Auch 2011 gelang es nicht, den dramatischen Artenschwund zu verlangsamen. Klimawandel, Wilderei oder extensive landwirtschaftliche Nutzung setzen vielen Arten stark zu. Rund ein Drittel aller untersuchten Arten sind gemäss der Weltnaturschutzunion IUCN gefährdet.Besonders hart getroffen hat es 2011 die südafrikanischen Nashörner. Dafür können die Bartgeier auf eine bessere Zukunft hoffen.
Vom 8. bis 16. Oktober 2011 finden im gesamten Alpenraum die 6. Internationalen Bartgeier-Beobachtungstage statt. Am Samstag 8. Oktober 2011 sind zahlreiche Freiwillige und Projektmitarbeitende unterwegs, um von hoch gelegenen Aussichtspunkten aus gleichzeitig nach Bartgeiern Ausschau zu halten. Dies erlaubt es, den aktuellen Bestand dieses eindrücklichen Alpenvogels abzuschätzen.
Wieviele Bartgeier hat es im Alpenraum? Mit nahezu drei Metern Spannweite und einem typischen Flugprofil sind Bartgeier von Weitem zu erkennen. Diesen Umstand macht sich das Bartgeier-Wiederansiedlungsprojekt zu Nutze. Im ganzen Alpenraum werden alljährlich die Internationalen Bartgeier-Beobachtungstage durchgeführt mit dem Ziel, den aktuellen Bartgeierbestand zu schätzen und Hinweise auf neue Bartgeierpaare zu bekommen.
Bartgeier sind meisterhafte Flieger. Die ersten Lebensjahre streifen sie im ganzen Alpenbogen umher. Das Wissen zu diesen Wanderungen ist lückenhaft. Im von der Stiftung Pro Bartgeier initiierten Projekt BARTGEIER UNTERWEGS werden junge, freigesetzte Bartgeier mit kleinen Satellitensendern markiert. Dadurch können die Streifzüge ausgewilderter Bartgeier kontinuierlich verfolgt werden.
Nach knapp vier Monaten im Horst ist am 14. Juni 2011 ein junger Bartgeier im Wallis ausgeflogen. Der wertvolle Jungvogel schlüpfte bereits im Februar im Val Derborence.
Drei junge Bartgeier starten am kommenden Samstag in einen abenteuerlichen Sommer. Kaum 90 Tage alt werden die kostbaren Jungvögel im St. Gallischen Calfeisental ausgewildert. Die speziell ausgewählten Tiere stammen aus einem internationalen Zuchtprogramm und sollen dazu beitragen, dass die wilde Bartgeierpopulation eine möglichst gute genetische Basis erhält. Der neue Projektstandort, an dem die Stiftung Pro Bartgeier im letzten Jahr erstmals eine Auswilderung durchgeführt hat, bewährt sich bestens und trägt dazu bei, dass sich Bartgeier bald alpenweit wieder ansiedeln.
Mit Sardona, Kira und Ingenius wurden erstmals drei junge Bartgeier in den Schweizer Nordalpen ausgewildert. Nun sind alle drei Jungtiere selbständig und weiten ihre Streifgebiete aus. Damit ist ein erster Schritt für die Ansiedlung des Bartgeiers in den Schweizer Nordalpen gelungen.
Auf der Homepage des Bartgeier Wiederansiedlungsprojektes finden sich Berichte und Bilder von den Streifzügen der Jungvögel.
Am 13. Juni 2010 wurden nach intensiven Vorbereitungsarbeiten zum ersten Mal Bartgeier in den Schweizer Nordalpen ausgewildert. Mit den drei Junggeiern (Sardona, Kira und Ingenius) möchte die Stiftung Pro Bartgeier die flächige Besiedlung des Alpenraums fördern und die noch empfindliche Bargeierpopulation auf eine breitere genetische Basis stellen.
Anfangs November wurde der Bartgeier Ikarus entkräftet aufgefunden. Auch die intensive Pflege im Natur und Tierpark Goldau konnte das Tier nicht mehr retten.