweizer sich zwischen 80 – 120 m2 Wohnfläche wünschen. Die SL befürchtet nun, dass eine Zunahme der Wohnfläche pro Bewohner/in nicht nur den Druck auf Einzonungen erhöht, sondern auch die schützenswerten Ortsbilder und die Grünflächen innerorts weiter unter Druck geraten.

Damit die Umfrageergebnisse des SBV nicht in eine «Überbaue Deine Schweiz der Zukunft» führen, muss dringend über die Wohnformen der Zukunft diskutiert werden, so die SL. So stellt sich zum Beispiel die Frage, inwieweit im Zeitalter des Homeoffice die leerstehenden Bürohäuser der Gegenwart in qualitative hochwertige Wohnräume umgenutzt werden können.

Der gesamten Bericht ist unter diesem Link online verfügbar.

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