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Samenbomben – kleine Kugeln, grosse Wirkung

Mitten im Trend zur Begrünung von Städten und zur Förderung der Biodiversität erfreuen sich sogenannte Samenbomben wachsender Beliebtheit. Die kleinen Kugeln aus Erde, Ton und Saatgut lassen sich einfach selbst herstellen und ermöglichen es, Blumen an Orten zu säen, die sonst oft grau und unbelebt bleiben.

Ursprünglich aus der Guerilla-Gardening-Bewegung entstanden, sind Samenbomben heute nicht nur ein Ausdruck kreativen Protests, sondern auch ein beliebtes Mittel zur Förderung von Wildpflanzen und Insekten. Sie können auf Brachflächen, in Randstreifen oder auch im eigenen Garten ausgebracht werden. Mit etwas Glück und ausreichend Regen entwickeln sich aus den Kugeln bunte Blühflächen, die Nahrung und Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten bieten.

Anleitung: So machst du Samenbomben selbst

Du brauchst (für ca. 20 Kugeln):

  • 200 g torffreie, ungedüngte Blumenerde (liefert Nährstoffe)
  • 200 g Lehm- oder feines Tonpulver (für die Form und Schutz) à Kann beispielsweise hier bestellt werden: https://www.urbangardeningshop.ch/product/18287105/lehm-pulver-fuer-samenkugeln-1-kilo
  • 3 Päckchen Saatgut von heimischen Wildblumen (möglichst heimische, bienenfreundliche Arten, siehe genauere Informationen weiter unten)
  • Etwas Wasser und eine Schüssel (zum Formen der Kugel)
  • Zeitungspapier
  • Evtl. ein grobes Sieb

So geht’s:

  1. Mischen: Gib die Blumenerde in eine Schüssel und lockere sie etwas auf. Entferne grobe Bestandteile wie Rindenstücke, Wurzeln oder kleine Äste – falls nötig mit einem groben Sieb. Füge anschliessend die Tonerde und die Samen hinzu und vermische alles gründlich.
  1. Befeuchten: Gib nach und nach Wasser dazu, bis du eine formbare Masse erhältst – nicht zu nass!
  1. Formen: Rolle daraus etwa walnussgrosse Kugeln.
  1. Trocknen: Lasse die Samenbomben auf altem Zeitungspapier 1–2 Tage an der Luft trocknen und ein paar Mal umdrehen (nicht in die Sonne legen).

Bienenfreundlich und legal

Bei der Auswahl des Saatguts sollte besonders auf Regionalität geachtet werden – gebietsfremde Arten (Neophyten) dürfen keinesfalls ausgebracht werden. Ob die Samen erfolgreich keimen und gedeihen, hängt massgeblich vom Standorttyp und den dort vorhandenen Pflanzengesellschaften ab. Entscheidend ist beispielsweise, ob es sich um eine Feuchtwiese, Frischwiese, Brache, Ruderalfläche, einen Magerrasen oder einen anderen Biotoptyp handelt. Zudem ist von Blumenmischungen aus Baumärkten und Discountern abzuraten, da deren Zusammensetzung oft unklar ist und sie in der Regel nur einen geringen ökologischen Nutzen für Bestäuber wie Wildbienen oder Schmetterlinge bieten. Besonders gut eignen sich heimische Wildblumenarten, etwa Klatschmohn, Kornblume, Wilde Karde oder die Wiesen-Margerite.

Wirf die Samenbomben dort hin, wo du Blumen wachsen lassen möchtest – am besten auf offene, lockere Erde und am besten im Frühling oder Herbst. Regen erledigt den Rest: Die Tonhülle löst sich auf, die Samen keimen, und bald entstehen kleine Blühinseln. Wichtig ist, dass die Samen an Orten landen, wo sie auch wachsen dürfen – also nicht auf privaten oder geschützten Flächen. Wer legal und gezielt zur Begrünung beitragen möchte, sollte daher vor allem auf öffentliche, unbepflanzte Areale oder den eigenen Balkon oder Garten setzen.

Durchaus etwas kritisch darf man sich natürlich nach dem Nutzen von solchen Guerilla-Aktionen fragen, da die Samenbomben schlussendlich doch nur sehr punktuell wirken und keine grossflächigen Begrünungsmassnahmen ersetzen können. Allerdings geht es beim Auswerfen von Samenbomben vielleicht auch mehr um den politischen Ausdruck sowie die Sensibilisierung und vielleicht können vernachlässigte Kleinstflächen – insbesondere im Siedlungsraum – trotzdem von der ökologischen Aufwertung profitieren.

Nachhaltige Geschenkidee

Samenbomben lassen sich nicht nur leicht anwenden, sondern eignen sich auch hervorragend zum gemeinsamen Basteln mit Kindern oder zum Verschenken. Als kleine Aufmerksamkeit mit ökologischer Wirkung bieten sie eine praktische Möglichkeit, die Biodiversität im eigenen Umfeld zu fördern – ein stilles Zeichen für mehr Natur im Alltag.

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