Gesunder Boden, lebendige Erde - Wissenschaft und indigene Weisheit im Dialog
03Okt19:0020:30Gesunder Boden, lebendige Erde - Wissenschaft und indigene Weisheit im Dialog
Event Details
Event an den Tagen der Agrarökologie von AgroecologyWorks! Perspektive der IG gesunder Boden e. V. Franz Rösl, Gründer von IG gesunder Boden e. V. legt dar, dass der Boden ein lebendiges
Event Details
Event an den Tagen der Agrarökologie von AgroecologyWorks!
Perspektive der IG gesunder Boden e. V.
Franz Rösl, Gründer von IG gesunder Boden e. V. legt dar, dass der Boden ein lebendiges System aus Mineralien, organischer Substanz, Humus, Wurzeln, Mikroorganismen, Bodentieren, Luft und Wasser ist.
Im Zentrum steht ein differenziertes Verständnis von Humus: Pflanzenreste, Stroh, Wurzeln und Kompost sind Ausgangsstoffe, die erst durch biologische Prozesse und die Einbindung in die Bodenmatrix zu stabilem Humus werden. Entscheidend für die Bodengesundheit sind daher ein vielfältiges Bodenleben, eine intakte Rhizosphäre, hochwertiges Saatgut und Kompost sowie ausgewogene Nährstoffverhältnisse und eine stabile Bodenstruktur.
Gesunde Böden speichern und infiltrieren Wasser, während Verdichtung, Pestizide, schwere Maschinen, Erosion und der Verlust von Biodiversität ihre Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Bodenfruchtbarkeit, Wasserhaushalt, Pflanzengesundheit und die Gesundheit des gesamten Landschaftsökosystems stehen in engem Zusammenhang.
Perspektive des indigenen Volkes der Kogi aus Kolumbien
Für die Kogi ist Landwirtschaft Teil einer umfassenden Beziehung zum gesamten Territorium. Dazu gehören nicht nur Boden, Wasser und Pflanzen, sondern auch Tiere, Berge, Menschen und die geistige Dimension. Ziel ist es, nur so viel zu produzieren, wie zum Leben benötigt wird, und dadurch das Gleichgewicht des Territoriums zu bewahren.
Parallelen zu Agroökologie, Diversifizierung, Kreislaufwirtschaft und nachhaltiger Bodenbewirtschaftung sind erkennbar. Bei den Kogi sind diese Prinzipien jedoch in eine kosmische und ethische Ordnung eingebettet. Die praktische Bewirtschaftung und die spirituelle Arbeit bilden eine Einheit. Im Mittelpunkt stehen die Wahrung von Balance, Integrität und Gesundheit des gesamten Territoriums sowie die Verantwortung des Menschen für dieses Gleichgewicht.
Wir gehen nach den beiden Vorträge in eine Diskussionsrunde. Die Teilnehmenden können Erfahrungswerte einbringen und Fragen stellen. Wir freuen uns auf euch.
Hinweis:
Am 04.10.2026, 19.00-20.20 Uhr gehen wir mit Weisheitshütenden des indigenen Volkes der Kogi in einen seltenen Oline-Gedankenaustausch. Alle, die sie schon erlebt haben, wissen, wie berührend diese Begegnungen sind. Siehe separate Ausschreibung.