| © Natural England [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
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Natur bewegt! – Hornisse enthauptet Libelle

  • Mélanie Guillebeau

„Kopf ab!“ anstelle von „Film ab!“ ist bei folgendem Video eindeutig treffender. Doch der dramatische Zweikampf zwischen Libelle und Hornisse lässt die Hornisse weit gefährlicher erscheinen, als sie ist. Denn wer, wie wir Menschen, nicht ins Beuteschema der Hornisse passt, hat vor den brummenden Fluginsekten nichts zu befürchten.

© YellowHegehog, via youtube.com

 

Bis zu 700 Hornissen in einem Volk

Im Frühling werden nicht nur die ersten Pflanzen mit neuem Leben erfüllt, sondern auch die Jungköniginnen der Hornissen. Sie kehren ihrem Winterquartier den Rücken und begeben sich auf die Suche nach einem angemessenen Neststandort. Dort beginnen sie mit der Eiablage und warten das Schlüpfen ihrer ersten „Bediensteten“, den Arbeiterinnen, ab. Mitte August bis Mitte September erreicht ein Hornissenvolk seinen Höhepunkt: Mittlerweile ist die Königin dem Nest schon für längere Zeit treu und hat fleissig Nachwuchs produziert, wodurch das Volk zu dieser Zeit bis zu 700 Hornissen beherbergen kann.

Als Baumaterial für das Hornissennest dient Holz, das bereits von Pilzen zersetzt wird. | © jeffreyw[CC-BY-SA-2.0], via flickr.com
Bis zu 700 Tiere finden in einem Hornissennest Platz. Als Baumaterial für das Nest dient Holz, das bereits von Pilzen zersetzt wird. | © jeffreyw [CC-BY-SA-2.0], via flickr.com

Hungrige Brummer

Solch ein grosses Hornissenvolk entwickelt natürlich einen dementsprechend grossen Hunger: Rund ein halbes Kilogramm Insekten kann ein Volk pro Tag verspeisen. Dabei stehen Bienen, Wespen, Libellen – wie das vorhergehende Video eindrücklich zeigte – Spinnen, Käfer, Mücken und zahlreiche weitere Insektenarten auf dem Speiseplan. Süsswaren werden jedoch von den Hornissen verschmäht. Dementsprechend seltene Gäste sind Hornissen während gemütlicher Grillabende. Und wenn sie doch einmal anzufliegen kommen, sollten sie als gebetene Gäste angesehen werden. Denn mit grosser Wahrscheinlichkeit werden sie sich an den Wespen verköstigen, die manchem Grillfreund ein Dorn im Auge sind.

Besser als ihr Ruf

Der Hornisse eilt – womöglich aufgrund ihrer (Stachel-)Grösse – ein schlechter Ruf voraus: aggressiv und mit gefährlichem Gift ausgestattet soll sie sein. Dabei ist die Hornisse ein scheuer Vertreter der Echten Wespen. Ausser Reichweite des Nestes fliehen sie im Normalfall vor Gefahr und stechen höchstens, wenn sie in Bedrängnis geraten. Kommt es doch zu einem Stich, so ist dieser in Sachen Giftigkeit und Schmerz vergleichbar mit einem Wespen- oder Bienenstich. Um einen schmerzfreien Umgang pflegen zu können, wird jedoch geraten, sich in Nestnähe an gewisse Verhaltensregeln zu halten: Hektische Bewegungen, das Verstellen der Flugbahn oder das Berühren des Nestes sollten vermieden werden.

Der Stachel der Hornisse ist zwar grösser, als der von Bienen oder Wespen, aber bei Weitem nicht gefährlicher. | © jeffreyw[CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
Der Stachel der Hornisse ist zwar grösser, als der von Bienen oder Wespen, aber bei Weitem nicht gefährlicher. | © Dr. Strangelove [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen zu Hornissen finden Sie auf der Webseite Hornissenschutz.ch.